Refinanzierung in der Automobilbranche?

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3 Antworten

Fallbeispiel Inzahlungsnahme eines Automobils, aus Sicht des Autohauses / Autohändlers. Ganz vereinfacht ausgedrückt. 

Kunde kommt angedackelt und kauft ein neues Auto. Nett, oder? 

Nun will er aber sein altes Auto in Zahlung geben. Und dafür möchte er tatsächlich etwas bekommen. Nicht nett, oder ? 

Er kauft also einen neuen Ferrari 458, da er ein Sparfuchs ist nimmt er die Basisversion für 194.000 Euro. 

Er gibt seinen Corsa B in Zahlung. Für 2000 Euro. Muss also an das Autohaus 192.000 Euro für seinen neuen Ferrari zahlen. 

Das Autohaus muss / musste  allerdings 194.000 Euro nach Modena überweisen. 

Man hat nun also ein Loch von 2000 Euro in der Kasse. Hat also Erstmal einen Liquiditätsabfluss. Klar, man hat nun den Corsa mit einem Buchwert von 2000 Euro in der Bilanz, trotzdem sind die 2000 Euro Liquide Mittel erstmal futsch. 

Nun kommt ein Fahranfänger mit kleinem Budget und kauft den Corsa. Und da der Autohändler nett ist verkauft er ihm den Corsa. Für 2000 Euro. 

Liquide Mittel sind wieder da, man hat also refinanziert. Eine aktivistische Refinanzierung, genau genommen. 

Kauft nun (erstmal) niemand den Corsa geht möglicherweise der Autohändler hin und nimmt einen Kredit iHv 2000 Euro auf. Möglicherweise schon direkt bei der Inzahlungnahme, da er sein eigenen Vermögen nicht anpacken will. 

Das wäre seine passivistische Refinanzierung. Das allerdings wird wohl von keinem Autohändler getan, da es durch die Zinsen die er zu zahlen eher verlustbehaftet / Gewinn schmälernd wäre ( Er müsste diese Zinsen von seiner Marge beim Verkauf des Corsas bestreiten). Es sei der vollständigkeit halber hier erwähnt. 

Wenn du bei deinem Arbeitgeber auf den Hof gehst, stehen dort eine Menge Autos, zum Verkauf.

Diese gehören ihm entweder (noch) gar nicht, oder er hat die KFZ-Papiere bei seiner Bank als Sicherheit für seinen laufenden Kredit hinterlegt.

Ob man das nun Finanzierung nennt oder Re-Finanzierung, bleibt sich gleich.

Refinanzierung bedeutet in diesem Fall eine Einkaufsfinanzierung für das in Zahlung genommene Fahrzeug. Das Autohaus bekommt also von der Bank den Einkaufspreis bis zum Weiterverkauf zwischen finanziert. Diese Finanzierungen laufen i.d.R. 3 - 6 Monate und das Autohaus zahlt taggenau dafür dann Zinsen. Somit belastet der Fahrzeugeinkauf nicht die finanziellen Mittel für den täglichen Betriebsablauf des Autohauses. Entweder wird das über die Herstellerbank oder aber auch die eigene Hausbank gemacht.

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