Rechtfertigung einer Abmahnung

...komplette Frage anzeigen

4 Antworten

Wenn der AN dem AG vor Schichtbeginn seine vorübergehende Verhinderung und Verspätung mitgeteilt hat, ist eine Abmahnung rechtlich völlig haltlos. Der AG ist verpflichtet, die Gegendarstellung zusammen mit der Abmahnung zur Personalakte zu nehmen. Eine Antwort auf die Gegendarstellung muss er nicht mehr verfassen.

Ich würde mich ansonsten dem Rat von PeterSchu anschließen: mach einen Haken dran und zück die Unterlagen, wenn es tatsächlich mal zu einem Gerichtsverfahren kommen sollte, in welchem man sich auf diesen Unsinn zu stützen versucht.

Ich würde mir die Aussage des Schichtleiters schriftlich geben lassen und bei meinen Unterlagen aufbewahren. Damit hat man zunächst mal ein Beweismittel, mit dem man die Abmahnung eventuell anfechten könnte.

Der Betrieb ist verpflichtet, die Stellungnahme mit zur Personalakte zu nehmen. Ob man die Abmahnung daraufhin zurück zieht, ist allerdings nicht gesagt.

Ich würde mir auch schwer überlegen, ob ich dann noch weitere Schritte unternehmen würde. Manchmal ist es besser, eine eigene Stellungnahme bei sich zu behalten und das Beweismittel erst dann herauszurücken, wenn es evtl. weitere Probleme gibt. Wenn der Betrieb nämlich jetzt einen Teil der Argumente zurück ziehen müsste, würde man vermutlich eine neue Abmahnung schreiben, in der man die Ausage mit dem hohen Schaden weglässt.

Der Betriebsrat ist bei einer Abmahnung nicht automatisch eigebunden und kann nur beratend für den Betroffenen tätig werden. Der Betroffene könnte aber seinerseits mit einer Beschwerde an den Betriebsrat dazu auffordern, die Angelegenheit mit dem Arbeitgeber zu klären. In diesem Fall würde ich aber evtl. dazu neigen, auf eine Beschwerde zu verzichten.

Das mit den angeblichen Schaden für die Firma sind reine Profilierungsfloskeln und haben mit der eigentlichen Abmahnung nichts zu tun. Wer sich hierbei auf genau das stützen möchte in seiner Gegendarstellung wird schlechte Karten haben.

Denn - faktisch wurde gegen eine Pflicht verstoßen, dem pünktlichen Erscheinen zur Arbeit und das ist das was zählt. Welche Folgen das hatte ist völlig unerheblich, es würde nur dann eine Rolle spielen, wenn der Arbeitgeber dafür auch Schadensersatz geltend macht - weil dann muss er den Schaden auch beweisen können und erst dann käme die Aussage des Schichtleiters ins Spiel.

Sofern in der Gegendarstellung nicht zur Rücknahme der Abmahnung aufgefordert wird, muss der Arbeitgeber auch nicht reagieren - es ist dann nur die Sicht des Beschuldigten und weiter nichts.

Trotz alle dem sollte man eine Abmahnung nicht einfach hinnehmen - trifft das zu wessen man abgemahnt wurde, sollte man es auf sich beruhen lassen und Besserung geloben. Klagen auf Rücknahme der Abmahnung gehen nicht selten negativ für den Kläger aus, weil sich rausstellt, dass die Anschuldigung schlicht zutrifft.

Die Abmahnung war also durchaus gerechtfertigt - das Bla Bla Bla über die angebliche Folgen an dem Tag kann völlig dahin gestellt sein und bietet keine Angriffsfläche um wirksam dagegen vorgehen zu können.

Und jetzt? Eine Abmahnung ist keine Kündigung, sondern mehr nen Hinweis, dass man die Reaktion jetzt nicht so toll fand. Also einfach mal chillen, seinen Job weiterhin gut machen und da kräht kein Hahn mehr nach.

Was möchtest Du wissen?