Rechtschreibung: Wäre der "Task-Manager" im Deutschen wirklich "Taskmanager" zu schreiben?

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1. ist das ein englisches Wort. Jeder Sprecher und Schreiber weiß das. Sonst müssten wir uns bei der Schreibung des Wortes (Wörter sind zunächst einmal Lautgebilde) ein "Task Mennedjer" abwürgen. Und selbst dann stimmt es nicht genau, weil die Laute im Englischen und Deutschen nicht ganz identisch sind. Ich halte es für etwas fragwürdig, deutsche Rechtschreibung auf englische Wörter anzuwenden, solange wir ein Wort offensichtlich (eigentlich ja -hörbar, aber egal) englisch sprechen.

2. hast du im Deutschen immer die Möglichkeit, ein zusammengesetztes Wort auch mit Bindestrich zu schreiben. Das ist eigentlich der Deutlichkeit vorbehalten (bei langen Wörtern, bei Wörtern, die Elemente aus zwei oder mehr Sprachen enthalten, zur Betonung eines Aspekts usw.), aber generell nicht falsch.

Bei der Zusammenschreibung im Deutschen ist es so, dass in der Regel der erste Bestandteil ein Attribut des zweiten ist, das heißt, er erläutert den zweiten näher (Weihnacht, Geburtstag, Rechtschreibreform). Die Betonung liegt dann auf dem Attribut. Beim Task Manager "höre" ich beide Bestandteile betont, was für eine Bindestrichschreibung spräche.

Ich persönlich schreibe die meisten englischen Begriffe englisch (wie ich sie auch spreche), das heißt also getrennt, nur groß, weil im Deutschen Substantive großgeschrieben werden. Will ich sie aus der deutschen Schreibung herausnehmen, schreibe ich sie kursiv, dann in der Regel klein. Das hat sich in ethnologischen Schriften durchgesetzt, wo es viele Begriffe gibt, die nicht übersetzbar sind, weil sie keine Entsprechung in der Sprache der Autoren haben, und ist auch die gängige Methode in Verlagen.

Na gut, aber für richtige Artikel oder so muss man ja schon eine genormte Variante finden ^^

Dass die Rechtschreibung nicht anhand der Aussprache neu definiert wird, halte ich sowieso für evident - siehe nur den Chauffeur oder Computer ...

Beim Task-Manager sehe ich aber den selben attributiven Zusammenhang: So, wie beim Aufgabenverwalter ein Verwalter sich mit Aufgaben befasst, befasst sich der Manager mit Tasks.

Na, dann werde ich wohl bei der Bindestrichvariante verbleiben müssen ...

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@KnorxyThieus

Tja, die Frage ist ja auch, wie denn die Norm aussehen soll ... (Und wer sie aufstellt natürlich.) Jeder Verlag hat seine eigenen Schreibregelungen, die "irgendwie" im Einklang mit der Reform stehen. Und die Neudefinition nach einer eingedeutschen Variante hat ja tatsächlich stattgefunden. Nur haben sich Schreibungen wie "Portmonee" oder "Majonäse" nicht durchgesetzt. (Natürlich fallen mir jetzt die grausigsten Neuerungen nicht ein ...)

Wo die User (hehe) den Begriff mit seiner englischen Gestalt ineins setzen, weil sie ebendiese ständig vor Augen haben, wirkt die neue Schreibung befremdlich (und nebenbei überflüssig, da die User sich des sprachlichen Hintergrunds bewusst sind; heutzutage sind wir in bestimmtem Maße alle mehrsprachig). Das ist auch eine Frage der Definitionsmacht, welche sich die Sprachreformer da angeeignet haben.

In "richtigen Artikeln" oder Büchern werden englische Fachbegriffe deshalb eher englisch geschrieben. Vor der Rechtschreibreform ohnehin, aber wenn du dir mal ein Wirtschaftsbuch anguckst, wirst du da auch jetzt noch den Investment Manager finden und Change Management, Risk Management und Business Services, Arrangement Fee (zusammengeschrieben klänge das auch eher nach Fantasy ...), Due Diligence und Shareholder Value. Zusammengeschrieben sieht das alles seltsam aus und ergibt auch einen abstrusen Bruch zwischen der englischen Aussprache und der deutschen Schreibung.

Das erinnert mich immer an meinen Vater, wenn er sagte, er spreche "Neff Jork" deutsch aus ... Die Sache ist, dass die Stadt "New York" heißt und die englische Schreibung für uns nicht die Laute ergibt, die wir zu hören glauben. Die deutsche aber auch nicht. Entsprechend entsprechen die Eindeutschungen auch eher selten der Aussprache der Wörter. "Litschi" klingt eher nach 'ner neuen Eissorte für Kinder und hat mit der Aussprache der Frucht Lichee nicht mehr viel zu tun, weil sie die Intonation des Wortes total verändert..

Eigentlich ist diese eingedeutschte Schreibung, die die neue Rechtschreibung vorgeben will, etwas für Leute, die mit der Materie nichts zu tun haben. Profis würden die gar nicht verwenden, weil sie mit den Begriffen über die englischen Quellen vertraut sind. Die haben sich in den Medien überhaupt nur eingebürgert, weil viele Leser glauben gemacht werden, dass die "deutsche" Schreibung "richtig" sei und alle anderen falsch, und die Verlage dann inkompetent aussähen. Also wird sie gelegentlich zähneknirschend angewendet. In Fachbüchern wird trotzdem in der Regel englische Schreibung für englische Begriffe verwendet. (Der Duden berücksichtigt das unter dem Schlagwort "fachsprachlich".)

Btw., "Tasks" ist natürlich ein englischer Plural ... :D

Übrigens, da du in deiner Frage "so genanntes" schreibst: Verwendest du noch einen Duden von 2001? Die neueren Duden (bzw. Versionen der Rechtschreibreform) haben einige Veränderungen vorgenommen, du solltest eigentlich keinen vor 2006 mehr verwenden. Auch seitdem gibt es noch einige kleinere Veränderungen, aber die letzte umfassende hat 2006 stattgefunden.

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@Thelema

Okay, von der Eindeutschung hat dann wohl jeder seine eigenen Vorstellungen ^^

Nur haben sich Schreibungen wie "Portmonee" oder "Majonäse" nicht durchgesetzt. (Natürlich fallen mir jetzt die grausigsten Neuerungen nicht ein ...)

Ich fand es immer schade, dass der Schofför wieder gestrichen wurde - man konnte steife Deutschlehrer früher immer so wunderbar damit aufregen! :D
(PS: Ist übrigens interessant, dass verschiedene Rechtschreibkorrekturdienste im Netz einhellig diese Schreibung billigen, welche nicht mehr im Wörterbuch steht.)

"so genannt": Ich weiß, dass man das eigentlich zusammenschreibt. In orthografischen Fragen wende ich fast ausschließlich an die Weboberfläche des Dudens, in meinem Bücherregal steht nichtsdestoweniger die sechsundzwanzigste Ausgabe des Druckwerks.
Im vorhandenen Kontext habe ich mich oben aber für die Schreibung "[Microsofts] so genanntes Produkt" anstatt "[Microsofts] sogenanntes Produkt" entschieden, um den Zusammenhang zur Vokabel "Task Manager" herzustellen, anstatt das Wesen jener Software als Produkt in kritisch-lästerlicher Weise infrage zu stellen. ;-)

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Task Mennedjer

Naja... "Tahssk Mennedscha" passt mMn. besser...

Haupsächlich, weil es den "DJ"-Laut als solchen im Deutschen nicht gibt... (Siehe auch "Djungel" vs. "Dschungel")

Des weiteren ist das "a" in "Task" eher langl, während das "s" eher kurz ist...

Der einzige (nennen wirs mal so) "Fehler" in einer ansonsten (soweit in diesem Universum möglich) perfekten Antwort (bezogen auf die gestellte Frage natürlich...). ;)

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@Isendrak

Ach, nennen wir's mal nicht so. :P

Auf "Tahsk"/"Taask" würde ich mich mit dir einigen. Ich kenne aber niemanden, der tatsächlich "dsch" spricht. Sprich's mal langsam, da höre ich (jedenfalls bei mir) kein "sch". Ich hab das jetzt mal ein bisschen probiert, und da kommt entweder "dj" bei raus oder "tsch". Ich erkläre das also mal für eine phonetische Unmöglichkeit. "Dschungel" mit "sch" gesprochen klingt für mich auch eher wie Frantsch ("Appartemang").

(Phonetik sagt nebenbei [ʒ], "sch" wäre [​ʃ])

Nach Rücksprache mit meinen Lehrbüchern gibt es im Deutschen kein dɟ/ɟ, aber das ist für unseren Fall auch nicht von Belang, da wir es mit einem englischen Wort zu tun haben. ;-) Du würdest den französischen Namen "Jacques" ja auch nicht "Schack" aussprechen. (Nehme ich mal an ...)

Das Standard-a (phonetisch [a] wie in "Kamm") würde ich für "Manager" nicht verwenden, außer in Berlin natürlich. Eigentlich ist das ein Schwa (Zentralvokal, hier zwischen o und a verortet), das im Deutschen orthographisch in der *hüstel* -er-Endung realisiert ist (Muster, Laster, Zaster. :D Phonetisch also [ˈmɛnɪʤɐ] lt. Wiktionary; ich würde allerdings [ˈmɛnɛʤɐ] schreiben ...

Das zu meinem Englisch. :(

Perfekt ist übrigens irgendwie schrecklich ...

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Tatsächlich werden im Deutschen zusammengesetzte Wörter zusammen geschrieben. "Taskmanager" ist zwar kein ursprünlich deutsches Wort, wird aber durch den häufigen Gebrauch mehr und mehr zum Lehnwort, weshalb der Dudenvorschlag korrekt ist. 

Microsoft hat je keinen Vertrag mit Duden, gefälligst dessen Rechtschreibung anzuwenden, und in den Knast kommt auch niemand, der die Gesetze der Orthographie bricht.

Also hieße es korrekt tatsächlich:

  • Die Googledrivesicherung?
  • Der Doabarrelrolltrick?
  • Das Windowslivesecurityessentialssupportende?

Seltsam, das kannte ich bisher ganz anders ... :/

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@KnorxyThieus

Ab einer bestimmten Länge wird von der Zusammenschreibung abgesehen, einfach weil zu lange Wörter unübersichtlich sein können. Die Bindestrichvarianten sind ein Kompromiss, der der geringen Lesefähigkeit einiger Leser Rechnung trägt. Du kannst aber sicher selber im Duden nachschauen, welche Rechtschreibvorschläge dort für deine Wörter gemacht werden.


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@Schuhu

Ah, ich habe gerade doch noch etwas im Netz dazu gefunden: http://www.duden.de/sprachwissen/rechtschreibregeln/bindestrich

Vgl. Regel 26: Dort wird unter anderem angeführt, dass das französische Wort Latte macchiato nicht zum Lattemachiatoglas, sondern zum Latte-macchiato-Glas wird. Auf das englische Wort Task Manager (groß, weil Eigenname) übertragen müsste das doch heißen, dass die deutsche Schreibweise Task Manager bliebe wie beim Latte? Oder wiegt die von Microsoft eingeführte deutsche Schreibung hier stärker?

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@KnorxyThieus

Wie gesagt bzw. geschrieben, werden Orthographieirrtümer nicht geahndet, so dass du letztlich entscheiden kannst, wie und was du schreibst. Auch ausgeführt habe ich, dass die Bindestrichvariante angewendet werden kann, wenn das Wort sonst zu unübersichtlich wird. Wenn du Taskmanager unübersichtlich findest, schlag dem Duden ein Schnippchen und schreib Task-Manager oder task manager - ganz nach Belieben.

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@Schuhu

Ich bin durchaus bestrebt, mich an die gängigen Rechtschreibkonventionen zu halten - sonst hätte ich diese Frage wohl kaum gestellt. :)

Und wie wäre denn die Kleinschreibung zu rechtfertigen? Selbst im englischen Original werden Eigennamen wie dieser großgeschrieben!

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@KnorxyThieus

Falschschreibungen muss man nicht rechtfertigen. Denn Rechtschreibvorschriften sind keine ehernen Gesetze, sonst wäre ein Gutteil der hier Teilnehmenden hinter Gittern oder in der Orthographiekorrekturanstalt.

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@Schuhu

Andersherum: Scherte sich niemand um korrekte Orthografie, so bestünde kein Bedarf an einer einheitlichen Rechtschreibregelung. Wenn es gegen deine ethischen Grundsätze verstößt, mir mit weiterem orthografischen Rat auszuhelfen, so möchte ich dich doch bitten, keine weiteren Versuche zu unternehmen, mich von meinem Vorhaben den Rechtschreibregeln zu entsprechen, abzubringen.

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@KnorxyThieus

Dann verstehe ich deine Frage nicht mehr. Die gültigen Rechtschreibregeln werden im Duden veröffentlicht. Somit weißt du, wie Taskmanager im Deutschen geschrieben wird. Da muss ich dir doch gar nichts raten: Du möchtest nach den gültigen Regeln schreiben, also tus. Wenn Microsoft das nicht möchte, dann können die es doch lassen. Im Leben würde ich nicht versuchen, einen Richtigschreiber von seinem ethisch hochwertigen Weg abzubringen.

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@Schuhu

Ich bin mir nun einmal nicht sicher, wie ich die dudenschen Rechtschreibregeln richtig auszulegen habe: Zu den höchsten Gunsten der Wahrung von Eigennamen (Task-Manager) oder zu denen der vorgegebenen Wege zur Eindeutschung (Task Manager)?

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Naaa... würde da wenn man ihn übersetzt doch eher "Anwendungsverwalter" nennen.


Nun ja, tatsächlich versteht hierunter allerdings kaum ein ITler (btw: Schreibt man "ITler" = IT-Leute so?) das, was gemeint ist. Fachsprache muss sich doch auch eindeutschen lassen ...

Das Problem scheint mir auch zu sein, dass es sich hierbei um einen rechtschreiblich falschen Eigennamen zu handeln scheint. :(

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@KnorxyThieus

Sehe es auch so, das es eigtl. ein Eigenname ist.

Wobei wenn du es mal beim "googleübersetzer" versuchst wäre es im englischen "Task manager" und im deutschen "Taskmanager"

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@SvenWolf89

Also Google Übersetzer wäre ja wohl so ziemlich der letzte, den ich nach einer Orthografie befragen würde ... ^^

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