Rechtliche folgen als Ersthelfer?

9 Antworten

Ganz schön kniffelige Frage!

Zunächst einmal ist ein klassischer Ersthelfer für fehler nicht haftbar.
Übernimmt eine Person jedoch eine spezielle Rechtsstellung zu einem Andern, erwächst in diesem Falle eine "Garantenstellung" (das hat übrigens nichts mit dessen fachlicher Qualifikation zu tun.) 

Beauftragt der Veranstalter einen Sanitätsdient (eine juristische Person - also klassischerweise eine Hilfsorganisation, e.V. GmbH etc.) so geht die gesamte juristische Haftung auf diese über.

Überträgt der Veranstalter die sanitätsdienstliche Betreuung einer natürlichen Person - in diesem Falle einem ehrenamtl. Helfer einer - gar nicht beteiligten HiOrg - haftet zunächst zivilrechtlich der Veranstalter - und strafrechtlich dessen Vetretungsberechtigte (Vorstand, Geschäftsführer etc.)

Der "Ehrenamtliche" mit dem "Sanitäter-Jäckchen" übernimmt alleine durch seinen "Auftritt als Sani" die Garantenstellung und ist jetzt zu besonderer Sorgfalt verpflichtet. übernimmt er einen Dienst bei einem Reitturnier oder einer Kletterveranstaltung mit zu erwartender Wirbelsäulenverletzung ohne eine Vakuummatratze, Schaufeltrage oder Spineboard zur Verfügung zu haben, gibt es keinen Defi für die mehr als 300 Anwesenden oder Ähnliches,  hat der Helfer ganz schnell zumindest den Vorwurf des Übernahmeverschuldens oder gar der Fahrlässigkeit an der Backe.

Fazit:
Handelt es sich bei der Veranstaltung um eine Theateraufführung mit  50 Teilnehmern, und dort sitzt "zufällig" ein Sani (in Zivilkleidung und somit nicht als ein "Garant" zu erkennen!) kann dieser natürlich bei der Erfüllung seiner Hilfeleistungspflicht nach $323c straffrei auch kleine Fehler begehen.

Wurde für eine Veranstaltung mit Gefährdungspotential (was sich regelmäßig alleine aus der Anzahl der Teilnehmer ergeben kann!) keine entsprechenden Sicherheitsvorkehrungen getroffen (Sanitätsdienst) gibt´s für alle Verantwortlichen mächtig Ärger und Regressansprüche in diesem Fall gegen den Veranstalter und seinen "Erfüllungsgehilfen" - den einwilligenden Sani.

Ruf das zuständige Ordnungsamt an, die stellen klare Auflagen zu entsprechenden Veranstaltungen.

Erklärt die Behörde eure Vearanstaltung als nicht genehmigungspflichtig, beauftragt ggf. eine örtliche Hilfsorganisation mit der sanitätsdienstlichen Betreuung. Das ist alles in allem immer deutlich billiger als eine einzige Schadensersatz-, Schmerzensgeld- oder sonstige Klage

Wie hier schon gesagt wurde kommt es drauf an welche Qualifizierung derjenige hat.

Wenn ihr bei eurem Sportfest einem einen der nen EH schein hat einen Verbandkoffer mit eisspray gibt und er nur dinge behandelt die er sich nach seiner Qalifikation zutraut dann kann ihm nichts passieren.

Ich denke mal das der gesunde Menschenverstand schon sagt das wenn derjenige sieht da könnt was gebrochen sein oder es ist etwas das nicht als bagatelle zu erkennen ist dann die Kollegen des RD dazu holt.

Damit ist er seiner Pflicht auch schon nachgekommen und kann nicht belangt werden.

Mein Rat,am besten soll er egal was es ist dazu sagen das er hier jetzt nicht mehr tun kann und das es wenn es nicht besser wird oder man sicher gehen will doch bitte in eine Ambulanz gehen soll.Soweit es jetzt nichts ist was klar für den RD ist der dringend benötigt wird.

Damit befindet man sich auch nochmal auf der sicheren Seite.

Ich bin selbst Sanitäterin und Erste Hilfe Ausbilderin. Daher weiß ich, dass uns ein Paragraph davor schützt und besagt: "Wir müssen nach besten Wissen und Gewissen handeln."

Hat eine Person also einen Fehler gemacht, so kann sie dafür nicht belangt werden, wenn diese dachte es wäre zum Besten der verletzten Person.

Liebe Grüße :) Hoffe es hilft dir weiter!

Olivia

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