Realitäts-/Körperwahrnehmung bei Magersucht

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6 Antworten

Ja ich kenne das sehr gut...

Ich bin zwar immer noch mitten in meiner Essstörung drin, aber nach zwei Klinikaufenthalten ist zumindest mein Gewicht stabil. Ich habe sogar noch weiter zugenommen und wiege mittlerweile über meinem Zielgewicht. Zwar bin ich damit überhaupt nicht zufrieden, aber ich habe gemerkt, dass mein Selbstbild sich verändert hat. Ich erkenne mich selbst wieder realistischer im Spiegel. Ich FÜHLE mich nach wie vor sehr dick, und ich habe ja auch zugenommen, aber ich SEHE, dass ich nicht soo dick bin, wie ich mich fühle. Ich habe quasi zwei Bilder von mir, das eine ist verzerrt, das andere kommt dem wahren schon deutlich näher.

Je weiter du aus dem Untergewicht heraus kommst, desto besser wird auch deine Selbstwahrnehmung. Das mag verrückt klingen, weil man ja schließlich mehr wiegt, aber in diesem Hungerzustand, kann dein Gehirn nicht richtig arbeiten und ich habe fast ein Jahr nach dem ersten Klinikaufenthalt mich noch zu dick gefühlt, weil ich nie wirklich aus diesem Zustand rausgekommen war. das kam erst lange nach dem zweiten Aufenthalt irgendwann. Denn das dauert, aber du darfst dich in dieser Zeit wirklich nicht auf deine Gefühle und Augen verlassen. Da musst du leider der Waage sogar mehr vertrauen als deiner Wahrnehmung, denn sie täuscht dich sehr!!

Alles Gute dir!

Ich habe gehört, dass das Gehirn ja auf Grund des mangelnden Gewichtes ebenfalls abnimmt. Und da wird ganz logisch zuerst an den Bereichen eingespart, die als weniger relevant betrachtet werden, worunter die Selbstwahrnehmung gehört. Dadurch wird die Körperschemastörung auch mit sinkendem Gewicht immer schlimmer!

Die Entscheidung zu einer Klinik ist jedenfalls auf jeden Fall richtig! So wirst du wieder zu einem normalen Essverhalten kommen und deinen Körper wieder ins Gleichgewicht bringen. Hattest du vorher ein deutlich niedrigeres Gewicht? Dann kann es nämlich aus sein, dass sich das Gewicht welches du zugenommen hast noch nicht optimal verteilt hat, wodurch es ein wenig "unförmig" erscheint und du daher der Meinung bist, du sehest wieder normal aus. Ich habe das selbe Problem aber übrigens auch. Stell dich vielleicht mal im Bikini zusammen mit einer guten normalgewichtigen Freundin und vergleiche Arme und Beine. Im direkten Vergleich fällt es mir leichter zu sehen, dass mein Körper tatsächlich noch dünn ist.

Alles Liebe

Das Problem bei Magersucht ist in erster Linie ein psychologisches. Es fällt unter die seelischen Essstörungen und führt zu einer Fehleinschätzung des Körpers. Dies ist nichts schlimmes, da mentale Leiden körperlichen Leiden in keiner Weise nachstehen. Die Reha dient damit nicht in erster Linie der Gewichtszunahme, sondern soll dir dabei helfen wieder ein gesundes und normales Körpergefühl zu entwickeln.

Die Wahrnehmungsstörung ist nicht auf die magersucht ansich zurückzuführen die so das gehirn beeinflusst sondern an Außenwirkungen von anderen die dem Mädchen Zweifel geben sodass sie beginnt sich dicker zu fühlen.

Kann das Gehirn aufgrund von Magersucht so geschädigt sein, dass dies das Denken so verändert, so dass man sich dicker fühlt als das, was die waage sagt

Nein. Die fehlerhafte Selbstwahrnehmung ist ja die URSACHE bzw. der AUSLÖSER für die "Magersucht".

Schon bevor dein Körper direkten Schaden nimmt, läuft etwas in deinem Gehirn schief.

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