Reagiere ich nicht angemessen auf Situationen?

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2 Antworten

Du reagierst einfach auf Situationen und zwar so, wie es für dich angemessen ist. Dass andere das nicht angemessen finden, ist ein Kommunikationsproblem. Ihr könntet alle eine Portion Metakommunikation gebrauchen, also Kommunikation über die Kommunikation. Beispielsweise hat deine Mutter vielleicht eine andere Vorstellung davon, was "aha" bedeutet (z.B. "interessiert mich nicht") als du (z.B. "das habe ich zur Kenntnis genommen und verstanden"). Vielleicht hat deine Freundin eine andere Vorstellung davon, was "du Nudel" heißt ("du Liebe", "du Verrückte", "du Lustige") als du ("du Dummkopf").

Auch in der Trauersituation widerspricht es sich nicht, traurig über den Tod eines Verwandten zu sein, aber darüber zu lachen, dass jemand anders einen Scherz gemacht hat oder weil die Sonne wunderbar scheint.

Dein eigentliches Problem ist, dass du mit Menschen umgehst, die Erwartungen an dich herantragen, die sie gar nicht klar formulieren und denen du deshalb auch gar nicht gerecht werden kannst. Wenn du dich ausdrücken willst, beispielsweise dass du Reue empfindest, dann machst du dir einiges leichter, wenn du das so sagst. Beispielsweise "Wieso bist du eigentlich sauer? Ich habe doch nur geschwiegen, um dir zu signalisieren, dass ich Reue empfinde."

Deinen Lehrern kannst du den Gegenvorwurf machen, dass sie ein ernstes oder konzentriertes Gesicht von dir als Angriff werten. Was sollst du machen? Dir die Mundwinkel nach oben tackern?

Merkst du denn gar nicht, dass nicht DU verrückt bist, sondern die anderen?

Deine Reaktionen sind nicht falsch und nicht richtig. Die Reaktionen der Anderen auf dich sind aber übers Ziel hinaus. Sozusagen Überreaktionen. Kommunikation hilft. Es ist nichts Falsches an dir.

Ich sehe das etwas anderes als meine Vorrednerin. Da ja anscheinend mehrere Menschen mit deinen Reaktionen Schwierigkeiten zu haben scheinen, könnte bei dir ein Defizit in sozialer Kompetenz bestehen. Dazu gehören Fragen wie: „Wie verhält man sich normalerweise bei einer Beerdigung? Wie lasse ich meinem Gesprächspartner wissen, dass ich ihm zuhöre? Wie drücke ich meine Empfindungen produktiv aus?“ Etc.

Falls du deswegen einen Leidensdruck empfindest, könntest du ein Gruppentraining zur sozialen Kompetenz (GSK) machen. Denn die zentrale Botschaft ist: Soziale Kompetenz kann man lernen!

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