Rechtsanwalt wegen 15 Euro?

8 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

§ 269 Abs. 1 BGB:

"Ist ein Ort für die Leistung weder bestimmt noch aus den Umständen, insbesondere aus der Natur des Schuldverhältnisses, zu entnehmen, so hat die Leistung an dem Orte zu erfolgen, an welchem der Schuldner zur Zeit der Entstehung des Schuldverhältnisses seinen Wohnsitz hatte."

Das heißt auf deutsch: Deine Verpflichtung zur Leistung (= Übereignung der Ware an den Käufer) ist erst dann erfolgt, wenn die Ware beim Käufer eingeht. Das musst du im Zweifelsfall beweisen. Kannst du es nicht, hast du auch keinen Zahlungsanspruch. M.a.W.: Solange nicht nachweisbar ist, dass die Ware beim Käufer eingegangen ist und der Käufer das bestreitet, ist er im Recht und kann vom Vertrag zurücktreten, weil du nicht geleistet hast (§ 323 Abs. 1 BGB). Tritt er aber zurück, kann er auch den gezahlten Kaufpreis zurückfordern (§ 346 Abs. 1 BGB).

1.Im Zweifel bist du nur dann auf der sicheren Seite, wenn du nachweisen kannst, dass du die Sache tatsächlich versandt hast. Zum Beispiel durch einen Zeugen, der gesehen hat, dass du die Sache verpackt, frankiert und in einen Briefkasten eingeworfen hast.

2.Auf der anderen Seite trägst du bei Geschäften unter Privatleuten als Verkäuferin kein Versandrisiko, dieses geht mit dem, Einwurf der Warensendung in den Briefkasten auf den Käufer über.

3.Denn dieser hatte die Qual der Wahl, ob er den Verlust der Waren versichern möchte, oder nicht.

4.Fazit: Wenn du nachweisen kannst, die Lieferung ordnungsgemäß aufgegeben zu haben, kann dir niemand etwas, denn du hast im Übrigen alles richtig gemacht und beide Versandarten angeboten. Ansonsten macht es Sinn, sich mit dem Käufer zu einigen. Mann kann ähnlich gelagerte Fälle auch googeln, das Problem taucht immer wieder mal auf.

Achja, noch was dazu. hast du in der Beschreibung dazu geschrieben dass es nicht versichert ist? wenn ja, wurde er informiert und ist selber schuld.

Was möchtest Du wissen?