Referatsthema: Vorteile am Nationalsozialismus?

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5 Antworten

Es gab die psychologische Wirkung der Besetzung Wiedereinführung der Wehrpflicht und der Besetzung des Ruhrgebietes: Die Menschen hatten nach 1918 das erste Mal wieder das Gefühl, international ernstgenommen zu werden und Souverän im eigenen Land zu sein.

Nach der Phase der Weimarer Republik mit schwieriger Regierungsbildung und x Wahlen könnte man vielleicht - auch wenn das schon ziemlich weit aus dem Fenster gelehnt ist - eine gewisse Stabilität anführen, die durch das Verbot der anderen Parteien und die Gleichschaltungen zustande gekommen ist. Ich könnte mir vorstellen, dass das durchaus auch Investitionen gefördert hat.

Insgesamt: Respekt für die Aufgabenstellung und die Frage hier. Vor allem die Kommentare zu einigen Antworten lassen tief blicken.
Wer sich mit den (auf den ersten Blick) positiven Aspekten einer vergangenen Diktatur nicht beschäftigt, wird eine künftige nicht erkennen oder gar bekämpfen können.

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Eigenartiges Thema...

Was verbirgt sich denn hinter "Infrastruktur"? Entgegen der landläufigen Meinung ist der Autobahnbau keine "Genieidee" Hitlers gewesen, sondern schon von den Vorgängerregierungen verfolgt worden. Dazu hätte es also keiner Nazis bedurft...

Beschäftigungspolitik ist auch kein Vorteil. Die Nazis haben einfach einen Arbeitsdienst eingeführt, Arbeitslose dort zwangsverpflichtet und denen weniger bezahlt, als ihnen zuvor als Arbeitslosengeld zugestanden hätte.

Tierschutz klingt für ein Regime nur nach abartigem Zynismus, das Menschen industriemäßig abschlachten und ihre Leichen verwerten lässt...

Anti-Raucher-Politik. Auch dafür hätte es keiner Nazis bedurft.

Einzig deine Idee, dem NS-Regime noch eine Funktion als abschreckendes Beispiel zukommen zu lassen, ist als "Vorteil" unbestreitbar. :-)

Insgesamt reicht das aber nur für eine 5. Weiter kommst du allenfalls, wenn du diese behaupteten "Vorteile" dekonstruierst und kritisch reflektierst, wie ich das hier andeutungshalber getan habe...

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Kommentar von Silo123
29.06.2016, 13:43

Natürlich! hätte es zu alle dem keiner Nazis bedurft. Daß das Naziregime menschenverachtend und was nicht noch alles war, darüber müssen wir nicht diskutieren.

Und daß gute Ideen letzendlich mißbraucht wurden, auch nicht.

Aber ich meine, daß zum Verstehen der Naziherrschaft auch die positiven Aspekte bzw die Hoffnungen (die die Wähler hatten)  O.k. da ist eine Unterscheidung sinnvoll- herangezogen werden sollten.

Weil ganz nüchtern betrachtet, niemand wählt eine Partei, wo es nur Nachteile gibt. Jede Regierung muß auch etwas positives leisten (oder zumindest versprechen), um gewählt zu werden.

Die positiven Aspekte werden leider auch sonst in der Bewertung viel zu oft außen vor gelassen - auch heute noch.

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Wenn man z.B. die guten Sachen des Assad- Regimes in Syrien, gegenüber den negativen abwägt, kann man durchaus zu für Assad positiven Ergebnissen kommen, ohne gleich Assad zu glorifizieren. Und der Westen macht heute diese Abwägung nicht. Und das ist einer der großen Fehler. Um eine Sache besser zu verstehen, darf man nicht einfach EINEN strikten Maßstab anlegen.

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Und das sollte man auch bei Hitler nicht- auch wenn dieser Mensch echt eine Katastrophe für die Welt war.  Dartüber muß man nicht streiten. Aber , um zu verstehen und auch die teilweise Hitlerbegeisterung zu verstehen, sollte man sich echt mit den Positivaspekten befassen

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Mir fällt da noch Kraft durch Freude ein, Urlaub für die, die es sich sonst nicht leisten konnten.

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Förderung des gesellschaftlichen Engagements. Mein Großvater war z.B. so was wie ein Blockwart, ich weiß nicht, ob es bei ihm so genannt wurde. Und eines weiß ich sicher: Er hat damals seine Aufgabe zum Wohle der Gemeinschaft gesehen und so etwas, wie Blockwartmentalität hatte DER sich nicht. Er sah es schon als Aufgabe, für Ordnung zu sorgen, aber in der Richtung, daß was kaputt war, repariert wurde und so.Er sah dann obendrein den Schutz der Juden in dieser Gemeinschaft als seine Aufgabe- o.k. das dann echt nicht mehr Nationalsozialismuskonform (-;

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Die  Hochhaltung von Kameradschaft- auch wenn das teilweise sehr mißbraucht wurde und sich dann letztendlich gelegentlich sogar gegen den Nationalsozialismus richtete (weil man dann Kameraden gegen den Nationalsozialismus verteidigen mußte)

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Kommentar von atzef
29.06.2016, 12:40

"Blockleiter der NSDAP" ist eine Dienstbezeichnung für die unterste Funktionärsebene gewesen. Dein Opa war also ein Nazi.

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Vorteile am Nationalsozialismus ......... Doch sehr viel gibt es da nicht.

Dem ist nicht viel hinzuzufügen. Höchstens , dass Du mit Deiner Aussage schon übertrieben hast.

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Kommentar von Silo123
29.06.2016, 12:32

Wenn es nicht Vorteile gegeben hätte, wären die nicht so stark geworden.  Und deshalb finde ich , die Vorteile herauszuarbeiten, auch ein lohnendes Thema. Und zwar einfach mal  neutral oder sogar mit rosa Brille.

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Wenn man das nicht tut, wird man nie verstehen, wieso der Nationalsozialismus überhaupt Erfolg haben konnte.

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Über das Gesamtresumee hingegen muß man echt nicht streiten und ja ich kenne Leute, die die Nationalsozialisten sogar ursprünglich gewählt hatten und dann zu vehementen Gegnern wurden, als sie dann sahen, was die noch so anrichteten.

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Und ich finde es beachtlich, daß diese Personen auch später (nach der Entnazifizierung) dazu gestanden sind, die Nazis mal gewählt zu haben. Meine Oma war sogar Mitglied der NSdAP gewesen., ist aber am Ende des Krieges nicht mal als Mitläuferin eingestuft worden. Der Austritt erfolgte noch vor Kriegsbeginn.

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Da gab es den ruinösen Konkurrenzkampf nicht. Für eine Geschäftseröffnung musste ein Bedarf vorliegen. Anderseits gab es Preisvorschriften. Das gab es allerdings auch schon im Kaiserreich! Was mir noch einfällt: Es gab keine Arbeitslosigkeit mehr.

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