Rechtsschutzversicherung zahlt bei Kündigung nur einen Teil der Anwaltskosten?

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Ich bin der Meinung, dass die DAS eintreten muss und zwar für das gesamte Verfahren. Es liegt nämlich ein Rechtsverstoß vor. Der ist gegeben durch die kurze Bedenkzeit und der Androhung einer Kündigung. Einen Aufhebungsvertrag mit einer Drohung zu erzwingen, verstößt gegen das Arbeits- und Tarifrecht. Das sollte die DAS wissen.

Es bedarf nicht nur der Kündigung, um einen kostenpflichtigen Rechtsschutzfall  auszulösen. Ein Verstoß gegen das Arbeitsrecht reicht.

Wenn der Anwalt der Einschränkung des Rechtsschutzes nicht widersprochen hat , weil er mangelhafte Kenntnisse  in den ARB besitzt (die wenigsten Anwälte haben gute Kenntnisse im Bedingungswerk), dann sollte er seine Berufshaftpflichtversicherung unterrichten und für die Auseinandersetzung mit ihm müsste DAS auch Rechtsschutz gewähren.

Hey Buerger. Danke für deine Antwort. Wie würdest du den hier nun an meiner Stelle handeln? Der Anwalt stellt sich quer und hat keine Lust sich um mein Anliegen zu kümmern. Er meint ihm "sei das zu theoretisch" und er will sich keine Zeit dafür nehmen. Und das bei einem Studenlohn von 400-500 EUR! Meinst du es hilft der Rechtsschutzversicherung einfach mal den Fall zu schildern? Ansonsten bin ich echt ratlos.

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@MrSebbi1986

Ich würde der DAS den Fall schriftlich schildern. Sie können sich ruhig meiner Antwort bedienen. Machen Sie es nicht fernmündlich. Die drehen Ihnen das Wort im Hals rum. Verlangen Sie bitte auch eine schriftliche Antwort.

Sie sollten aber auch denjenigen, der Ihnen den Vertrag vermittelt hat, mit ins Boot holen.

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@Buerger41

Das hört sich wirklich nach einem Plan an :)! Dann muss ich wohl erstmal die Kosten für den Anwalt vorstrecken?

Das würde ja heißen, dass ich die Sache erstmal mit meinem - sehr netten und bestimmt hilfsbereiten - Versicherungsmakler bespreche und dann den Fall schriftlich der DAS (bzw. ERGO) schildere?

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@MrSebbi1986

Haben Sie einen Versicherungsmakler oder ist es ein Vertreter der Ergo? Aber wie dem auch sei, holen Sie ihn ins Boot.

Den Anwalt würde ich bitten, Ihnen noch etwas Zeit zu geben. Es ist auch in seinem Interesse, dass mit dem Rechtsschutzversicherer die Eintrittspflicht geklärt wird. Er will ja schließlich weiterhin freie Mandate vom Versicherer erhalten.

Machen Sie bitte alles schriftlich. Ein gesprochenes Wort kann man nicht belegen.

Stören Sie sich auch nicht an der Gebührennote des Anwalts. Diese richtet sich nach dem Streitwert. Bei Kündigungen beträgt der Streitwert mindestens 3 Bruttomonatsgehälter.

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@Buerger41

Hi Buerger! Ich habe einen Versicherungsmakler,d. h. niemandem direkt von der ERGO. Werde morgen mal mit ihm sprechen und danach meinen Anwalt schriftlich um darum bitten zunächst alles nötige mit der Rechtsschutzversicherung zu klären. Meinen Sie er lässt sich darauf ein? Ich denke ja, dass eine solche schriftliche Klärung durchaus eine Weile dauern kann. Haben Sie einen Tipp für mich wie ich hier am Besten vor ihm argumentiere?

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@MrSebbi1986

Ich würde dem Anwalt darlegen, dass es im beiderseitigen Interesse ist, hier eine einvernehmliche Klärung herbeizuführen und Sie ein streitiges Verfahren nicht anstreben. Da denke ich schon, dass er Ihnen einen Zahlungsaufschub zubilligt.

Ich glaube nicht, dass es sich lange hinzieht. Die DAS schiebt nichts auf die lange Bank.

Ihnen kann ich nur raten, bleiben Sie sachlich aber bestimmt.

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Vielen Dank für die Auszeichnung.

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@Buerger41

Sehr, sehr gerne. Die Versicherung hat aus Kulanz tatsächlich gezahlt :).

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@MrSebbi1986

Vielen Dank für die Rückmeldung. Es freut mich, dass Sie Erfolg hatten.

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"Der besagte Anwalt meinte im Beratungsgespräch auch zu mir, dass für
eine Rechtsschutzversicherung ein Rechtsverstoß vorliegen muss, damit
sie auch bezahlt. Aber durch #1 sollte das gegeben sein."

Genau das ist das Problem, es liegt nämlich kein Rechtsverstoß vor. Das wäre ggf. eine Kündigung, Deine wurde jedoch nur "angedroht". Tarife die auch für anwaltliche Tätigkeiten bez. Aufhebungsverträge leisten , haben häufig hier eine Deckelung, so offenbar bei Dir auch (500 Euro).

Hi Dolphin. Die Kündigung wurde auch ausgesprochen. Der Anwalt hat dann die Konditionen des Abwicklungsvertrags verhandelt.

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Klingt, als hätte der Anwalt vergessen eine  Deckungszusage für den kompletten Fall einzuholen. Dann zahlt die Rechtschutzversicherung auch nicht mehr als du mit ihnen abgesprochen hast.

Frag den Anwalt mal, ob er sich eine Deckungszusage geholt hat. Wenn er verneint, dann frage, warum er denkt, dass du sein Versäumnis ausgleichen sollst.

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