Rauchstopp Beschwerden

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2 Antworten

Glückwunsch zu Deinen ersten qualmfreien Tagen.

Du bist gerade in der Phase, in der Dein Körper das Nikotin aus dem Körper schmeißt / abbaut. - Ander als sonst (er baute ja auch sonst ständig Nikotin ab, sonst wärest Du ja ganz schnell tot gewesen), also anders als sonst kriegt er nun nicht den Nikotinnachschub.

Er war also gewöhnt an die Schwankung Nikotinvergiftung - schnell Nikotin abbauen - Schmacht - erneut Nikotinvergiftung - schnell Nikotin abbauen - Schmacht ... usw.

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Das Tückische am Nikotin ist ja, dass sieben Sekunden nach dem ersten Zug das Nikotin die Gehirnschranke überwindet (darf eigentlich gar nicht sein) und manipuliert das sogenannte Belohnungszentrum (medizinisch: nucleus accumbens). - Wenn Du mehr darüber wissen willst, google mit

rauchen nucleus accumbens

Dein Körper schmachtet jetzt also nach der ihm gewohnten Vergiftung, weil er die doch so gewohnt war. - Wir Menschen sind Gewohnheitstiere.

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Wir Menschen haben in uns so etwas wie einen Autopiloten, man kann auch sagen „Gewohnheitsviech“. Dieser Autopilot ist sehr wertvoll, denn ohne ihn müssten wir täglich alles neu lernen: essen, sitzen, laufen, Nase putzen - einfach alles. Sobald unser Unterbewusstsein eine erlernte Handlung für lebenserleichternd oder lebenserhaltend befunden hat, wird diese Handlung in den „Autopiloten“ integriert.

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Willst Du nun eine fest integrierte Handlung im Autopiloten ändern, und das Unterbewusstsein sieht keinen zwingenden Überlebensgrund dafür, wird es versuchen, Dich (= Wachbewusstsein) mit aller Kraft daran zu hindern. Denn das Unterbewusstsein ist sich sicher, dass Du MIT dieser Handlung überlebst (schließlich lebst Du ja), und es weiß nicht, ob Du auch mit der neuen Handlung überlebst. (Es will also Dein Leben schützen und weiß nicht, dass es in diesem Fall so Dein Leben erschwert.)

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Das Unterbewusstsein hat den Verstand eines etwa vierjährigen Kindes. Du als erwachsene Person, die erkannt hat, dass Deine alte Handlung Dein Leben erschwert und Dich vielleicht sogar krank macht und überhaupt willst Du jetzt damit aufhören, musst jetzt die Führung übernehmen.

Dazu brauchst Du Geduld und Durchhaltevermögen. - Das Unterbewusstsein ist natürlich nicht faul und versucht mit aller Raffinesse, Dich von Deiner Verhaltensänderung abzubringen (schließlich weiß es ja nicht, ob Du mit Deiner neuen Art zu handeln überlebst). Sei wachsam! Es wird sich vermutlich allerlei Tricks einfallen lassen, um Dich wieder zur alten Gewohnheit zu locken.

Boss über Dein Leben bist aber Du, nicht Dein Autopilot! Der ist nämlich Dein Diener.

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Unser Autopilot reagiert wie ein großer Dampfer auf dem Meer: Will der Kapitän (also Du) den Kurs ändern, muss er (anders als beim Fahren eines Autos) lange das Steuer in die neue Richtung lenken. Hält er das Steuer nur kurze Zeit (wie bei einem Auto) in die neue Richtung, ändert sich sein Kurs nicht.

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Sehr gut die Motivation unterstützend dieser Blog-Eintrag mit vielen lesenswerten Kommentaren darunter:

Welche Begleiterscheinungen hat der Nikotinentzug?

http://nichtraucher-zigaretten.de/nikotin/welche-begleiterscheungen-hat-der-nikotinentzug/

Auch warum Süßigkeitshunger verstärkt auftreten kann, und wie man am besten damit umgeht, wird hier sehr gut erklärt.

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Sehr informativ und ein echtes Goldstück ist dieser

http://zigarettenrechner.de/

Spiel mal ein bißchen rum. Gib ein, was Du bisher geraucht hast.

Und dann gib mal ein, wie es für diejenigen ist, die 20 oder 30 Jahre täglich eine oder zwei Schachteln Zigaretten weggequalmt haben. - Du wirst staunen.

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@cyracus

Klick hier zum Buch von

Bauer: Die Rauchgiftfalle

http://www.amazon.de/Rauchgiftfalle-heimliche-Angst-Raucher-Nichtrauchen/dp/3833439459

die Kundenrezensionen (neben den Sternen) an.

Sehr angenehm ist der Stil, in dem Franz Wilhelm Bauer sein Buch schrieb: absolut ohne erhobenen Zeigefinger, sehr informativ und mit angenehmem Humor.

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Wenn Du merkst, dass das Nicht-Rauchen schwerfällt, finde heraus, was Dir in solchen Momenten am besten hilft.

  • Vielleicht hilft Dir Sport, laufen, um den Block oder in einem (so vorhanden) nahen Park. - Wusstest Du, dass leichter Sport sehr beim Aufhören hilft?

  • Oder sofort Wasser trinken. Möglicherweise leidet Dein Körper grad unter Wassermangel und ist gewohnt, anstatt Wasser zu bekommen, den Durst auf falsche Weise zu betäuben. Möglicherweise ist der Durst sogar sehr groß. - (Probier dies bitte unbedingt aus!)

  • Es gibt auch Leute, die dann erfolgreich Möhren knabbern.

  • Andere lutschen sehr starke Pfefferminzbonbons …

Es ist ja auch so, dass beim Aufhören mit der Qualmerei das Unterbewusstsein / der Körper befürchten könnte, ihm wird etwas weggenommen. Deshalb muss gegengesteuert werden, indem ihm etwas als Ersatz gegeben wird.

Laufen und Wasser trinken z.B. ist für den Körper ein großer Genuss.

Das ist wie mit einem Kind, das mit etwas spielt, mit dem er nicht spielen soll (wie z.B. eine wichtige Urkunde). Das nimmt man ihm weg und gibt ihm blitzschnell etwas anderes und sagt: „Hier, nimm dies“, und das Kind ist wieder glücklich.

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Erforsche Dich, sei erfinderisch - das kann viel Spaß machen.

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Viel Erfolg - so wie andere schaffst Du das auch! - Es ist die Tabakindustrie, die will, dass Du glaubst, es sei schwer …

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Was auch immer Du hast. Es kommt davon, dass Du mit dem Rauchen aufgehört hast. Gereitzheit, Nervosität und Unruhe ja. Der Rest definitv nicht.

VG

Vielen dank für deine Antwort

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