Rechtliche Lage Nebenjob?

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3 Antworten

Zur Mitteilungspflicht:

Es gibt keine gesetzliche Pflicht, den Arbeitgeber über einen Nebenjob zu informieren.

Trotzdem ergibt sie sich für den Arbeitnehmer dadurch, dass der Arbeitgeber ohne eine Mitteilung nicht in der Lage wäre, von seinem Recht Gebrauch zu machen, die Nebentätigkeit zu verbieten, wenn sie mit gesetzlichen Vorschriften kollidiert (z.B. dadurch die zulässige tägliche Arbeitszeit überschritten wird), in Konkurrenz zur Hauptbeschäftigung ausgeübt wird oder die begründete Befürchtung von Beeinträchtigungen (z.B Übermüdung) im Hauptjob besteht.

Es kann arbeitsvertraglich vereinbart sein, dass der Arbeitnehmer die Zustimmung des Arbeitgebers einholen muss. Diese Zustimmung darf der Arbeitgeber aber nur unter den oben genannten Voraussetzungen verweigern; die Einholung der Zustimmung ist also eine reine Formsache.

Zur Lohnsteuer usw:

Der erste Nebenjob zur Haupttätigkeit bleibt bis zu einem monatlichen Betrag von 450 € steuerfrei.

Darüber hinaus gehende Einkünfte werden nach Steuerklasse 6 mit nur geringen Steuerabzugsmöglichkeiten verrechnet. Die endgültige Steuerlast (also auch Erstattung eventuell zu viel gezahlter Steuer aufgrund von Überschreitung der Grenze) wird aber erst durch den Lohnsteuer- oder Einkommensteuerausgleich aufgrund der Steuererklärung zusammen mit dem Hauptjob ermittelt.

Sozialabgaben werden vom Nebenarbeitgeber pauschal entrichtet; für Dich fallen sie nicht an. Du kannst aber selbst Rentenversicherungsbeiträge auf das Einkommen aus der Nebentätigkeit entrichten (um den Rentenanspruch im Alter zu erhöhen).


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Kommentar von lenzing42
28.02.2016, 17:09

Der erste Nebenjob zur Haupttätigkeit bleibt bis zu einem monatlichen Betrag von 450 € steuerfrei, es sei denn,es wurde im Arbeitsvertrag vereinbart, dass die Pauschalsteuer in Höhe von 2 % vom Arbeitgeber auf den Arbeitnehmer abgewälzt wird.

Außerdem ist der Nebenjob beitragspflichtig zur Rentenversicherung mit 3,7 %.Hiervon kann man sich auf Antrag befreien lassen, dieser Weg ist aber nicht empfehlenswert.

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Du brauchst keine Erlaubnis des AG einen Nebenjob anzunehmen. Du musst ihn darüber aber informieren.

Verbieten kann er das nur wenn Du bei der Konkurrenz beginnen willst oder die Arbeitsleistung im Hauptjob wegen der Nebentätigkeit leidet.

Bei einem Minijob zahlt der AG die Abgaben. Du bezahlst nur einen Rentenbeitrag wenn Du das möchtest. Du kannst Dich davon aber auch befreien lassen.

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Man sollte jedenfalls die Erlaubnis des Arbeitgebers einholen. Sollte die nebentätigkeit Schlechtleistung aufgrund von Müdigkeit etc. zur Folge haben, kann dieser sogar die Nebentätigkeit untersagen.

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