Rassenzuordnung

...komplette Frage anzeigen

5 Antworten

wenn das zuchttier für den zuchtverband zugelassen und anerkannt ist, gehört es dem zuchtverband an.

ein hengst kann auch für mehrere zuchtverbände zugelassen sein.

eine stute ist gewöhnlich nur für einen zuchtverband eingetragen. aber auch da gibts ausnahmen.

wenn eine stute beispielsweise im zuchtverband für hannoveraner eingetragen ist und der hengst ist für diesen zuchtverband anerkannt, bekommt das fohlen hannoversche papiere, auch wenn der hengst ursprünglich aus einem anderen zuchtverband kommt (beispielsweise vollblut, oldenburger, anglo-araber, holsteiner...).

ein zuchtverband hat ein zuchtziel. eingetragen werden pferde, die diesem zuchtziel möglichst nahe kommen oder von denen zu erwarten ist, dass ihr nachwuchs zum erreichen des angestrebten zuchtziel beiträgt.

wenn du also deine stute von einem vom hannoverschen zuchtverband anerkannten hengst decken lässt, ist das fohlen hannoveraner.

übrigens - als "hochblütig" bezeichnet man pferde, die einen hohen anteil vollblutabstammung in ihrer ahnentafel aufweisen. wenn in der abstammung deines pferdes hinter einem namen "xx" steht, handelte es sich um einen vollblüter.

es braucht zur "veredelung" immer mal ein bisschen fremdblut.

allerdings - aus meiner sicht - hats in der deutschen grosspferdezucht mittlerweile einen ziemlichen "einheitsbrei" aus modelinien... das traditionelle geht ein bisschen verloren. und auch ein bisschen die ursprünglichen charaktereigenschaften, die gegen hochleistungsgangwerk und springvermögen als ziel ausgetauscht werden. ich bin persönlich mehr ein freund der klassischen, mittelgrossen, mittelschweren grosspferde mit schräger schulter, gröberem röhrbein, bergaufgalopppade und viel pferd vor mir... (schade, die alten zeiten sind vorbei und die namen der stempellinien treten in den hintergrund... nostalgisches tränchen abwisch...).

bei kleinpferden in der übergangsgrösse vom pony zum pferd ist es ein bisschen komplizierter. ein in deutschland gezüchtetes pony, das ins "pferdemass" gewachsen ist, wird gewöhnlich in den verband "deutsches reitpferd" umgetragen, da ponys maximal ein stockmass von 1,48m haben dürfen. dazu gibt es dann noch die regional- bzw. rasseverbände. ein haflinger kann beispielsweise gleichzeitig im verband für deutsches reitpferd und im haflingerverband eingetragen sein. ein etwas kleinerer haflinger kann gleichzeitig deutsches reitpony und ausserdem im haflingerverband eingetragen sein.

das ist eine tolle ausführliche Antwort. Kann ich das Fohlen denn auch in das hannoveranische Zuchtbuch eintragen lassen auch wenn ich in einem anderen Bundesland wohne bzw. es in dem Bundesland geboren ist. Aber wenn ich deine Antwort richtig verstehe sind die Eigenschaften wichtiger als der Geburtsort.

0
@Tabaluga1961

ach ja - dem gibts noch was hinzuzufügen.

anders ist es, wenn ein zuchtbuch "geschlossen" wurde. dann wird für die rasse kein "fremdblut" mehr zugelassen.

als spontane beispiele fallen mir reinbluthaflinger, lippizaner, friesen, exmoor pony, dartmoor pony, islandpferd, achal tekkiner, new forest, connemara ein.

manche zuchtbücher schliessen auch rassereine pferde von der zucht aus, wenn sie unerwünschte eigenschaften aufweisen. beim friesen werden ausschliesslich rappen zugelassen, beim exmoor pony werden tiere mit abzeichen ausgeschlossen, haflinger gelten bei einem fremdblutanteil von mehr als 1,5% nicht mehr als reine haflinger und werden in einem separaten zuchtbuch geführt.

wenn deine hannoveranerstute im hannoverschen stutbuch geführt ist und von einem für hannover anerkannten hengst gedeckt wird, bekommst du eine deckbescheinigung, die du dem verband vorlegst, wenn die stute nachweislich tragend ist. die geburt des fohlens meldest du dann dem verband. das fohlen wird mit der stute begutachtet und bekommt dann den fohlenschein und einen abstammungsnachweis, sowie eine beurteilung. nach der beurteilung wird dann der zuchtwert deiner stute bestimmt.

ach ja - das bundesland ist egal. jedenfalls beim hannoveraner und noch einigen anderen. aber es gibt auch rassen und verbände, bei denen das anders ist.

schau doch einfach mal auf die seite vom verband...

...bevor ich hier einen kompletten roman schreibe...

0

Hannoverander, Oldenburger, Sachsen, Bayern, Würtemberger, Hessen usw. sind alle im großen und ganzen Deutsche Reitpferde - je nach Geburtsort bekommen diese Pferde ihren Rassenamen.

Theoretisch kannst du eine Oldenburgerstute mit einem Hessenhengst decken lassen was dann in Hannover geboren wurde - dann hast du einen Hannoveraner alleine nach Geburtsort.

Die deutschen Rassen haben nicht wirkliche Rassestandards und ihre Zuchtbücher sind offen, das heißt auch andere Rassen können eingekreuzt werden - bei geschlossenen Zuchtbüchern darf nur innerhalb der schon eingetragenen Pferde gezüchtet werden.

wenn der hesse für hannover anerkannt ist, ist das fohlen hannoveraner. man kann aber auch die stute umtragen lassen (sie muss gezeigt und beurteilt werden und die anerkennung bekommen), dann bekommt das fohlen papiere vom hessischen verband.

ich hab ja schon erwähnt... die "rassen" verwässern. korrekt heissts ja in wirklichkeit "schläge"...

0

Sobald die Mutter und der Vater verschiedene Rassen sind ist deine Stute ein Mix, jetzt kommt es auf die Prozente an wie viel Hanno und wie viel Oldenburgerblut deine Stute hat. Wenn die mutter halb Hanno, halb Oldenburger ist und der Vater ein reiner Hanno, ist deine Stute 25% Oldenburger und 75% Hannoveraner. Zum Beispiel.

LG

nein, die stute ist kein mix. jedenfalls nicht, wenn sie verbandspapiere hat.

denn wenn das stimmte, wäre z.b. jedes vollblut ein araber-arbeitspferd-mix...

0

Damit dein Fohlen ein Hannoveraner ist, musst du einfach dem Hannoveraner Zuchtgebiet angehören, dann wird es auch da eingetragen. Am besten nimmst du einen Hengst, der bei der Körung für den Zuchtverband dem du angehörst zugelassen wurde.

Der Vater sollte ein Hannoveraner sein xD

Was möchtest Du wissen?