Rauchmelder: Fragen zu Technik und Haftungspflicht?

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3 Antworten

1. Magnetbefestigung ist nicht fachgerecht, es sei denn auf blankem Beton. der Kleber der Deckenbefestigung reagiert im Regelfall mit dem Untergrund (meistens Farbe) und es besteht die Möglichkeit das alles herunterfällt.

2. Für "Handwerker" gibt es eine Schulung mit anschl. Prüfung, danach darf man sich "Fachkraft für Rauchwarnmelder" nennen. Hierbei lernt man z.B. das eine Klebebefestigung runterfallen kann...

3. Eine kurze Einweisung vom Monteur und min. 1 Stück Bedienungsanleitung wäre gut. Ohne weitere Infos kann der Bewohner im Zweifel das Ding nur von der Decke nehmen und in die Schublade stecken.

4. Kosten:

Der Vermieter trägt die Installationskosten, kann sich diese aber über eine Modernisierungsmieterhöhung wiederholen. Der Mieter hat die Wartungspflicht, ggf. auch die damit verbundenen Kosten an der Backe. Wenn der Vermieter sich darum kümmert, können die Wartungskosten am Jahresende in den Nebenkosten auftauchen.

5. Unterschrift 

Wenn ich eine Fachkraft für Rauchwarnmelder bin, kann ich beurteilen od die Melder fachgerecht montiert wurden. Wenn nicht, dann eben nicht. Sollten die Melder von der Decke fallen, wirkt das eher nicht fachgerecht...

Bloomix 19.07.2017, 18:19

Also, danke erstmal für die vielen, schnellen und informativen Antworten. Allerdings bleiben die Frage nach der Zuverlässigkeit der Betriebsstandanzeige - und die nach der Vermeidung der Mithaftung des Mieters unter diesen Umständen noch offen.

Wenn z.B. der Mieter auf der Erklärung vermerkt, dass eine Installation zwar erfolgt ist, diese aber nicht fachgerecht war, er trotzdem die Wartung übernimmt, da er per Gesetz dazu verpflichtet ist - muss er dann im Schadensfall mithaften? Oder: Kann der Mieter unter diesen Voraussetzungen die Verantwortung für Instandhaltung und Wartung verweigern auf der Basis, dass der Vermieter seine Verantwortung für eine fachgerechte Installation nicht erfüllt hat? 

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ProfDrDrStrom 19.07.2017, 19:33
@Bloomix

War doch schon beantwortet:

Wenn ich eine Fachkraft für Rauchwarnmelder bin, kann ich beurteilen ob die Melder fachgerecht montiert wurden.Wenn nicht, dann eben nicht.

Du kannst vermerken, dass die Rauchmelder montiert wurden und bereits von der Decke gefallen sind.

Ob fachgerecht oder nicht ist nicht von Dir zu beurteilen und kann vermerkt werden.


Was die Betriebsanzeige angeht, zeigt diese lediglich das die Platine im Melder offensichtlich Strom zieht und die Batterie sie weiterhin versorgt und aktuell kein Rauch erkannt wird, mehr nicht

Wenn ein Melder aus 2,5 m auf den Boden fällt kann er funktionieren, muss er aber nicht. Hier müsste eine Wartung auf Kosten des Monteurs stattfinden um festzustellen ob der Melder noch funktionsfähig ist.

Um welche Haftung geht es Dir?

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Bloomix 20.07.2017, 16:43
@ProfDrDrStrom

Hi, also: Erstmal Danke für die Beantwortung der Frage zur Betriebsanzeige. Das ist mir jetzt klar.

Zur Haftung: Selbst wenn ich meine Zweifel an der Installation auf der Erklärung vermerke, habe ich dann nicht immer noch das Problem, dass ich rechtlich die Verpflichtung übernehmen muss, für die Wartung geradezustehen, d.h. mich schriftlich zu erklären, diese zu übernehmen? Und: Bin ich dann nicht im Schadensfall immer mithaftbar, da ja im Nachhinein nicht mehr nachvollzogen werden kann, woran es gelegen hat? Oder: Darf ich diese Verantwortlichkeit verweigern - quasi auf Basis einer Vermutung, dass das installierte Gerät möglicherweise nicht funktionstüchtig ist? Problem: Ich verstehe ja, dass und warum die Installation un-fachgerecht und fragwürdig ist, allerdings kann ich so etwas aus der Sichtweise des Gesetzgebers als Otto-Normal-Mieter gar nicht beurteilen. Blöderweise bin ich aber per NRW-Recht für die Wartung von was immer mir der Vermieter installiert verantwortlich. Die Frage ist also, ob und auf welcher Basis ich die Verantwortung für die Wartung verweigern bzw. auf den Vermieter abschieben kann. (Ach ja: Wenn Letzteres geht: Kann der Vermieter dann irgendeinen teuren Fachmann beauftragen und mir persönlich in Rechnung stellen, oder gehört so etwas zu den Betriebskosten des ganzen Hauses?)

Ich hoffe, es ist jetzt klarer, wo ich hier die Zwickmühle sehe? 

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ProfDrDrStrom 21.07.2017, 04:59
@Bloomix

Es gibt keine Zwickmühle.

Die Gesetzeslage in NRW ist eindeutig.

Die Installation obliegt dem Vermieter und die Wartung dem Bewohner.

Der Vermieter kümmert sich um die Installation. Wenn diese nicht fachgerecht ist, kann der Mieter nichts dafür und haftet entsprechend nicht. Wenn offensichtlich etwas nicht stimmt, macht der Mieter schriftlich darauf aufmerksam, damit liegt der Ball wieder beim Vermieter. Wenn dieser sich nicht kümmert, liegt der Ball immer noch beim Vermieter und der Mieter sollte nochmal darauf hinweisen.

Wenn der Vermieter dem Mieter gegenüber erklärt, dass alles in Ordnung ist, braucht der Mieter sich keine Gedanken machen.

Wartung: Wenn der Mieter befähigt ist die Wartung selber durchzuführen (z.B. als Fachkraft für Rauchwarnmelder), kann er das machen. Wenn nicht, macht es Sinn einen fachkundigen damit zu beauftragen. Die Wartung wird dokumentiert und der Mieter ist auf der sicheren Seite.

Haftung: Wem soll gegenüber, für was gehaftet werden?

Rauchmelder sind Pflicht um Leben zu retten und nicht um Haftpflichtversicherern einen geringen Schaden zu garantieren.

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Eine fachgerechte Montage erfolgt mit den Montagemitteln, die der Hersteller in der Bedienungs-/Montageanleitung genannt hat. Es gibt keinen Rauchwarnmelder zu kaufen, der mit einer als Zubehör erhältlichen Magnethalterung befestigt werden darf. Die Montage mit einer Magnethalterung kann also niemals fachgerecht sein.

Sowas sollte man durch Fachfirmen durchführen lassen....mit Gewährleistun und Garantie....und Kundendienst/Wartung

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