Redewendung: eine Ferse ran treten

2 Antworten

"Es wird sich schon eine Ferse rantreten." = Es wird sich schon eine Färse finden lassen. 

Das soll in Franken eine Redensart sein. Bedeutung: Es wird schon alles gut werden. / Es wird schon alles in Ordnung kommen. / Es wird sich schon ein Weg finden, das in Ordnung zu bringen.

Eine Färse ist ein zuchtreifes weibliches Rind von etwa 18 Monaten, deckungsbereit. Den Begriff findet man in der Lutherbibel und auch die Erklärung für die Redensart:

Im Deuteronomium wird eine Färse brutal geopfert, um nach einem Mord alles wieder in Ordnung zu bringen:

[21.1] Wenn man einen Erschlagenen findet in dem Lande, das dir der HERR, dein Gott, geben wird, es einzunehmen, und er liegt auf freiem Felde und man weiß nicht, wer ihn erschlagen hat,
[21.2] so sollen deine Ältesten und Richter hinausgehen und den Weg abmessen von dem Erschlagenen bis zu den umliegenden Städten.
[21.3] Welche Stadt am nächsten liegt, deren Älteste sollen eine Färse nehmen, mit der man noch nicht gearbeitet und die noch nicht am Joch gezogen hat,
[21.4] und sollen sie hinabführen in einen Talgrund, der weder bearbeitet noch besät ist, und dort im Talgrund ihr das Genick brechen.
[21.5] Und die Priester, die Leviten, sollen herzutreten, denn der HERR, dein Gott, hat sie erwählt, daß sie ihm dienen und in seinem Namen segnen, und nach ihrem Urteil sollen alle Sachen und alle Schäden gerichtet werden. (...)

vielleicht ist das eine verdrehte auslegung bezogen auf die "Achillesferse" = Achilles war ein griechischer Gott oder Halbgott (sogenau weiss ich es nicht) , dessen Ferse die verwundbarste Stelle an seinem Körper war...

der Spruch, so wie du ihn kennengelernt hast, soll wohl bedeuten, dass - tritt dir "nur" jemand an die ferse und du kannst noch weitergehen, dann wird schon alles gut werden... (verletzt du sie dir komplett, dann wird es heftig - langer heilungsprozess...)

doch so, wie du den spruch schilderst, habe ich es auch noch nie gehört...

hoffe, es hilft dir weiter, lg

54

Nur zur Info:

Achilles war der Sohn der griechischen Wassergöttin Thetis und die hielt ihren Sohn an der Ferse, als sie ihn in die Wasser des Styx tauchte, weshalb die Ferse nicht benetzt wurde und seine einzige verwundbare Stelle blieb.

Im Prinzip die gleiche Geschichte wie mit Siegfried und dem Lindenblatt.

0

Was möchtest Du wissen?