Räumungsklage nach Frist von fristloser Kündigung oder ordentlicher Kündigung einreichen (Mietrecht)?

6 Antworten

Wenn der Mieter im Verlauf der Räumungsklage von sich aus auszieht, kannst du diese Klage nicht mehr gewinnen. Würdest du in dieser Situation nichts tun, müsstest du also die Kosten des Prozesses tragen.

Daher stellt die Rechtsprechung dem Kläger verschiedene Mittel zur Verfügung, damit er nicht auf seinen Kosten sitzen bleibt:

  • Wenn der Mieter auszieht nachdem er die Klage erhalten hat, kannst du den Rechtsstreit für erledigt erklären. Dann geht es nur noch um die Kosten. Im Prinzip prüft das Gericht dann, ob der Mieter die Klage verloren hätte, wenn er nicht ausgezogen wäre.
  • Wenn der Mieter auszieht bevor ihm die Klage zugestellt wird, dann kannst du einen Antrag auf Feststellung der Kostentragungspflicht stellen.

In beiden Fällen würdest du also nicht auf deinen Kosten sitzen bleiben. Soweit du rechtsschutzversichert bist, musst du dir um die Kosten ohnehin keine Sorgen machen.

Wann genau du die Klage einreichen solltest, hängt sehr stark vom Einzelfall ab. Wenn die Voraussetzungen der fristlosen Kündigung sicher vorliegen, spricht nichts dagegen dies bald zu tun.

Vielen lieben Dank für deine Antwort! Habe eben in meinem Profil noch eine zweite Frage gestellt bezügich des Widerrufs. Würde mich über eine Antwort von dir sehr freuen

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Wenn der Mieter ausziehen sollte, während die Klage schon läuft, kannst du die Klage "in der Hauptsache für erledigt" erklären. Dadurch würde der Mieter in der Regel die Kosten des Verfahrens auferlegt bekommen.

Aufgrund deiner Informationen in deiner Frage habe ich den starken Verdacht, dass du deine Kündigung so geschrieben haben könntest, dass sie nicht wirksam ist. Du schreibst Dinge, aus denen der Eindruck entsteht, dass du nicht wirklich weißt, was du tust.

Und wenn die Kündigung unwirksam ist, dann wird deine Räumungsklage zurück gewiesen. Dessen solltest du dir bewußt sein, denn dann bleibst du auf den Gerichtskosten sitzen.

Es gibt Fälle, in denen du auch bei Zahlungsproblemen dem Mieter nicht zwingend fristlos kündigen kannst. In manchen Fällen ist es nur fristgerecht möglich. Das würde dir in der Räumungsklage auf die Füße fallen. Daher geh zu einem Anwalt. Eine in den Sand gesetzte Räumungsklage kann dir teurer kommen. Nehmen wir mal fiktiv an, die Nettomiete ist 500€ monatlich. Dann sind das allein nur Gerichtskosten von 495€.

habe meinen Mieter nun endlich nach mehrmaligen Abmahnen wegen erheblicher verspäteter Zahlungen gekündigt und zwar fristlos

Dann hoffentlich bei einem Mietrückstand, bei der "der Mieter a) für zwei aufeinander folgende Termine mit der Entrichtung der Miete oder eines nicht unerheblichen Teils der Miete (mehr als eine Monatsmiete) in Verzug ist oder b) in einem Zeitraum, der sich über mehr als zwei Termine erstreckt, mit der Entrichtung der Miete in Höhe eines Betrages in Verzug ist, der die Miete für zwei Monate erreicht" denn nur das wäre ein wichtoger Grund für die fristlose Kündigung n. § 543 BGB :-)

Wann sollte ich nun die Räumungsklage einreichen?

Nach ablauf einer angemessenen, n. h. M. 14 Tage umfassenden Räumungsfrist nach dokumentiertem Zugang der Kündigung.

oder nach Erhalt des Schreibens sofort auszieht weil er sich an die Frist der ordentlichen Kündigung hält.

Es gilt die außerordentliche fristlose, nicht die hilfsweise mit ausgesprochenen ordentliche Kündigungsfrsit. Denn hilfsweise meint, sie greift erst dann, wenn etwa ein Gericht nicht auf die wichtigen Gründe und Unzumutbarkeit der fristlosen Kündigung erkennt.

Wer zahlt dann den Gerichtskostenvorschuss den ich vorgestreckt hab?

Der Beklagte, wenn die Klage in der Hauptsache für erledigt erklärt wird.

Muss im Vorfeld geprüft werden ob die fristlose Kündigung wirksam war

Nein. Entweder akzeptiert der M die fristlose Kündigung und übergibt die Mietsache innerhalb der angemessenen Räumungsfrist geräumt und in vertrgsgemäßem Zustand.

Oder es ist Klage geboten, dies per GV durchzusetzen oder festzustellen, dass sie unberchtigt erfolgte.

Die Kosten werden dem auferlegt, der in der Sache unterliegt, sofern er zahlungsfähig wäre.

G imager761

Räumung ohne Gerichtlichen Titel?

Hallo folgendes Beispiel:

Ein Mieter zahlt nachweislich monatlich Miete an den Vermieter.

Der Vermieter wurde bevor der Mieter gekürzt hat wegen reparaturen 3 mal aufgefordert die Sache zu reparieren, bis heute kenen Kontakt die Aufforderungen laufen bis jetzt schon drei Monate.

Der Mieter hat jetzt selbst die Reparatur vorgenommen heißt einen Fachmann beauftragt da die Fenster kaputt waren, keine Heizleistung mehr besteht Dach unddicht ist.

Der Mieter hatte den Vermieter die Rechnung zugesandt, per Einschreiben kam nichts zurück vom Vermieter weder Zahlungsbestätigung etc.

Eines was aber zurückkam die Einreichung des Vermieters der Räumungsklage nach nur einer gekürzten Rate des Mieters nach 5 Jahren Mietszahlung.

Der Vermieter hatte die Räumung beauftrag ohne Räumungsurteil des Gerichtes:

Jetzt die Fragen:

Wie kann man gegen einen sollchen Vermieter juristisch voregehen ???

Da der Gerichtsvollzieher den Räumungsauftrag erst erhalten hat wie lange kann man wiederspruch einlegen oder sollte man sofort wiederspruch einlegen und alle Beweise und zahlungen wie Aufforderung zur Reparatur mit Wiederspruch der Räumungsklage den Amtsgericht einreichen ??

Kann man jetzt von den Vermieter Schadensersatz fordern ???

Der Mieter hatte weder noch eine fristlose Kündigung erhalt noch eine Abmahnung noch eine außerordentliche Kündigung vom Vermieter ist dies überhaupt rechtswirksam oder steckt Betrug dahinter???

Wie würdet ihr die Situation einschätzen ???

Gruß Antworten

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