Rechtslage bei einem Gefängnisausbruch?

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4 Antworten

Eine Flucht - egal ob direkt aus dem Gefängnis oder aus einem Gefangenentransport, oder aber auch ein bloßes Nichtantreten zum Haftantritt - ist nicht strafbar. Es macht also überhaupt keinen Unterschied, ob der Häftling jetzt in der JVA einen Anfall vortäuscht und dann aus dem Gefangenentransport flieht oder ob er direkt aus der Anstalt flieht. Genauso wenig wäre es strafbar, wenn ein rechtskräftig Verurteilter seine Haftstrafe schlicht nicht antritt, obwohl er dazu geladen wurde (nicht jede Haftstrafe wird direkt im Anzug an die Gerichtsverhandlung vollstreckt).

Auch ist es nicht strafbar, nach einem Hafturlaub oder Freigang nicht wieder in der JVA zu erscheinen. Das alles hast du so aber ja auch schon selbst festgestellt.

Das Wort "Ausbruch" gibt es juristisch nicht im Sinne einer Differenzierung, ob etwas strafbar ist oder ob nicht. Es gilt: Die Flucht ist an sich nicht strafbar.

Wer flieht, wird aber wohl in den meisten Fällen die Chance verwirken, schon vor Ablauf der regulären Haftzeit entlassen zu werden. Er muss also keine längere Strafe verbüßen als die, zu der er verurteilt wurde. Er wird nur wahrscheinlich nicht unbedingt vorzeitig entlassen werden (wie es sonst in einigen Fällen üblich ist).

Jetzt kann es natürlich sein, dass auf der Flucht weitere Straftaten begangen werden. Diese werden dann - unabhängig, wie sie mit der Flucht zusammenhängen, ob sie in der JVA oder außerhalb begangen werden - wieder neu strafrechtlich verfolgt. Und wegen dieser Straftaten kann dann eine neue Verurteilung ergehen - diese kommt auf die Strafe des Verurteilten einfach noch drauf. Die neue Strafe hat aber mit der alten Strafe nichts mehr zu tun.

Also: Der Ausbrecher wird nicht anders gestellt als jeder andere, der sich in Freiheit befindet: Begeht er eine Straftat, so wird er für diese bestraft. Ob er die Straftat auf seiner Flucht, im Knast oder sonstwo begeht, ist unerheblich. Wichtig ist nur, dass die Flucht an sich nicht strafbar ist - jede dabei begangene Straftat aber selbstverständlich schon.

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Auch der "Ausbruch" ist nicht strafbar.

Wenn jemand aus dem Gefängnis flieht, ist es nicht strafbar.

Sägt er die Gitterstäbe durch, ist es Sachbeschädigung.

Schlägt er einen Justizbediensteten nieder, ist es Körperverletzung.

Tötet er jemand, ist es Totschlag.

Diese Straftaten sind Straftaten, egal ob jemand aus dem Gefängnis ausbricht oder nicht.

Die Folgen sind, dass er für eventuelle Straftaten die er bei der Flucht begeht bestraft wird, und dass sich somit der Knastaufenthalt verlängert.

Zudem verstößt "Ausbrechen" gegen die Hausordnung der JVA und zieht disziplinarische Maßnahmen nach sich, wie den Entzug von Vergünstigungen.

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Wie Du schon richtig sagtest, kann man für eine Flucht nicht erneut verurteilt werden, egal ob es im Gefängnis ist oder bei einem Transport. Aber man kann Dir quasi trotzdem eine Verlängerung andrehen. Indem Du keine frühzeitige Entlassung bekommst. Und Besuche streichen usw. .

Anders sieht es natürlich aus, wenn man etwas beschädigt, dann kann man dafür erneut verurteilt werden.

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Der "anfall" und der transport aus dem gefängnisgelände heraus ändert nichts an der tatsache, dass er unter freiheitsentzug steht und ein häftling ist...jeder versuch einer von einem richter verhängten freiheitsstrafe zu entfliehen (aus dem gericht/aus dem gefangene transport/oder eben bei einem krankhaustransport)ist ab der inkrafttretung des urteils ein fluchtversuch...wird dabei gewalt angewendet ist es auch ein ausbruch und die gewalttat wird zusätzlich bestraft

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