Referat archäologie?

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1 Antwort

Das ist ein sehr umfangreiches Thema, das man hier eigentlich nur anreißen kann. Normalerweise spezialisiert man sich in der Archäologie in erster Linie auf eine Epoche und/ oder eine Region, in der man sich mit dem Fundmaterial und übrigen Hinterlassenschaften besonders gut auskennt.

Jede zusätzliche Qualitfikation ist Gold wert und erhöht die Chance, im Fach auch Geld verdienen zu können. Früher waren das ein Stück weit die Nebenfächer im Studium. Eine der harten Lektionen lautet aber auch, daß man in der Archäologie nicht alles wissen und können kann. Gerade alles, was im Labor stattfindet, aber auch vieles, was ein intensives Spezialwissen erfordert, wird daher in der Regel an Spezialisten ausgelagert.

Diese Spezialisten können einerseits Nicht-Archäologen sein, deren Methoden aber auch in der Archäologie angewandt werden können oder hochgradig spezialisierte Archäologen bzw. Archäologen mit Zusatzqualifikation.

In der Feldarchäologie sollte man neben den verschiedenen Dokumentationsmethoden (Zeichnen, Vermessen, diverse Elemente der Grabungstechnik, Befundbestimmung) v.a. datierende Funde und nicht-organisches Material bestimmen können. Ebenso sollte man in der Lage sein, Menschen- und Tierknochen zu unterscheiden und zumindest eine grundlegende Sedimentbestimmung zu machen, auch konservatorisches Grundwissen wäre wünschenswert.

Dinge wie C14-Datierungen oder Dendrochronologie werden an Spezialisten weitergereicht, botanische Reste sollte man zumindest im Hinterkopf behalten, damit man im Fall der Fälle entweder die richtigen Proben entnehmen oder rechtzeitig einen Spezialisten hinzuziehen kann, das gleiche gilt für geologische Proben. Geht es von der Grabung zur Auswertung, werden in der Regel auch für die detaillierte Bestimmung von Knochen Spezialisten, also Archäozoologen und Anthropologen hinzugezogen. Für viele Fundgattungen müssen Restauratoren hinzugezogen werden.

Das heißt nicht, daß ein Archäologe sich nicht zusätzlich in einem oder mehrerer dieser Bereiche fortbilden kann. Allerdings muß man ehrlicherweise auch sagen, daß heute viele Feldarchäologen in nicht-leitender Position oft schon mit der banalen Bestimmung des Fundmaterials Probleme haben, weil an vielen Unis diese Dinge nur kursorisch behandelt werden.


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