Räumungsklage erhalten, der Vermieter droht mich mit Eides Statt, was tun?

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7 Antworten

Lass mich raten. Du hattest die November- und Dezembermiete nicht bezahlt und wurdest deshalb im Januar fristlos gekündigt. Ca. zwei Wochen später hat der Vermieter Räumungsklage eingereicht, woraufhin Du mitgeteilt hast, dass Du Ende Januar die Wohnung verlassen wirst. Dann ist es aber Anfang Februar geworden.

Der Vermieter verlangt nun von Dir 4 Monatsmieten, nämlich November, Dezember, Januar und Februar, richtig?

Wenn Du im Dezember die fristlose Kündigung erhalten hast, könnte er aber unter Berücksichtigung der normalen dreimonatigen Frist, sogar auch noch die Märzmiete verlangen. Das wären dann 2500 € zzgl. Zinsen und 135 € Anwaltskosten, also rund 2700 €. (5000 € dürfte wohl etwas zu hoch gegriffen sein.)

Es ist ansonsten richtig: Wenn Du innerhalb von zwei Monaten nach Zugang der fristlosen Kündigung den Rückstand bezahlt hättest, wäre die Kündigung tatsächlich vom Tisch gewesen. Aber eben nur, wenn Du bezahlt hättest und auch die Folgemieten bezahlt hättest. In Deinem Fall also Zahlung der November, Dezember und auch Januarmiete bis spätestens ca. Mitte Februar.

Da Du aber statt zu zahlen, doch vorgezogen hast, lieber auszuziehen, hast du den Vermieter noch zusätzlich dadurch geschädigt, dass er einen Mietausfall hinnehmen muss, bis er die Wohnung wieder neu vermieten kann. Dem trägt das Gesetz dadurch Rechnung, dass die Miete so zu entrichten ist, als wenn der Mietvertrag vom Mieter ordentlich gekündigt worden wäre. In Deinem Fall also drei Monate Kündigungsfrist ab Mitte Dezember bis Ende März.

Selbstverständlich besteht der Vermieter zurecht darauf, dass Du den ganzen Schaden ersetzt. Wenn auch 5000 € zu hoch gegriffen sind, wird er doch anstelle der noch anhängigen Räumungsklage einen gerichtlichen Mahnbescheid beantragen, der bis zum Vollstreckungsbescheid durch gezogen wird, wenn Du nicht vorher bezahlst. Mit dem Vollstreckungsbescheid hat er einige Möglichkeiten, Dir das Leben schwer zu machen. Eine davon ist, dass der Gerichtsvollzieher eine eidesstattliche Versicherung von Dir verlangt, dass Du absolut vermögenslos bist. Zuvor wird er versuchen, in Dein Hab und Gut, Dein Bankkonto oder Deinen Lohn (sofern Du so was bekommst), zu pfänden. In jedem Fall gilt der Titel 30 Jahre, es sei denn, Du kannst ihn durch ein Privatinsolvenzverfahren abwenden. Im übrigen kommen während der Laufzeit des Titels immer noch weitere Zinsen hinzu. Irgendwann werden es dann tatsächlich 5000 €.

Vor der Eidesstattlichen brauchst Du keine Angst zu haben. Ein Mahnbescheid beschert Dir auch schon einen Eintrag in diverse Register, eine fehlende Mietschuldenfreiheitsbescheinigung kann Dich bei der künftigen Wohnungssuche behindern und Ratenverträge wirst Du auch nie mehr erhalten. Also ist die Eidesstattliche als I-Tüpfelchen schon ziemlich egal.

Was Du tun kannst? Zahl Deine Schulden!

An wen Du Dich wenden kannst? Vielleicht die Caritas?

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Er verlangt nun von mir 4 Monaten Miete ( Februar 2017 inkl.)

 

Er kann natürlich bis zu deinem tatsächlichen Auszug eine Nutzungsentschädigung in Höhe der monatlichen Miete geltend machen.

Für Februar wäre das dann aber meiner Meinung nach nur Anteilig bis zum 03.02.17 möglich.

Selbst wenn er die Februarmiete noch in Rechnung stellt, halte ich die 5.000 € für überzogen.

Der Streitwert ist hier relativ gering und es gab gar kein Urteil, bzw. eine Verhandlung. Hier wären lediglich die Auslagen des Anwalts und geringe Gerichtskosten zu zahlen.

Wenn Du hier auf Gesamtkosten von 3.000 € kommst, wäre das schon viel.

an wenn kann kann ich mich kostenlos oder zu niedrigen Kosten wenden ?

 

Erst einmal ans Amtsgericht. Dort kannst Du Dir ggfs. einen Beratungsschein ausstellen lassen.

https://de.wikipedia.org/wiki/Beratungshilfe

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... das ist mir zu wirr, es werden also in echt nicht zwei, sondern vier Mieten einfach nur so nicht bezahlt.

Mit der Rückgabe des Mietgegenstandes gibt es nun ja kein Verfahren mehr und auch kein Urteil. Das Ding muß ja nicht mehr geräumt werden.

Somit reduzieren sich die Kosten doch deutlich. Welche das sind, setzt das Gericht fest, also abwarten.

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Kommentar von Bananarama1986
07.02.2017, 14:03

Naja, wenn der Vermieter bei der anhängigen Klage den Streit für erledigt erklärt, dann gibts theoretisch noch n Feststellungsurteil mit der vollen Kostenfolge gegen den unterliegenden Mieter.

Nur durch die (verspätete) Rückgabe der Mietsache löst sich die Klage nicht in Luft auf, sie ist weiterhin anhängig.

Bzgl. der Zinsen wüsste ich gerne, wo die 5% herkommen. Steht der Zinssatz im Mietvertrag? Sonst sind es 5%-Punkte über dem Basiszinssatz (aktuell -0,88%), also 4,12% Zinsen (5% Punkte + -0,88 % Basiszinssatz).

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Ich fürchte, der Vermieter wird auch diese Kosten geltend machen können. Ob sie in ihrer Höhe berechtigt sind, lässt sich von hier aus nicht beurteilen aber dem Grunde nach hat er schon recht.

Du musst ja nicht nur die ausstehende Miete zahlen. Darüber hinaus bist du ihm schadensersatzpflichtig. Steht die Wohnung nach der Räumung leer, musst du bis zu drei Monate lang die fehlende Miete zahlen. Die Anwalts- und Gerichtskosten, die dem Vermieter entstanden sind, gehen ebenfalls zu deinen Lasten.

Du hast es mit der Räumungsklage wirklich drauf ankommen lassen und bekommst jetzt natürlich die Rechnung präsentiert. Das ist für dich nicht schön aber letztlich nur richtig und konsequent.

Du kannst dich an den örtlichen Mieterverein oder einen Fachanwalt wenden. Inwieweit diese dir noch weiterhelfen können, ist schwer zu sagen.

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Kommentar von ChristianLE
07.02.2017, 12:33

Steht die Wohnung nach der Räumung leer, musst du bis zu drei Monate lang die fehlende Miete zahlen.

 

Hat er aber laut Fragestellung nicht. Hier ist nur von den Kosten bis Februar die Rede.

Das wären dann insgesamt 2.000 €.

Der Vermieter hat hier aufgrund des geringen Streitwertes sicher keine Gerichts- und Anwaltskosten von 3.000 €, zumal es nicht einmal eine Verhandlung, geschweige denn ein Urteil gab.

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Die Verbaucherzentrale in deiner Stadt könnte dir sicher einen guten Rat geben. Die Gebühr ist gering.

Du könntest bei einem Mieterverin nachfragen, ob sie dich in diesem aktuellen Fall beraten, was ich nicht glaube. Zukünftig wäre das eine Option, die jährlichen Beiträge belaufen sich auf ca. 70 Euro incl. Rechtschutz.

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Der Vermieter kann dich, da Du die fristlose Kündigung zu verschulden hast wegen Mietausfall schadensersatzpflichtig machen. Mit einem Betrag in Höhe von bis zu 3 Monatsmieten.

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Kommentar von Interesierter
07.02.2017, 12:24

Und die Gerichtskosten einschl. Anwaltshonorare und sonstiger Auslagen gehen auch zu Lasten des FS.

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Kommentar von ChristianLE
07.02.2017, 12:43

Der Vermieter kann dich, da Du die fristlose Kündigung zu verschulden hast wegen Mietausfall schadensersatzpflichtig machen.

 

Hat er ja aber nicht. Vielmehr berechnet er hier utopische Gerichtskosten und Zinsen in Höhe von 3.000 €.

Das Honorar des Anwalts beträgt laut Klageschrift nur 135,00 EUR.

Also will der Vermieter 2.865 EUR für Gerichtskosten und Zinsen? Netter Versuch...

Die Gerichtskosten dürften hier deutlich unter 100 EUR liegen.

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Damit wäre mein zukünftiges Leben richtig kompliziert.

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du verwechselst glaube ich die eidesstattliche erklärung und privat insolvenz.

das sind verschiedene sachen.

die eidesstattliche ich nicht so wild.

wenn du wirklich nichts hast, dann passiert auch nichts, es wird noch nach pfändbarem geschaut, du kannst dich auch bei deinem OGV informieren wie das abläuft.

du bist dann natürlich nicht mehr kreditwürdig aber im gründe wars das auch schon.

die schulden werden "auf halde" gelegt.

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