Reden Physiker von "erneuerbarer" Energie?

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9 Antworten

Jeder, der vom Energieerhaltungssatz schon mal etwas gehört hat, weiß, dass es keine erneuerbare Energie in dem Sinne gibt, was dieses Adjektiv eigentlich nahelegen soll. Es ist einfach nur Augenwäscherei und nichts weiter. Alle Energie, die wir auf der Erde direkt oder indirekt nutzen können, ist schlussendlich von der Existenz und Energieabgabe der Sonne abhängig und so lange diese uns mit Energie versorgen kann, kann man von einer entsprechenden Nachhaltigkeit sprechen, sowohl was direkte Energiegewinnung angeht, wie beispielsweise Windenergie und Solarenergie, als auch indirekt durch Biomasse. 

Allerdings braucht die Sonne im Laufe ihrer Existenz ihren Fusionsbrennstoff auf, was zwar Milliarden von Jahren dauert, aber trotzdem wird da nichts erneuert. Schlussendlich wird sie sich sogar vermutlich aufblähen, was vermutlich dazu führt, dass Merkur von ihr verschluckt wird und Leben auf der Erde nicht mehr möglich sein wird - und das sogar in einigen hundert Millionen Jahren schon. Irgendwann wird sie dann wieder kleiner werden, wenn der Strahlungsdruck der eigenen Schwerkraft nicht mehr gewachsen ist, aber bis dahin werden sicher ein oder zwei Milliarden Jahre vergehen.

Anders ausgedrückt sind manche Energieformen relativ gesehen nachhaltig und aus politischer Sicht sogar erneuerbar, aber aus physikalischer Sicht ist erneuerbare Energie schlussendlich ebenso unmöglich wie ein Perpetuum Mobile.

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wollmaus14 05.02.2016, 15:39

Vielen Dank der Antwort.

Was ich mich noch frage: Diese Plasma-Fusion in Greifswald. Grade im TV als "unerschöpfliche" und saubere Energie gepriesen.

Nach dem E-Erhaltungssatz wäre das nicht auch Unsinn? Es braucht sich doch auch auf (wie bei der Sonne) und ist es nicht sehr ineffizient (Wirkungsgrad)?

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JTKirk2000 06.02.2016, 12:21
@wollmaus14

Was ich mich noch frage: Diese Plasma-Fusion in Greifswald. Grade im TV als "unerschöpfliche" und saubere Energie gepriesen.

Ich wusste gar nicht, dass man an der Uni Greifswald eine Plasma-Fusion erzeugen konnte. Aber hey, ich lasse mich gern eines besseren belehren.

Es mag eine saubere Energiegewinnung in dem Sinne sein, dass keine umwelt- oder gesundheitsschädigenden Rückstände übrig bleiben, aber unerschöpflich ist auch hier ganz sicher nur eine aus politischen Gründen gewählte Bezeichnung.

Genauso könnte man, wenn diese aus heutiger technischer Sicht wirtschaftlich wäre, die Materie-Antimaterie-Reaktion, beispielsweise zur Verwendung von Umweltschadstoffen zur Erzeugung von reiner Energie als eine saubere, ja sogar nachhaltige Energiegewinnung bezeichnen, aber realistisch gesehen wäre selbst diese nicht unerschöpflich, könnte aber dazu beitragen, dass einerseits Energie wesentlich günstiger nutzbar gemacht werden könnte und zudem dem Klimawandel und anderer Umweltschwierigkeiten entgegen wirken würde.

Nach dem E-Erhaltungssatz wäre das nicht auch Unsinn?

Exakt.

Es braucht sich doch auch auf (wie bei der Sonne) und ist es nicht sehr ineffizient (Wirkungsgrad)?

Wie es mit dem Wirkungsgrad aussieht, weiß ich nicht. Bei einem Stern ist es jedoch so, dass abhängig von seiner Masse, dieser fähig sein dürfte, wesentlich komplexere Elemente durch Kernfusion zu erzeugen, als beispielsweise Helium, Sauerstoff oder Kohlenstoff. Das bedeutet, dass er im Laufe der Zeit immer kompakter wird, je nachdem welche Elemente er hauptsächlich aufwendet, um andere durch Kernfusion hervorzubringen.

Vielen Dank übrigens für das Sternchen. :)

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"Erneuerbare Energie" ist natürlich keine sinnvolle Bezeichnung. Was gemeint ist, ist nutzbare Energie (z.B. Elektrizität oder Bewegungsenergie) aus einer Quelle, die nicht aus fossilen Brennstoffen entsteht.

Das Problem mit fossilen Brennstoffen ist nämlich, dass sie endlich sind. Dies ist bei Erdöl am leichtesten zu sehen, weil das aus biologischen Überreste entsteht und Millionen Jahren gebraucht hat, zu entstehen, und in einem geologisch vernachlässigbaren Zeitraum verbraucht wird.

Bei Sonnenenergie kann man ja sicher sein, dass die Sonne uns noch lange (einige Milliarden Jahren) zur Verfügung stehen wird. Dennoch sind auch erneuerbare Energien endlich, weil  Solarzellen, Windkraftwerke usw. eine endliche Lebensdauer haben. Besonders bei Solarzellen ist das kritisch, weil bei der Herstellung und Endsorgung viele Giftstoffe (besonders Arsen und Cadmium) in die Umgebung landen.

Eigentlich kann man sagen, dass es keine Energieerzeugungsform ohne Nachteile gibt.

* Sonnenenergie: Giftmüll

* Windenergie: Nehmen viel Platz weg, selten verfügbar, negative Auswirkungen auf Flugtiere

* Wasserkraft: Stauseen nehmen sehr viel Platz weg, sind nicht sehr umweltverträglich

* Gezeitenkraftwerk: Größerer Einschnitt in die Umwelt, ineffizient

Und aus diesen Quellen lässt sich nur der Wasserkraft an den variablen Bedarf anpassen.

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Wer Ahnung hat spricht heute keineswegs über saubere E-Autors. Denn die E-Autos verbrennen zwar keine Fossilen Brennstoffe, aber die Erzeugung der Elektrizität verlangt nach wie vor nach der Verbrennung von fossilen Brennstoffen (hauptsächlich Kohle).

Die tatsächlich saubere Art Autos anzutreiben sind z.B. die Wasserstoff Autos.

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Zweifellos ist die Bezeichnung "erneuerbare Energien" irreführend. Sie steht für Energiequellen, die im überschaubaren Zeithorizont unerschöpflich sind.

Das Elektroauto stellt aufgrund der zahlreichen Energiewandlungen und Energietransporte - "Well-to-Wheel" gerechnet, von der Quelle zum Rad - tatsächlich eine große Verschwendung fossiler Brennstoffe dar. Da der Schadstoffausstoss weg von den räumlich weit verstreuten Fahrzeugen auf die Kraftwerke in den Innenstädten konzentriert wird, wird mit den Elektroautos auch die Luft in den Metropolen verpestet.

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Erneuerbare (bzw. regenerative) Energie sind Begriffe, die nur als Fachbegriff Sinn machen.

Noch mehr Verwirrung können Worte stiften, die als Element einer Fachsprache völlig andere Semantik haben als als Element der Umgangssprache.

Tatsache aber ist: Da Wissenschaftler sich präziser auszudrücken haben als jemand der einfach nur Umgangssprache nutzen möchte, muss es all diese Sprachvarianten geben. 

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Es geht um einen höheren Wirkungsgrad und weniger Ausstoß von Wärmeenergie. Der Name kommt von den nachwachsenden (erneuerbaren) Ressourcen die dazu verwendet werden. Wie Holz, Sonnenlicht, Wind. Anders als normale Kraftwerke die mit Steinkohle oder Uran, also nicht nachwachsenden Ressourcen.

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wollmaus14 03.02.2016, 23:22

Hm, ich möchts ja auch warm haben, als Warmblüter^

Alles was wir haben in Form gebundener Energie (Öl, Kohle z.B.) geht doch primär auf die Sonne zurück?

Ginge die Sonne hops, wären wir da nicht bald am Ende mit "Erneuern"?

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Kampfkeks300 03.02.2016, 23:26
@wollmaus14

Wenn die Sonne hops ging, dann wird nicht nur mit Ressourcen Schluss mit erneuern sein sondern auch mit uns xD...und nein ich glaube du willst keine Erderwärmung...den es wirf nicht wärmer sondern windiger, nasser und da die Nordpolkappen schmelzen und das ganze kalte Wasser nach Deutschland geschippert kommt wir es soger kälter.

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Nein da hast du recht. Energie kann man nicht erneurn. Theoretisch kann man es nicht mal herstellen. Man kann Energien NUR wandeln. Z.B. von Wärmeenergie nach elektrische Energie.

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erneuerbar bedeutet in diesem Fall, dass die Energiequelle nicht aufgebraucht wird bzw. ohne menschliches Zutun "läuft".. der Wind bläst immer im Jahr,ganz ohne menschliches Zutun ;)

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wollmaus14 03.02.2016, 23:19

Ähh, der Wind bliese doch ohne die Sonne nicht...ist das nicht die Hauptenergiequelle? Und all das, was gespeichert ist (in Pflanzen und co.) wird umgewandelt oder aufgebraucht?

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dreamerdk 03.02.2016, 23:24
@wollmaus14

es wird niemals Energie aufgebraucht, sondern umgewandelt (auch wenn in der E-Technik frecherweise der Widerstand als "Verbraucher" bezeichnet wird^^).. es ist völlig egal, was die Hauptenergiequelle ist.. Fakt ist: Der Wind und auch das Sonnenlicht sind immer da und diese Energie kann sofort genutzt werden. Wenn man andere Energieformen nutzen möchte, muss man selbst etwas dazu beitragen (z.B. Kernspaltung, mechanischen Antrieb für Generator zur Verfügung stellen etc.)

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Der Begriff "erneuerbare Energien" bezeichnet Formen der Energieumwandlung (ugs: "Energiegewinnung"), deren Grundlage sich auf der Erde relativ schnell (schneller als Millionen Jahre wie bei Fossilen Brennstoffen) regeneriert.

(Außer bei Gezeitenkraftwerken ist die Grundlage immer die Sonne.)

Umganssprachliche Begriffe wie "Energieverbrauch" haben nichts mit dem physikalischen Verständnis und dem Energieerhaltungssatz zu tun.

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