Reaktion Glucose mit Ethanol und Speiseöl?

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Tricky, das ist so ein bisschen wie die Frage "Warum hat Schneewittchen kein Verhältnis mit einem Zwerg angefangen?"

Generell reagieren viel Stoffe nicht miteinander wenn man sie zusammenrührt, aber unter den richtigen Bedingungen (Temperatur, Katalysator, Lösemittel etc.) findet dann doch eine, mitunter heftige, Reaktion statt.

Zu 1) Wenn man Glukose und Alkohol zusammenrührt enthält man tatsächlich nur süßen Alkohol, aber unter den richtigen Reaktionsbedingungen läuft eine ziemlich normale Reaktion ab. Und zwar entsteht aus Glukose und Ethanol dann über eine sogenannte (und relative stabile) glykosidische Bindung Ethyl-α/β -D-glucopyranosid.

zu 2) Hier sehe ich wirklich keine echte Möglichkeit einer direkten Reaktion. Es gibt einfach keine funktionellen Gruppen die miteinander reagieren könnten. Die müssten dann erst durch vorgeschaltete Reaktionsgänge kreiert werden; z.B. könnte man sich eine Reaktion vorstellen in der Speiseöl erst verseift wird und dann nach einem Reduktionsschritt der entstanden Fettalkohl mit Glukose im nächsten Schritt zu  einem Alkylpolyglucosid (Tensid) reagiert. 

zu 3) Säure, im Sinne von Brönsted, sind Stoffe die Protonen (H+) abgeben und dadurch in wässriger Lösung einen pH unter 7 erzeugen. Die Glukose hat zwar viel Hydroxy- Gruppen (OH-), aber die Wasserstoffatome sind recht stabil mit den O-Atomen verbunden und spalten sich nicht ab. D.h. die Glukose-Moleküle lösen sich gut in Wasser, weil die vielen OH-Gruppen mit den Wassermolekülen Wasserstoffbrücken ausbilden, aber alle Protonen bleiben wo sie sind und der pH bleibt der vom Lösemittel.

Naja wir haben halt Glucose und Ethanol in ein Reagenzglas gefüllt und die Glucose hat sich eben nicht gelöst. Aber wieso ist das so?

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@lolaxd910

Das hat dann ja gar nichts mit Reaktion per se zu tun. Ich vermute es geht nur um die Löslichkeit.

1) Ist trotzdem falsch. Glucose ist etwas, wenn auch wenig, löslich in Ethanol. Und das ist wichtig weil es vermutlich um die Struktur der Glucose und deren funktionelle Gruppen geht) und die verfügt nunmal über viel OH-Gruppen, die das Molekül insgesamt polar sein lassen und damit auch leicht löslich in polaren Lösemitteln und wenig löslich in unpolaren.

D.h. leicht löslich in Wasser, weil die kleinen H2O-Moleküle leicht Wasserstoffbrücken mit den OH-Gruppen bilden; mäßig löslich in Methanol, wegem dem unpolaren Rest (-CH3) , wenig löslich in Ethanol weil der unpolare Rest ) C2H5) schon viel größer ist.

Und dann eben beinahe völlig unlöslich in weitgehend unpolaren Stoffen wie Speiseöl (hier stellen die unpolaren Reste den weitaus größten Teil des Moleküls)

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