Rat zur Religionsfindung gesucht?

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10 Antworten

Hallo hoerbarestimme,

ich möchte hier nicht auf Deine Fragen bzgl. eines Wechsels zur evangelischen Kirche eingehen. Bevor Du diesen Schritt tust, denke doch einmal darüber nach, ob sich dadurch wirklich Deine Zweifel bzgl. Deines Glaubens wirklich überwinden lassen.

Ich denke da z.B. an die Höllenlehre, die in der evangelischen Kirche ebenfalls gelehrt wird. Sie ist jedoch eindeutig keine biblische Lehre! Über den Zustand der Toten sagt die Bibel nämlich: "Denn die Lebenden sind sich bewusst, dass sie sterben werden; was aber die Toten betrifft, sie sind sich nicht des geringsten bewusst, auch haben sie keinen Lohn mehr, denn die Erinnerung an sie ist vergessen. Alles, was deine Hand zu tun findet, das tu mit all deiner Kraft, denn es gibt weder Wirken noch Planen, noch Erkenntnis, noch Weisheit in dem Scheọl [oder Grab], dem Ort, wohin du gehst" (Prediger 9:5,10).

Was bedeutet das? Nun, wenn es nach dem Tod kein Bewusstsein gibt, dann kann es auch keine Qual durch ein Feuer geben! Die Höllenlehre ist zwar weit verbreitet, doch ist sie zum einen unbiblisch und zum anderen stellt sie Gott in ein sehr schlechtes Licht.

Auch könnte man folgende Überlegungen anstellen: Wie könnte ein Gott, von dem gesagt wird, dass er "Liebe ist" , Menschen für ein relativ kurzes sündiges Leben von 70 oder 80 Jahren dann für immer bestrafen (1. Johannes 4:8)? In welcher Relation steht eine ewige Bestrafung zu einem zeitlich begrenzten Leben in Sünde? Und würde Gott wohl seinen Hauptgegner, Satan den Teufel, dazu gebrauchen, seinen Willen ausführen zu lassen und auf diese Weise eng mit ihm zusammenarbeiten?

Außerdem: Kein normal denkender und normal fühlender Mensch käme je auf die Idee, jemandem auch nur für kurze Zeit Qualen durch ein Feuer zuzufügen! Das Rechtssystem einiger Länder sieht für die schlimmsten Verbrecher "lediglich" die Bestrafung durch den Tod vor, niemals jedoch eine Bestrafung durch Qualen irgendeiner Art.

Gott solch ein Handeln zu unterstellen, gehört mit zu den schlimmsten Gotteslästerungen, die je begangen wurden. Das macht aus ihm einen rachsüchtigen und äußerst grausamen Gott, mit dem man am liebsten nichts zu tun haben möchte. Wie gegensätzlich ist doch das Bild, das die Bibel in Wirklichkeit von Gott zeichnet! Sie beschreibt ihn beispielsweise als einen Gott "barmherzig und gnädig, langsam zum Zorn und überströmend an liebender Güte und Wahrheit" (2. Mose 34:6). Oder wie es in einem anderen Bibeltext heißt: "Der FELS, vollkommen ist sein Tun, denn Gerechtigkeit sind alle seine Wege. Ein Gott der Treue, bei dem es kein Unrecht gibt; gerecht und gerade ist er" (5. Mose 32:4).

Es ist traurig, dass die beiden großen "christlichen" Kirchen trotzdem noch immer an der Höllenlehre festhalten. Das könntest Du z.B. in Deine Überlegungen mit einbeziehen. Außerdem stellt sich die Frage: Was macht echtes Christentum eigentlich aus?

Ein echter Christ sollte durch und durch von dem überzeugt sein, was er zu glauben bekennt und sich ernsthaft darum bemühen, danach zu leben. Andernfalls müsste er sich in die Reihen derer einordnen lassen, die eher ein "laues" Christentum praktizieren. Wie Jesus jedoch über laue Christen denkt, geht aus folgenden aufrüttelnden Worten hervor, die er an die frühe Christenversammlung in der Stadt Laodicea richtete: "‚Ich kenne deine Taten, dass du weder kalt noch heiß bist. Ich wünschte, du wärst kalt oder heiß.  Weil du nun lau bist und weder heiß noch kalt, werde ich dich aus meinem Mund ausspeien" (Offenbarung 3:15,16). Das sollte jeden, der sich als Christ bezeichnet, aufhorchen lassen und ihn dazu veranlassen, seine Einstellung und seine Handlungsweise im Licht der Bibel einmal zu überprüfen.

In der Bibel besteht für einen Christen kein umfangreiches Regelwerk. Dennoch gibt es einige Anweisungen und Grundsätze, an die er sich halten muss und die keine Kompromisse zulassen. Dazu zählt u.a. das, was die Bibel zum Thema Sex und Moral sagt. Nicht alles, was heutzutage als "normal" gilt, ist auch in den Augen Gottes gut und erlaubt. Die Grundsätze und Richtlinien der Bibel auf diesem Gebiet sind für einen Christen bindend, auch wenn er sich dadurch dem Vorwurf aussetzt, "weltfremd" zu sein. Die Praxis zeigt jedoch immer wieder, dass es zu einem weitaus glücklicheren Leben führt, nach den hohen moralischen Standard der Bibel zu leben.

Ein anderes Gebiet, bei dem sich die Geister scheiden, ist die Verkündigung des Evangeliums. Viele glauben, dafür seien lediglich ausgebildete "Fachleute" zuständig. Jesus unterteilte seine Nachfolger jedoch niemals in Geistliche und Laien. Somit gilt für alle seine Jünger die Anweisung: "Geht daher hin, und macht Jünger aus Menschen aller Nationen, tauft sie im Namen des Vaters und des Sohnes und des heiligen Geistes,   und lehrt sie, alles zu halten, was ich euch geboten habe" (Matthäus 28:19,20). Ein Christ, der seinen Glauben wirklich ernst nimmt, sollte also dafür bekannt sein, mit anderen über Gottes Wort zu sprechen und ihnen die Botschaft der Bibel zu vermitteln. Tut er das nicht, so erfüllt er eines für einen Christen wichtigsten Merkmale nicht.

Es gibt natürlich vieles Weiteres, das zum Leben eines Christen gehört, wie z.B. Gott und seinen Nächsten zu lieben, anderen Gutes zu tun, friedliebend zu sein, nicht zu lügen oder zu stehlen etc. Die von mir genannten Punkte gehören jedoch für viele zu den schwersten und werden daher oft als "zu streng" abgelehnt. Nach der Bibel gibt es jedoch kein "Christentum a la carte", bei dem ich mir nur das herausnehme, was mir persönlich genehm ist. Jesus Christus sagte einmal über den Weg eines Christen: "Wenn jemand mir nachkommen will, so verleugne er sich selbst und nehme seinen Marterpfahl auf und folge mir beständig" (Matthäus 16:24). Jesus zeigt also, dass mit dem Leben eines Christen gewisse Härten (der sinnbildliche "Marterpfahl") verbunden wären. Jesus "beständig" zu folgen schließt Vieles mit ein. Ein Christ muss sich vor allem an Jesu Beispiel orientieren und diesem so weit wie möglich nacheifern.

Bevor sich daher jemand entschließt, den Weg echten Christentums zu gehen, sollte er das machen, was Jesus einmal wie folgt gleichnishaft beschrieb, als er sagte:"Wer von euch, der einen Turm bauen will, setzt sich nicht zuerst nieder und berechnet die Kosten, um zu sehen, ob er genug habe, ihn zu vollenden? Sonst könnte er den Grund dazu legen, aber nicht imstande sein, ihn zu Ende zu bringen, und alle Zuschauenden könnten anfangen, ihn zu verspotten   und zu sagen: ‚Dieser Mensch fing an zu bauen, konnte [es] aber nicht zu Ende bringen" (Lukas 14:28-30).

Dazu, "die Kosten zu berechnen" gehört es eben auch, sich zu fragen: "Bin ich bereit, alles zu halten, was Jesus Christus geboten hat oder ist mir einiges davon zu schwer?" Wer verstanden hat, was wahres Christentum alles einschließt, ist auch dazu bereit die Worte zu bedenken, die Jesus in dem vorangehenden Vers sagte: "Wer nicht seinen Marterpfahl trägt und mir nachkommt, der kann nicht mein Jünger sein" (Lukas 14:27). Dieser "Marterpfahl" schließt auch gewisse Härten ein, die der christliche Lebensweg u.U. mit sich bringen mag. Dennoch ist er der beste Lebensweg und der einzige, der zu wahrem und dauerhaftem Glück führt!

Das, was ich hier dargestellt habe, zeigt nur ausschnitthaft, was Christentum alles einschließt. Wichtig ist aber vor allem, dass man sich in allem, was man tut, von Gott und seinem Wort, der Bibel, leiten lässt.

LG Philipp

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Klar kannst du übertreten, wir haben hier Religionsfreiheit :D. Kann dir aber sagen, dass dir die evangelischer Kirche wahrscheinlich auch nicht viel mehr bieten kann. Die ganzen unnötigen Aspekte der katholischen Kirche fallen weg, aber es ist dasselbe in Grün. Du kannst jederzeit das Gespräch mit protestantischen bzw. katholischen Priestern/innen suchen, dafür sind die ja quasi da. Geh doch einfach mal nach einer Messe hin, oder geh ins Pfarrheim.

Und jede Gemeinde hat irgendwelche Aktivitäten, wo man sich engagieren kann.

Zu guter letzt will ich noch sagen, die Typen die dich "rausgemobbt" haben, waren Idioten, aber die gibt es leider in allen Religionsgemeinschaften.

Ich wünsche dir viel Erfolg bei deiner Wahl und dass du damit zufrieden wirst.


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Kommentar von Viktor1
17.07.2017, 13:46
protestantischen bzw. katholischen
Priestern/innen

was soll der feministische Quatsch.
Die Katholiken haben keine Priesterinnen und die Evangelischen noch nicht mal Priester, sondern nur "Theologen", Gemeindevorsteher bzw. "Verwaltungsbeamte".

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Kommentar von Vito90
17.07.2017, 14:10

Was soll das heißen, "das selbe in grün"? Religionen haben doch keine Farben?

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In Deutschland gibt es vom Staat her keine Probleme - Religionsfreiheit.

Von katholisch zu evangelisch ist wohl auch kein Problem an sich (die Kirchensteuer bekommt halt eine andere Gemeinde).

Die Übereinstimmungen zwischen beiden Richtungen sind auch recht groß: die Taufe zählt und wird nicht neu gespendet.

Ein Gespräch mit einem katholischen Fachmann/-frau und auch mit entsprechenden evangelischen Kräften ist sicher hilfreich.

Es ist ja neben dem Akt beim "Finanzamt" bzw. dem Standesamt (Staat) auch eine tiefe menschliche eigene Sache und die muss mit der alten oder neuen Kirche harmonieren.

Nach einer Bedenkzeit oder Glaubenskursen fällt dann die Entscheidung und die Gemeinde wird sicher mit Dir kooperieren.

Bei der katholischen Kirche gibt es neben dem zuständigen Pfarrer auch weitere Beratungsstellen (Caritas, Kath. Beratungsstelle f. Ehe- Familien- und Lebensfragen etc. auf Kreisebene oder beim Bistum) und sicher haben die Evangelen ähnliche Anlaufstellen.

https://www.evangelisch.de/inhalte/113397/18-09-2012/die-evangelische-kirche-uebertreten


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Ich denke, deine Freundin hat recht. Du solltest dir aber Zeit lassen um eine Gemeinde zu finden, wo du dich wohl fühlst.

Es gibt nicht nur die protestantische Landeskirche, sondern auch noch etliche Freikirchen, die du dir angucken kannst.

Wenn du glaubst, die Taufe in der katholischen Kirche ist richtig und gültig, solltest du darauf achten, dass deine neue Gemeinde nicht das Gegenteil erzählt.

Baptisten fallen dann schon mal aus.

Wenn dir das Sakrament wichtig ist, dann könnte die www.selk.de für dich ganz interessant sein.

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Liebe hoerbarestimme!

ich bin evangelisch und zum Glück wiedergeboren (lies vlt. Johannes 3 dazu), Die Wahl deiner Konfession ist wichtig. Wenn du z.B. in die evang. Kirche eintrittst müsst du dich allerdings nicht neu taufen lassen. Die ev. Kirche ist z.B. dadurch entstanden, dass die kathol. Kirche sich weigerte den Ablass abzuschaffen und somit auch Irrlehren wie das Fegefeuer, das Papsttum,  u.a. lehrte. Das Papsttum entpuppt sich als Amt ohne Anspruch. Die Reformation war also eine Gnadenzeit von Gott, in der klar wurde, dass Der Mensch nur glauben muss, um gerettet zu werden. Joh 3.36: ´´Wer an den Sohn glaubt, der hat das ewige Leben. Wer dem Sohn nicht glaubt, der wird das Leben nicht sehen, sondern der Zorn Gottes bleibt über ihm´´ Wie du allerdings sicher weißt, heißt es auch: Mt 7,14: ´´Und die Pforte ist eng, und der Weg ist schmal, der zum Leben führt; und wenige sind ihrer, die ihn finden.´´ Das bedeutet, dass nur wenige gerettet werden. Denn den wahren, also lebendigen Glauben, hat nur der, der Auch die Früchte des Glaubens Trägt. Und diese früchte kommen nur durch eine innige Beziehung zum lebendigen Gott.

Jeder ist ein Irrlehrer, der sagen würde, es gäbe keinen Ort der verdammnis, wo die Menschen ohne lebendigen glauben leiden. Doch dem ist so. Zahlreiche Bibelstellen belegen das, wie Mt 8,12; Mt 25,30; Offb 21,8 und weitere...

Ich rate dir also nicht unbedingt dazu, in der kath. Kirche zu bleiben. Sondern ich empfehle dir evangelisch zu werden. Das Fundament der ev. Kirche ist wohl als gut anzusehen, doch du darfst nicht übersehen, dass leider Die dt. ev. Kirche immer mehr Fehlentscheidungen getroffen hat und besonders in Zukunft treffen wird. Da musst du wachsam sein und Gottes Wort mehr glauben und gehorchen als den Menschen.

Gott segne dich

Ich hoffe ich konnte dir helfen; du kannst mich auch mal anschreiben wenn du willst.

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du möchtest die Konfession wechseln, nicht die Religion - oder ?
Du solltest dich erst mal wirklich mit der Christentum an sich beschäftigen, nicht mit einer Konfession, und deinen Kinderglauben ablegen.
"Glaube" mehr zur evangelischen Kirche weil eine "Freundin" beiläufig meint daß dies für dich passen würde !!!
Und da springst du drauf an und willst gleich "Nägel mit Köpfen" machen ?
Ich rate dir also dringend - falls du wirklich eine "Religion" suchst in der du dich zu hause fühlen kannst - beschäftige dich erst mal mit "Religionen" überhaupt, vielleicht kommt dir eine andere Idee (mehr ist dies bei dir ja nicht).
Vielleicht brauchst du gar keine ?
Ansonsten - überstürze nichts, es läuft dir nichts weg.

PS
ich bin kein Atheist sondern Angehöriger eine großen christl. Konfession.

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Kommentar von OhNobody
17.07.2017, 13:36

Gut geantwortet ...

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Mein Rat in Glaubensdingen ist, den Glaube zu hinterfragen. Macht man das gewissenhaft und rational, kommt man früher oder später darauf, dass es keinen Grund gibt zu glauben. Glaube ist eine grundlose Annahme. Je früher man das versteht, desto besser. Diese Erkenntnis lässt einen die Irrtümer erkennen, auf denen der Glaube basiert. 

Ich wünsche dir, dass du den Mut hast, dich der Realität zu stellen. 

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Deine Frage sollte nicht lauten: "Wie möchte ICH Gott anbeten?", 

sondern: "Wie wünscht GOTT angebetet zu werden?"

Um das herauszufinden, musst Du die Bibel lesen. Und dann Schlüsse ziehen. Allerdings reicht das Lesen allein nicht aus. Dur brauchst Hilfen zum Verständnis — einen Bibellehrer sozusagen.

Dann musst Du prüfen, ob Dir das logisch erscheint, oder nicht:

"Diese nun [die Beröer] waren edler gesinnt als die in Thessalọnich, denn sie nahmen das Wort mit der größten Bereitwilligkeit auf, indem sie täglich in den Schriften sorgfältig forschten, ob sich diese Dinge so verhielten." (Apg. 17:11)

Um Unklarheiten vorzubeugen: ich bin Zeuge Jehovas ...

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Sei doch eine Ein-Mann/Frau-Religion, in der du entscheidest an was du glaubst oder nicht. Dazu brauchst du nicht andere Menschen, die dir dazu etwas vorschreiben. 

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