Reaktionsgleichungen um und mit Kaliumcyanid

...komplette Frage anzeigen Der Widmark-Kolben - (Chemie, Gift, nachweis)

2 Antworten

Eine umfangreiche Erklärung findest du hier: http://www.chids.de/dachs/expvortr/649.pdf (Versuch 2, Seite 11).

Die erste Reaktion ist eine einfache Säure-Base-Reaktion. Die stärkere Säure H2SO4 (eine verdünnte Säure reicht völlig; dann kommt es auch nicht zu ungewollter Oxidation) "vertreibt" die deutlich schwächere Blausäure aus ihren Salzen.

CN(-) + H2SO4 ---> HCN + HSO4(-)

Anschliessend soll die sehr gefährliche Blausäure wieder in das besser handhabbare Cyanid überführt werden. Das wird nach deinen Angaben durch Neutralisation mit Natronlauge gemacht:

OH(-) + HCN ---> CN(-) + H2O

In der resultierenden Lösung befinden sich nun Natrium-Ionen (Na(+)) aus der Natronlauge; eventelle Reste der Base OH(-), Wasser (H2O) und Cyanid-Ionen (CN(-)).

Um Cyanid in sehr kleinen Mengen nachzuweisen eignet sich die photometrische Bestimmung. Die genauen Reaktionen sind recht kompliziert und werden in dem oberen Link beschrieben. Der Nachweis beruht auf einer spezifischen Ringöffnung von Pyridin und Bildung eines stark farbigen Moleküls mit Barbitursäure.

Dazu wird mit Lösungen bekannter Konzentration eine Kalibiergerade hergestellt und dann die Konzentration der Meßprobe anhand der Gerade bestimmt.

Aus der Probe wird mithilfe des Widmark-Verfahrens [...] Cyanwasserstoff (HCN) aus der Probe destilliert, indem Schwefelsäure hinzugegeben wird.

Konzentrierte? Da entsteht CO. Du mußt mit verdünnter Säure erhitzen, siehe http://www.chemgapedia.de/vsengine/vlu/vsc/de/ch/6/ac/bibliothek/_vlu/kaliumhexacyanoferratii.vlu/Page/vsc/de/ch/6/ac/bibliothek/kaliumhexacyanoferratii/reaktivitaet.vscml.html.

Nunja, das Gift (HCN) kondensiert wieder und tropft jetzt von dem Stopfen, welcher die Öffnung verschließt, in die kleine Kule direkt darunter. In dieser Kule befindet sich Natriumhydroxid (NaOH). Hier wieder die Frage, was nun passiert (Wie sieht das Endprodukt aus? Summenformel!)

NaCN. War das so schwer?

Der Endstoff wird danach jedenfalls mithilfe eines UV-Photometers auf seine lichtdurchläßigkeit untersucht. Dazu wird wohl Licht mit einer Wellenlänge von 580nm benutzt. Mithilfe von Barbirsäure (C4H4N2O3) wird der genaue Farbton ermittelt (Wie?). Trift der Stoff den richtigen Blauton, war der Mensch wohl Tatsächlich mit Kaliumcyanid vergiftet.

Es gibt andere Verfahren zum qualitativen und quantitativen Nachweis von Cyanid, Link kommt im Kommentar.

Herstellung und Nachweis von Cyanid: http://www.versuchschemie.de/htopic,14106,.html

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@cg1967

Au der Seite des obigen Link ist das alles sehr crude gemacht. Und dann wird das gesamte Zeug von einen Laien im Gramm Maßstab hergestellt, was ja echt lebensgefährlich ist, wenn da mal was schiefgeht. Also auf keinen Fall nachmachen.

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