Rassenlehre bzw Rassismus gibt es nicht bzw. ist falsch?

Das Ergebnis basiert auf 72 Abstimmungen

Es gibt keine Rassen bei Menschen 53%
Es gibt Rassen bei Menschen 40%
Sonstiges 7%

28 Antworten

Es gibt keine Rassen bei Menschen

"Rasse" ist mehr für Haustiere. Beim Menschen wären es Unterarten, aber das ist bei unserer Art nicht passend. Die Leute sind sich biologisch zu ähnlich. Man hat da hauptsächlich Farbvarianten bei Haut und Augen, aber wenn man zum Beispiel bei Insekten für jede Farbvariante eine Unterart definieren wollte, dann würde es sehr unübersichtlich.

Sonstiges

Du wirfst hier mehrere "Ebenen" durcheinander bzw. in einen Topf:

(1) Es gibt bzw. gab beim Menschen unterschiedliche Arten:
Beispiele: "Homo sapiens" und "Homo neanderthalensis"

(2) Alle jetzt lebenden Menschen gehören zur selben Art ("Homo sapiens"). Die Unterschiede bezüglich Hautfarbe etc. haben keinerlei Bedeutung.

Um es mal an Tieren zu verdeutlichen (denn schliesslich ist ja auch der Mensch nur ein Tier): Es gibt ja auch bei anderen Tieren unterschiedliche Zeichnungen / Fellfarben, selbst wenn sie der selben Art angehören. Es ist also nichts Besonderes.

Es gibt keine Rassen bei Menschen

Genetisch gesehen ist der Mensch eine extrem uniforme Art. Zwei beliebige Menschen sind miteinander zu 99.9 % genetisch identisch und die genetische Variation innerhalb einer einzigen Menschenpopulation kann größer sein als zwischen den Populationen.
Man kann noch einen anderen Vergleich heranziehen: nimm zwei Menschen von verschiedenen Erdteilen und vergleiche ihre genetischen Unterschiede, dann werden diese kleiner ausfallen als die Unterschiede zwischen zwei Schimpansen ein- und derselben Gruppe! Genetisch gibt es also keine Rechtfertigung, die die Unterscheidung der Menschen in verschiedene Rassen (der modernere Begriff dafür wäre Unterart) rechtfertigen würde, sodass alle Menschen derselben (Unter)Art Homo sapiens (sapiens) zugeordnet werden. Phänotypische Unterschiede zwischen den einzelnen Menschenpopulationen sind zwar vorhanden, aber die Übergänge sind nur unscharf und inkonsistent, sodass sich auf phänotypischer Basis ebenfalls keine biologischen Rassen einteilen ließen. Sie spiegeln lediglich unterschiedliche Umweltanpassungen wider.

Es gibt noch einen weiteren Grund, weshalb man den Begriff Rasse/Unterart nicht auf den Menschen antworten sollte. Wenn Biologen von Unterarten sprechen, dann meinen sie damit wertungsfrei eine in sich geschlossene, geographisch abgegrenzte Teilpopulation, die im evolutionären Kontext von einem gemeinsamen Vorfahren ebenso weit entfernt ist wie alle anderen Teilpopulationen auch. Biologen werten nicht, wenn sie von Rassen sprechen. Leider wurde der Begriff jedoch politisch von nationalistisch gesinnten Personenkreisen missbräuchlich verwendet, um ihre rassistisch ideologisierte Sichtweise zu rechtfertigen, insbesondere missbrauchten die Nazis in den 1930er und 1940er Jahren den Rassebegriff für ihre krude NS-Ideologie. Rassisten teilen Menschen nicht nur in Rassen ein, sondern sind überzeugt davon, dass einige Rassen (vorzugsweise die eigene) anderen körperlich und geistig überlegen seien und deshalb über die anderen herrschen sollten oder die anderen sogar auslöschen sollten. Schlimme und unvorstellbare Dinge sind im Zuge solcher "Säuberungsaktionen" durchgeführt worden, die Nazis ermordeten während ihrer Schreckensherrschaft schätzungsweise zwischen 5.6 und 6.3 Mrd Juden. Nicht nur Juden, auch Angehörige der Sinti und Roma, Kommunisten, Homosexuelle, Behinderte und andere Menschen, die nicht ins NS-Rassenbild passten, wurden systematisch ermordet. Es ist nur verständlich, dass man alles dafür tun muss, dass derartigem rassistischem Gedankengut nie wieder Raum geboten werden darf und man aus Rücksicht vor den Opfern rassistisch motivierter Taten den Rassebegriff auf Menschen nicht anwenden sollte.

Der Begriff Ethnie ist etwa ab den 1960er Jahren immer populärer geworden und hat den Rassebegriff weitgehend ersetzt. Mit Ethnie bezeichnet man Menschengruppen, die sich vor allem durch kulturelle Gemeinsamkeiten ähneln, beispielsweise eine gemeinsame Religion, Sprachen, Werte und Gesetze oder andere Riten. Das ist für Ethnologen sicher sehr spannend, für Biologen und insbesondere Evolutionsforscher ist diese Unterschiedung jedoch nur wenig geeignet, denn Angehörige einer Ethnie müssen nicht eine gemeinsame stammesgeschichtliche Herkunft haben, also nicht von einem gemeinsamen Vorfahren abstammen.

Obwohl wir keine unterschiedlichen Rassen unterscheiden können und die genetischen Unterschiede nur gering sind, reichen diese geringen Unterschiede aber dennoch aus (es sind immerhin noch zwischen 10 000 und 30 000 Basenpaare, in denen wir uns voneinander unterscheiden), um uns ganz spannende Dinge zu erzählen.
So erzählen uns die Gene zum Beispiel, dass die größte genetische Varianz in Afrika auftritt, hier finden wir beispielsweise auch eine große Anzahl unterschiedlicher mitochondrialer Haplotypen (leider gibt es, anders als für Europa (s. u.) keine mir bekannte genaue Anzahl der verschiedenen Haplotypen in Afrika), während es in Europa nur sieben verschiedene Haplotypen sind, die auf sieben Frauen zurückgehen (in der Literatur populärwissenschaftlich auch als "Die Sieben Töchter Evas" (gemeint ist die "mitochondriale Eva") bekannt). Wir können daraus schließen, dass der Mensch einst in Afrika entstanden und von dort schließlich nach Eurasien und in den Rest der Welt ausgewandert ist. Damit ist die bereits von Charles Darwin vertretene Out-of-Africa-Theorie nun auch genetisch belegt und bestätigt damit auch weitgehend die fossile Rekonstruktion der Menschheitsgeschichte.
Die Gene erzählen uns auch, dass Homo sapiens sapiens auf seiner nach Eurasien auch auf Homo sapiens neanderthalensis und den Denisova-Menschen traf und sich mit ihnen fortpflanzte, denn beide, Neanderthaler und Denisovaner, haben ihre genetischen Spuren im Erbgut von Eurasiern hinterlassen (bei Afrikanern finden wir dagegen keine Reste von Neanderthaler- oder Denisovaner-Genen).

Woher ich das weiß:Studium / Ausbildung – Biologiestudium, Universität Leipzig

Wir sind auch mit einer Maus zu 95% genetisch identisch. Ein Hund(beispielsweise Mops) und der Wolf sind auch zu 99,8% genetisch identisch. Also von daher weiß ich nicht, was ich mit dieser Information anfangen soll. Kann es doch als Indiz für Beides hinweisen.

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@Nik7778

Hund und Wolf gehören beide auch derselben biologischen Art an, es dürfte daher keineswegs verwundern, dass sie sich genetisch sehr ähneln. Die 5 % Unterschied zwischen Maus und Mensch sind außerdem schon immens (zum Vergleich: in der Mikrobiologie spricht man bei Abweichungen von mehr als 3 % schon von getrennten Arten). Grundsätzlich hast du aber natürlich vollkommen recht, dass die genetischen Daten alleine erheblichen Interpretationsspielraum zulassen. Wir sind deshalb auf Vergleiche mit anderen, vorzugsweise nahverwandten, Arten angewiesen.

Der springende Punkt dabei ist: alle Menschen sind untereinander genetisch wesentlich ähnlicher als beispielsweise zwei Schimpansen, die man traditionell verschiedenen Unterarten zuordnet, ja sie sind sogar einander ähnlicher als zwei Schimpansen derselben Unterart. Wenn also beim Schimpansen der genetische Unterschied innerhalb einer Unterart schon größer ist als unter allen Menschen, spricht nichts dafür, den Mensch genetisch in verschiedene Rassen auftrennen zu wollen.

Und noch einmal: die genetischen Daten sind nur ein Baustein. Ein weiterer ist die Morphologie - und auch die rechtfertigt eine Aufspaltung des Menschen in Rassen schlichtweg nicht.

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Es gibt Rassen bei Menschen

Der Neandertaler war kein Homo Sapiens. (Und Homo Sapiens ist eine völlig unzutreffende bezeichung - der "weise Mensch".... aber ja doch....)

Innerhalb der Spezies Mensch gibt es unterschiedliche Rassen. Diese unterscheidn sich in einigen körperlichen Unterschieden.

Wie es das bei Katzen oder Hunden oder Hühnern oder Affen auch gibt, welche sich allesamt gleichsam in körperlichen merkmalen unterscheiden.

Und das hat nichts mit Diskriminierung zu tun, dies zu erwähnen, wie es auch nichts mit Diskriminierung zu tun hat, zu erwähnen,d ass es Unterschiede bei Mann und Frau gibt.

Es hat aber was mit Dummheit zu tun, aus der reinen Erwähnung bereits eine Diskriminierung machen zu wollen.

Die Diskriminierung fängt erst an, wenn man ein Wertigkeitsurteil abgibt aufgrund einer dieser Unterschiede. Das wäre Rassismus, eine Diskriminierung aufgrund der Rasse.

Wenn Boxer einen Schäferhund dissen, weil er eine andere Rase ist, dann wäre das Diskriminierung. Zum Glück ist Homo Sapiens - der "weise Mensch" weiter.... oder doch nocht? Ich meine, einige von uns könnten da echt was von Hunden lernen.

In diesem Sinne stimmt dann auch wieder der Spruch, nicht jede Hand, die ich hielt, hatte es verdient - wohl aber jede Pfote, ich habe noch nie erlebt, dass Boxer oder Schäferhunde diesbezüglich Probleme hätten.

Schäferhunde haben in sich viel weniger genetische Variabilität, als Varianz zu den Boxern, die wiederum in der Gruppe wenig Variabilität haben. Das sind Rassen, Unterarten. Genau das sieht beim Menschen umgekehrt aus, damit hat der Rassebegriff genetisch keine Begründung.

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@Herfried1973

Streit man sich jetzt schon, wieviele genetische Unterschiede bestehen müssen, um den Begriff Rasse zu verwenden, nur um ihn bitte irgendwie nicht zu verwenden, weil er auch von A-Geigen verwendet wird, die diesen Begriff missbrauchen?

Reicht das nicht langsam mal mit dieser "ich muss alles immer umbenennen..." Manier?

Ich bestelle auch ein Zigeunerschnitzel - und nein, ich meine es nicht böse, wenn ich es bestelle.

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@feinerle

Das ist kein Streit sondern Naturwissenschaftlich eindeutig definiert

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@Herfried1973

Ok, wieviele Unterschiede müssen es sein? Bei welcher Zahl ist bitte genau die Grenze - das würde mich dann doch mal interessieren,. nur rein faktisch den Zahlenwert.

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@feinerle

Vergleich der Varianz innerhalb der Gruppe zur Varianz zwischen dem Durchschnitt der Gruppen. Innerhalb größe = keine Rasse, zwischen den Gruppen größer = Rasse

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Es gibt Rassen bei Menschen

Mein Kommentar klingt jetzt hoffentlich nicht beleidigend.

Meines Wissens gibt es (biologisch gesehen) schon so etwas wie Rassen oder Unterarten, die durch Kreuzung entstanden sind. Zu der Zeit, als der Homo Sapiens begann, Afrika zu verlassen gab es neben dem Homo Neanderthalensis in Europa noch eine oder zwei weitere Arten (wobei die zweite keine große Rolle spielt) der Gattung Homo in Ostasien. Da es Nachweise für die Kreuzung aller drei Arten gibt, sind so drei (Zucht-)Linien enthalten, die afrikanische Linien, die fast ausschließlich aus Homo Sapiens besteht/bestand, die kaukasische Linie, die in Europa und Westasien lebt (also wir), sowie eine mongolide Linie, der die Ostasiaten und die Indianer angehören.

Wenn man es wie bei Tierarten ausdrücken will: Es gibt (auch wenn es jetzt beleidigend klingt) drei Rassen die Schwarzen, die Weißen und die Gelb-Roten (der Satz soll niemandem beleidigen, sondern bezieht sich einfach darauf, welche Farbe die Haut dieser Menschen hat bzw. welche Farbe man ihr zuschreibt).

Es gibt keine Rassen bei Menschen. Auch keine "Unterarten". Alle heute lebenden Menschen gehören einer Rasse "der Rasse Mensch" an. Das ist sogar wissenschaftlich fundiert und festgehalten.

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@JoshiBecher

Das mit den drei Entwicklungslinien stimmt aber, das hab ich schon bei einer Doku auf N24 und bei Medical Detectivs gehört.

Mit Unterschieden zwischen Rassen hab ich Unterschiede wie bei einem Rauhaar-Dackel und einem Kurzhaardackel gemeint. Wenn du die DNA der beiden Hunde vergleichst wirst du wahrscheinlich keine auffälligen Unterschiede finden und wenn du ihr Skelett vergleichst auch nicht, aber wenn du ihr Fell vergleichst wirst du einen Unterschied spüren. Bei Medical Detectivs wurde dass auch so erklärt, unter dem Mikroskop sehen die Haare eines Menschen aus der kaukasischen Linie anderst aus als die eines Menschen aus der mongoliden Linie.

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@crasytyp

Darüber das es keine Rassen unter Menschen gibt, brauchen wir nicht diskutieren. Das ist wissenschaftlich und faktisch belegt. Warum kommst du dann immer noch mit einem "ja aber"? Da gibt es kein aber.

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@JoshiBecher

Das mit den drei Entwicklungslinien stimmt aber trotzdem oder denkst du, dass die Fachleute extra solche Fehler in ihre Serien einbauen, um uns Unwissende und Amateure zu verarschen oder zu kucken wie wir reagieren, wenn wir so etwas hören.

Aber damit, dass man deshalb nicht gleich von Rassen sprechen muss, grnr ich dir recht. Ich habe mich bei dem Moment, ab wann man von einer neuen Rasse sprechen kann verschätzt und mich möglicherweise auch etwas falsch ausgedrückt, da ich eben auch kein Fachmann bin.

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