Regelmäßige Dienstreisen als Arbeitszeit zählen?

...komplette Frage anzeigen

4 Antworten

Für Dienstreisen beginnt die Arbeitszeit mit verlassen der Wohnung und, wenn es ohne Übernachtung ist, wieder mit betreten der Wohnung (wenn kein Zwischenstopp in der Firma/Büro etc. eingelegt wird).

Da Du übernachtest, zählt die Zeit nach der Arbeit als Freizeit. Es gelten aber, wie Du schon vermutet hast, die Fahrtzeiten bei Dienstreisen ebenfalls als Arbeitszeit.

Ich würde das mal von deinem Arbeitgeber zurück fordern. Wenn Du mutig sein willst, sogar für die letzten 2-3(4) Jahre, denn solche Forderungen verjähren regelmäßig, sprich nach 3 Jahren zum folgenden 01.01. Beispiel: (Kosten am 20.05.2010 -> + 3 Jahre = 20.05.2013 bis zum nächsten 01.01. = 01.01.2014). Gibt dir auch nen Hinweis, wie lange Du ca. zurückfordern kannst.

Aber: Das kann mit dem AG zu Problemen führen. Wenn Du auf die Rückzahlung verzichten kannst/willst solltest Du genau beurteilen, ob der mögliche Ärger und ggf. der Gang vor das Arbeitsgericht das wert sind. Wenn ja, bitte einen Rechtsanwalt (Fachanwalt für Arbeitsrecht) einschalten!

Ach ja, unberührt davon, ob Du dafür Arbeitslohn bekommst oder nicht, kannst Du die Fahrtstrecken bei der Steuer geltend machen. Einmal die Fahrkosten (Pauschalen) und den Mehrbedarf für länger als 12 Stunden von zu Hause entfernt sein (bist Du ja auf jeden Fall).

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
Papolsen 21.03.2013, 22:25

kannst du mal bei ralosavivs Antwort schauen, was ich ergänzt habe? Ich will nichts zurückfordern, ware nur gut, wenn ich 100% weiß, dass ich im Recht bin, wenn ich ihn drauf an spreche, dass ich zukünftig mehr Freizeit haben möchte.

0

Sofern keine individualvertragliche Regelung zur Arbeitszeit oder eine Definition in einem einschlägigen Tarifvertrag bzw. einer Betriebsvereinbarung zur Anwendung kommt, gilt nach der Recht­sprechung des BAG Folgendes:

Reisezeiten, Wegezeiten vom Betrieb zur auswärtigen Arbeits­stätte, und auch Wartezeiten innerhalb der regelmäßigen Arbeitszeit und innerhalb des ­vereinbarten Arbeitszeitkon­tingents sind ver­gütungspflichtig. Hierbei ist unerheblich, ob der Arbeitnehmer passiv in einem (öffentlichen) Verkehrsmittel reist oder aktiv ein Fahrzeug steuert.

Anders bewertet das BAG die Frage der Vergütungspflicht bei Reisezeiten außerhalb des vereinbarten regelmäßigen Arbeitszeit­kontingents. Hier vertritt das Gericht die Auffassung, dass Zeiten nur dann vergütungspflichtig sind, wenn dies ausdrücklich ver­einbart wurde oder „nach den Umständen zu erwarten ist”. Ein allgemeiner Grundsatz dahingehend, dass sämtliche Wege- und Wartezeiten, die über das vereinbarte regelmäßige Arbeitszeitkontingent hinausgehen, zu vergüten wären, besteht nicht.

Was „nach den Umständen zu erwarten ist”, richtet sich u.a. nach der Höhe der regelmäßigen Vergütung des Arbeitnehmers, mit der u.U. ein bestimmter – über das regelmäßige Arbeitszeitkontingent hinausgehender – Zeitaufwand bereits abgegolten ist. Feste Grenzen existieren allerdings nicht. Das BAG hat entschie­den, dass bei überdurchschnittlich vergüteten Angestellten zwei Reisestunden täglich zusätzlich zur vereinbarten Arbeitszeit als nicht gesondert vergütungspflichtig angesehen werden können.

Maßgeblich für die Frage der Vergütungspflicht ist auch, ob über­haupt eine Tätigkeit im Interesse des Arbeitgebers erbracht wird, die nach den Umständen zu vergüten ist. Sofern der Arbeitneh­mer während der Wegezeit – außer des Umstandes, dass er sich passiv in einem Beförderungsmittel befindet –, in seinem Tun frei ist, handelt es sich nach den Umständen nicht um zu vergütende Arbeitszeit. Etwas anderes gilt nach dem BAG dann, wenn der Mitarbeiter ein Fahrzeug auf Weisung des Arbeitgebers selbst lenken muss. Dies bedeutet, dass für den Fall der Reise in einer Gruppe von Personen, von denen nur eine Person das Fahrzeug führt, hinsichtlich der Frage der Vergütung differenziert werden kann.

Von den aufgeführten Grundsätzen kann im Wege von indi­vidual- oder kollektivvertraglichen Regelungen abgewichen werden.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
Papolsen 21.03.2013, 22:23

also ich habe nochmal in meinem Vertrag nach geschaut. Da steht folgendes: ich habe im gesetzlichen Rahmen Mehrarbeit und Überstunden zu leisten, falls nötig. UND: Überstunden werden durch Freizeit Ausgleich abgerechnet. Im Rahmen von Projekttätigkeit geleistete Arbeitsstunden gelten aufgrund der Projekt Zuschläge als abgegolten.

heißt das also ich kann so viele Überstunden machen wie ich will, unvergutet?

0

Du kannst diese Fahrtzeit und vor allem die Übernachtungen zumindest bei der Steuer geltend machen. Die Fahrtzeit ist wahrscheinlich im Rahmen der Projektzuschläge von deinem Chef eingerechnet. Vielleicht noch mal mit ihm darüber reden!

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
ralosaviv 20.03.2013, 23:06

Die Fahrzeit kann man nicht steuerlich geltend machen. Sie spielt bestenfalls eine Rolle bei der Bemessung der Verpflegungsmehraufwendungen.

0

Diese 2x3 Stunden wöchentlich sowie die Kilometer, falls du mit deinem privaten Auto fährst, müssen von deinem Arbeitgeber gezahlt werden.

Aber schau mal genau in deinen Arbeitsvertrag, was da steht.

Kannst die Kosten auch über deinen Jahresausgleich geltend machen.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
Papolsen 20.03.2013, 23:07

Ich fahre mit der Kollegen meistens oder mit kollegen. Aber Ubernahtungen und Fahrtkosten kriege ich ja bezahlt. Die Frage ist ja, ob die Zeit iwie vergütet werden müsste, z.B durh Freizeit am Freitag

0
Papolsen 20.03.2013, 23:10
@Papolsen

Mit der Bahn oder mit Kollegen im Auto(passiv) meinte ich...

0

Was möchtest Du wissen?