Rechtliche Lage bei mündliche Gehaltserhöhung

...komplette Frage anzeigen

3 Antworten

Wenn er für die mündliche Zusage keine Zeugen hat und der Chef sich jetzt querstellt und nichts mehr weiß, wird es meiner Vermutung nach wohl nichts werden mit der Gehaltserhöhung.

Was die Überstunden angeht: Das ist gesetzeswidrig. Das Arbeitszeitgesetz sagt sehr deutlich, dass die Regelarbeitszeit acht Stunden nicht überschreiten soll. In Ausnahmen kann auch 10 Stunden/Tag gearbeitet werden. Der Durchschnitt der letzten 6 Monate oder 24 Wochen darf aber 48 Stunden (bei 6 Arbeitstagen) nicht überschreiten.

Was steht denn zu den Überstunden im Arbeitsvertrag? Gibt es evtl. ein Stundenkonto? Gibt es einen Betriebsrat oder kommt ein Tarifvertrag zur Anwendung?

Generell müssen Überstunden/Mehrarbeit vorzugsweise in Freizeitausgleich oder finanziell abgegolten werden. Wenn im Arbeitsvertrag z.B. steht dass monatlich 10 Überstunden mit dem Gehalt abgegolten sind, ist das rechtlich in Ordnung. Steht da aber keine Anzahl der Überstunden sondern nur allgemein wie: Anfallende Überstunden sind mit dem Gehalt abgegolten, so ist das ungültig. Da gibt es mittlerweile schon einige Urteile der Arbeitsgerichte, auch des BAG die solche Klauseln für unwirksam erklärt haben.

Wenn Dein Bekannter sich nicht selbst wegen der Überschreitung der Arbeitszeit mit dem Chef anlegen will und die vielen Stunden belegen kann, sollte er doch mal das Gewerbeaufsichtsamt informieren. Das geht auch ohne dass sein Name in der Firma genannt wird und macht dem AG mächtig Ärger. Der wird in Zukunft dann darauf achten, dass die Arbeitszeitgesetze eingehalten werden.

Mündliche Absprachen sind im Zweifelsfalle unwirksam, wie Dein Bekannter gerade schmerzlich feststellen will. Es steht Aussage gegen Aussage.

Jeden Tag 12 Stunden arbeiten ist nicht nur illegal, sondern auch extrem gesundheitsschädlich. Maximal zulässige tägliche Arbeitszeit sind zehn Stunden, insgesamt wöchentlich 48 Stunden. Und die weder bezahlt zu bekommen, noch Freizeitausgleich dafür zu erhalten, ist...(unaussprechlich).

Falls Dein Bekannter NACHWEISEN kann, dass er so viel arbeitet (und ich nehme mal an, das kann er nicht, DHL-"Tochterfirmen" sind für diese Sklaverei bekannt!!!), kann er die Bezahlung einklagen.

Ich denke, er sollte es auf eine Kündigung anlegen. Aber bitte keine verhaltensbedingte.

Vielleicht nimmt er sich auch mal die Zeit, die Situation der Agentur für Arbeit zu schildern, eventuell haben die einen anderen Job für ihn oder können ihm anderweitig halfen.

Das er so viele Stunden arbeitet, müsste er nachweisen können!! Da er immer der letzte in der halle sein muss ;) er hat seinem Chef vor kurzem drauf angesprochen, der meinte er könnte evtl mehr Urlaub bekommen...ist auch nicht DIE Lösung! Und ja er war bei der Agentur für Arbeit UND JETZT KOMMTS: die habe ihn dort weggeschickt, da er nicht arbeitslos ist und eine Arbeitsstelle hat :D und wollten ihn deshalb nicht beraten

0

Das Problem bei mündlichen Absprachen ist immer der Beweis.... War bei dem Gespräch damals noch jemand dabei, der die Aussage bezeugen könnte?

Ansonsten steht es Aussage gegen Aussage und da wird dein Bekannter leider schlechte Karten haben.

Was die Überstunden betrifft, alles notieren und dann bei der nächst höheren Stelle über dem Chef mal anklopfen. Ansonsten einen Anwalt nehmen, wenn dein Bekannter rechtschutzversichert ist, könnte er da auch ohne finanziellen Einsatz zu seinem Recht kommen.

Bei dem Gespräch waren er, sein Vorgesetzter und ein weiterer Mitarbeiter anwesend. Der Mitarbeiter meint, er kann sich nicht mehr genau erinnern, was damals beschlossen wurde :-/

0
@hakeem

Der Vorgesetzte wahrscheinlich auch nicht und somit hat dein Bekannter wohl leider leider Pech.... Für die Zukunft: Immer alles schriftlich festhalten. Nie auf ein "Wort" vertrauen!

0

Was möchtest Du wissen?