Lohnt es sich überhaupt noch, mit dem Jurastudium anzufangen, oder ist die Zahl der bisher berufstätigen Rechtsanwälte eher gesunken?

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8 Antworten

Der Beruf des Rechtsanwalts gehört sicherlich nicht zu denen, die man als "soziale Berufe" bezeichnet, auch wenn eine soziale Komepetenz da sicherlich nicht schadet...

Grundsätzlich sind die Zulassungszahlen der Rechtsanwälte auch in Baden Württemberg seit Jahren gestiegen wie eigentlich überall in Deutschland. Durchschnittliche Rechtsanwälte braucht es sicherlich nicht mehr, gute Anwälte mit Wissen in Nischengebieten aber immer. Du wirst nur leider vor einem Studium und den ersten Berufsjahren sicherlich nicht einschätzen können, wie gut du eventuell mal als Rechtsanwalt sein könntest...

Wenn dich das Studium interessiert - machs! Aber als Verlegenheitslösung muss man davon abraten. Solltest vielleicht in den Ferien mal ein Praktikum in einer Anwaltskanzlei machen, damit du in den Alltag reinschnuppern kannst.

Es gibt nicht nur in Baden-Württemberg sondern allgemein in Deutschland sehr viele Rechtsanwälte und viele Jura Studenten, die nach ihrem Abschluss keine Stelle gefunden haben. Du musst schon einen richtig, richtig guten Abschluss haben um eine eigene Kanzlei aufzumachen, die sich dann überhaupt bezahlt macht. Deswegen schließen sich ja viele Anwälte zusammen und bilden dann eine Kanzlei.

Du kannst es natürlich studieren, wenn es dir Spaß macht. Das Studium ist jedoch sehr trocken und hat in den ersten Jahren wenig mit sozialem zu tun. Du kannst es probieren, musst dich aber darauf einstellen, danach länger nach einem Job suchen zu müssen.

Wie die Arbeitsmarktsituation ist, wenn du fertig bist, weiß ich nicht .

Versuch doch erstmal eine Kontaktgespräch mit einem Juristen in einer Organisation   zu bekommen, die deinem Wunsch "sozial" entspricht - da fallen mir das DRK, die Johanniter und die AWO ein. 

Meine Erfahrung ist, dass solche Damen/Herren sich durchaus Zeit für ein solches Gespräch mit jungen Leuten nehmen.

Alles Gute!

Meiner Meinung nach ist dieser Beruf überlaufen. An jeder Ecke gibt es Juristen. Nachteil ist dann auch noch, zumindest wenn man freiberuflich arbeitet, dass die Mandate meistens auf einen Einzelfall bezogen sind und keine Dauermandate sind, wie z.Bsp. bei Steuerberatern. Man muss ständig, zumindest als Frischling, auf Mandantenjagd sein und Werbung ist dabei aber mehr oder weniger verboten.

Viele Firmen die so etwas bräuchten, stellen die Juristen dann halt lieber ein, da günstiger. Die Gebühren für einen freiberuflichen Juristen können je nach Gegenstandswert ganz schön hoch werden.

Und Rechtsanwalt und sozial? Du kennst wohl nur Strafverteidiger aus dem TV ;-).


Als ich 1978 mit dem Jurastudium angefangen habe gab es in der damaligen BRD 30.000 Anwälte und in der damaligen DDR so zwischen 3000 und 5000. Heute gibt es in Gesamtdeutschland über 160.000. Alleine das zeigt schon, wie überlaufen der Beruf ist.

Dennoch gibt es -allerdings in kleiner Zahl- absolute Spitzenverdiener und es gibt eine Reihe von Anwälten die gut über die Runden kommen. Der Großteil der Anwälte aber krebst vor sich dahin.

Was der Anwaltsberuf mit "sozial" zu tun haben soll, ist mir ein Rätsel.

Es lohnt sich, wenn man super motiviert ist und das Studium ernsthaft und ausdauernd angeht.

Wirklich gute Leute sind in jedem Beruf selten.

Äh, wann sind Rechtsanwälte denn sozial geworden?

Also in meiner Erstiwoche wurde uns gedagt: Entweder bekommt ihr ein Prädikatsexamen (unter den besten 15% ca.) Oder ihr werdet Verkehrsanwalt in Witten Herdecke.

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