Rat zu Ausbildungsabbruch?

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2 Antworten

Hi,

ich werde mich nicht im Erstellen von spekulativen Prognosen versuchen, aber vielleicht kann ich dir ein klein wenig dabei helfen dir selbst zu vertrauen, darauf, dass du die richtige Entscheidung triffst.

Du bist 18 und gerade dabei die ersten Schritte auf deinem beruflichen Weg zu gehen. Im Leben ist es oft so, dass man spürt, dass es der falsche Weg ist - dann hilft nur die Umkehr oder eine Umleitung.

Zum Erwachsenwerden gehört auch dazu, herauszufinden was man NICHT will. Wenn du also jetzt schon in deiner Ausbildung unzufrieden bist, wie soll das dann werden wenn du fertig bist und vielleicht aus diesem Beruf nicht so einfach raus kommst.... Das wird nüscht! Das macht dich unglücklich.

Bleibt also die Alternative! Super, Plan B ist bei dir schon vorhanden. In den zwei Jahren bis zum Abi entwickelst du dich weiter, reifst in deiner Persönlichkeit, hast die Chance dich durch Jobs und Praktika rundum zu informieren und wirst sicher nach zwei Jahren wissen, was du mit deinem Abi anfangen kannst und willst.

Was geht dir verloren wenn du das Abi nicht schaffst? Nichts! Dann hast du die Möglichkeit eine neue Ausbildung zu beginnen mit der du glücklicher wirst. Würdest du deine Ausbildung jetzt fortsetzen und nach zwei Jahren abschließen, hättest du auch die Möglichkeit einer zusätzlichen oder neuen Ausbildung.

Dein Einsatz ist etwas Zeit und die Tatsache, dass du von deinen Eltern abhängig bist. Sei froh, dass du Eltern hast die dich unterstützen. Mit einem Job neben der Schule kannst du dir ein klein wenig Geld dazu verdienen.

Also, nimm dein Leben in die Hand und treffe die richtige Entscheidung. Und denke daran: Tue etwas was du gerne tust, nur dann kannst du glücklich damit werden.

Alles Gute für dich.

Waffelkopf 17.07.2016, 19:03

Danke für die Antwort.

Also ich sehe das so: 

ich hab die 10te freiwillig wiederholt, weil ich eine bessere Mittlere Reife haben wollte.

Breche die Ausbildung ab und schaffe dann (im schlimmsten Fall) die FOS nicht.

Geil sieht das im Lebenslauf ja nicht wirklich aus. Sieht aus, als bräuchte ich bei allem mehrere Anläufe und sobald etwas eine Herausforderung darstellt, höre ich auf. Wer will so jemanden einstellen. 

Vor allem, was bedeutet schon glücklich sein. Jetzt, wo ich auf kein Geld angewiesen bin, ist es mir wichtig, dass der Beruf mich "erfüllt". Das würde mich glücklich machen. Angenommen ich entscheide mich jetzt für einen anderen Beruf, schreibe somit das "sichere" Geld ab, aber mache das, was mir Spaß macht. Dann bekomme ich vllt irgendwann eine Freundin, ziehe mit ihr zusammen, habe nen Beruf der mich glücklich macht, jetzt ist aber eher das Geld, was wichtig ist (wenn du verstehst) verdiene aber nicht so viel und muss mir was anderes suchen. 

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Waffelkopf 17.07.2016, 19:10

Was mir noch Sorgen macht: ich kann ja weiterhin die Ausbildung durchziehen und mich danach weiterbilden. Theoretisch gesehen. Aber dafür muss man gut sein und wenn es einem nicht gefällt, dann fällt es einem schwer gut zu sein.

In der Arbeit selbst bin ich vermutlich einer der besten bei uns. Bekomme sehr gute Beurteilungen in den einzelnen Abteilungen und verstehe mich auch echt gut mit eigentlich allen Leuten. Aber was die Schule angeht, sieht's eher schlecht aus. 

Wenn ich dahocke und mir irgendwelche Bohrerwinkel, Sägeschnitte, Feilen, Kunststoffarten anschauen muss, könnte ich kotzen. Meine Noten sind nicht mega geil und was für ein Meister wäre das dann, dem bei dem Zeug das Kotzen kommt :D

Die Zukunft macht mir einfach Angst und mit der Ausbildung hätte ich evtl eine kleine Absicherung, damit falls nichts klappt, ich trotzdem was habe. Aber genauso groß ist die Furcht, nie wieder aus diesem Bereich wegkommen zu können. Noch 2 Jahre, ungern, aber ok. Aber ein lebenlang, nein danke.

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sweetblueeyes84 17.07.2016, 19:26
@Waffelkopf

Eigentlich gibst du dir doch die Antwort auf deine ursprüngliche Frage gerade selbst: Wenn dir die Sicherheit so wichtig ist, dann zieh das durch - dann hast du eine abgeschlossene Berufsausbildung. Sehe die zwei Jahre bis zum Ende der Ausbildung als Sprungbrett um vielleicht sofort im Anschluss aktiv eine Veränderung herbei zu führen. Ich kenne dich nicht, aber du scheinst mir ein ziemlich reflektierter junger Mann zu sein der sein Leben durchaus kritisch hinterfragt. Mit diesen Voraussetzungen wird es dir auch gelingen den für dich richtigen Weg zu finden. 

Noch einen kleinen Hinweis zu deinen Bedenken bezüglich deines Lebenslaufs.... Ich selbst arbeite in einem großen Unternehmen und ab und an wohne ich dem Bewerbungsverfahren bei. Für uns gibt es eine Art "Welpenschutz". Heißt nichts anderes, als dass wir jungen Leuten das recht auf Sich-Ausprobieren und Selbstfindung zugestehen. Wenn in der Vita eines 50-jährigen allerdings zu lesen ist, dass er jährlich seinen Arbeitgeber wechselt, dann sehen auch wir das kritisch.

Das aber nur nebenbei bemerkt. Viel wichtiger erscheint mir dir mal virtuell bissel in den Hintern zu treten... ;-).... Du erweckst nicht den Eindruck an mangelnder Intelligenz zu leiden, vielleicht fehlt dir einfach nur ein wenig Fleiß um auch den theoretischen Teil deiner Ausbildung zu überstehen und mit guten Ergebnissen abzuschließen. Wer das eine will, muss das andere mögen. Du willst materielle Sicherheit, also lerne die Berufsschule zu mögen.

Du wirst deinen Weg gehen. Ohne dich zu kennen bin ich mir da ziemlich sicher!

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Hallo.

Ich finde es schonmal gut, dass du für dich selbst die Vor/Nachteile aufgelistet hast. du hattest gesagt, schon ein Praktika absolviert zu haben vor der Ausbildung, was hat dir denn daran gefallen, dass du dann in dem Bereich eine Ausbildung machen wolltest? Was ist der jetzige genaue Grund, weil du abbrechen willst?

Eins ist klar, wenn du was abbrichst kann man das nicht einfach aus dem Lebenslauf ausradieren, überall wo du dich neu bewirbst wird man dich fragen, was da war und dann kommt es immer auf die jeweilige Person, die vor dir sitzt an.

Waffelkopf 17.07.2016, 18:44

Kann mir ehrlich gesagt nicht mehr vorstellen, was mir daran gefallen hat :D Damals hat mir mein Onkel ein wenig von seinem Beruf erzählt und das hat mich so ein bisschen in die technische Richtung bewegt. Auch die Weiterbildungsmöglichkeiten. Also weniger der Beruf selber, eher die Chancen danach waren ein Grund. Zudem, wie schon erwähnt, bin ich bei einem sehr guten Unternehmen, fällt also noch schwieriger da zu gehen. 

Aber der jetzige Grund ist eben diese monotone Arbeit, beinahe Akkordarbeit. Zudem arbeite ich schon in Schichten, was mir auch nicht gefällt und wir haben sehr viel mit Lacken, Verdünnungen usw zu tun, was auch sehr auf die Gesundheit geht (sieht man auch, wenn man sich die Leute dort anschaut. Beinahe jeder hat Haarausfall, ungelogen) 

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