Rechtslage bei Einhandmessern (Taschenmesser) - bis zu wie viel cm Klinge darf man mitführen?

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7 Antworten

Man beachte die fett gedruckte Passage:

2.1 Messer mit einhändig feststellbarer Klinge

Dem Führungsverbot unterliegenden "Messer mit einhändig feststellbarer Klinge". Das umfasst alle Klappmesser, deren Klingen (unabhängig von der Klingenlänge) mit nur einer Hand geöffnet werden können, und bei denen zum Einklappen der Klingen eine mechanische Sperrvorrichtung gelöst werden muss. Die Verriegelung verhindert das unbeabsichtigte Einklappen der geöffneten Klinge und schützt dadurch den Benutzer vor Verletzungen.

Die am weitesten verbreiteten Öffnungsmechanismen sind:

* Daumenpin oder Daumenstift, ein seitlich an der Klinge angebrachter Metallstift, mittels dem man mit dem Daumen die Klinge öffnen kann
* Daumenloch oder Öffnungsloch, ein in die Klinge gebohrtes Loch oder eine Ausfräsung, in die man mit dem Daumen greifen kann
* Flipper, aus den Messergriffen herausstehende und mit der Klingenachse verbundene Öffnungshebel
* Federmechanismen wie sie bei Automatikmessern (Springmessern) zu finden sind
* Federunterstützte Öffnungsmechanismen, so genannte „Assisted-Opening“ Systeme

Die bekanntesten Beispiele für Arretierungen sind Linerlock, Framelock, Backlock und Axis Lock.

Im Folgenden werden diese Messer "Einhandmesser" genannt.

Neben diesen, dem Führungsverbot unterliegenden "Einhandmessern" sind auch Messer im Handel, die zwar mit einer Hand geöffnet werden können, die aber nicht verriegeln, bei denen also zum Einklappen der Klinge keine mechanische Sperrvorrichtung gelöst werden muss. Diese Messer fallen nicht unter das Führungsverbot. Insbesondere sind dies alle Messer, deren Klinge nur durch eine Feder in der geöffneten Position gehalten wird, und bei denen zum Schließen lediglich die Federkraft überwunden werden muss. Diese Messerklingen gelten als nicht feststellbar.

Ebenso sind solche Messer keine "Einhandmesser“ im Sinne des Gesetzes, deren Klinge zwar arretiert, die aber mit beiden Händen geöffnet werden muss (Typisches Beispiel: Buck 110 Folding Hunter, Backlockmesser mit einer Fingernagelrille in der Klinge).

Logischerweise unterliegen auch Klappmesser, die keine der im Gesetz genannten Eigenschaften besitzen, die also weder feststellbar, noch mit einer Hand zu öffnen sind, nicht dem Führungsverbot. Typische Vertreter hiefür sind die klassischen Schweizer Messer, deren Klinge mittels eine Fingernagelrille geöffnet und nur durch Federkraft in der geöffneten Position gehalten wird (sogenannte SlipJoints).

Ein Einhandmesser darf man gar nicht mitführen. Außer man braucht es z.B. wegen seines Berufes o.ä.

Auszug:

§ 42a Verbot des Führens von Anscheinswaffen und bestimmten tragbaren Gegenständen

(1) Es ist verboten

1.Anscheinswaffen,

2.Hieb- und Stoßwaffen nach Anlage 1 Abschnitt 1 Unterabschnitt 2 Nr. 1.1 oder

3.Messer mit einhändig feststellbarer Klinge (Einhandmesser) oder feststehende Messer mit einer Klingenlänge über 12 cm zu führen.

Kurz gesagt: Einhandmesser (egal welche Klingenlänge!) = Führverbot (in Deutschland)

Auch Cuttermesser sind Einhandmesser.

Die bisherigen Antworten lassen mich erschauern!!!!!!!!!! Jetzt kommt zu dem Schwachsinn mit der Handbreite noch die Scheckkarte dazu - ich bin mal gespannt wie das getoppt wird.

Der Gesetzgeber gibt für Einhandmesser keine Klingenlänge vor. Führen darfst du diese Messer sowieso nur wenn du ein berechtigtes Interesse dazu hast, wie z. B. Jäger, Angler, Leute die in den Wald gehen und sich durch's Unterholz schlagen müssen... . Ab einer bestimmten Länge macht's aber auch eh keinen Sinn mehr.

§ 42a Waffengesetz: Verbot des Führens von Anscheinswaffen und bestimmten tragbaren Gegenständen

(1) Es ist verboten 1. Anscheinswaffen, 2. Hieb- und Stoßwaffen nach Anlage 1 Abschnitt 1 Unterabschnitt 2 Nr. 1.1 oder 3. Messer mit einhändig feststellbarer Klinge (Einhandmesser) oder feststehende Messer mit einer Klingenlänge über 12cm zu führen. Sobald der Gegenstand ein (egal welches) Verbotsmerkmal besitzt, ist das Führen verboten.

Die Klingenlänge darf die Länge einer normalen Scheckkarte nicht überschreiten. (Eselsbrücke) Genaueres steht im Waffengesetz, hier im Anhang.

Scheckkarte? Haarsträubend!!!

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@Monsterschaf

Darf ich mal fragen, von wem diese "Eselsbrücke" stammt? Von Dir selbst? In diesem Fall wäre der Begriff mehr als zutreffend. Scheckkarte... ich glaub es gar nicht.

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Nomen est omen??? Antwort ist nämlich Schotter!

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