Radikalisierung des 2 Weltkrieges

9 Antworten

Hei hn144, unter "Radikalisierung des Krieges" kann ich mir - offen gestanden - nichts vorstellen. Vielleicht folgendes: Als die Weltöffentlichkeit die Augen vor der millionenfachen Ermordung unschuldiger Menschen in den Gaskammern nicht mehr verschließen konnte, und als die Grausamkeiten deutscher Besatzer an der Zivilbevölkerung der besetzten Gebiete ruchbar wurde, und als die Machthaber des Dritten Reiches erkennen mussten, dass ihr Krieg verloren war: Da führten die Kriegsgegner der Deutschen, USA, Sowjetunion, Großbritannien, ihren Kampf gegen die Nazis mit noch größerer Wucht - und da wehrten sich die Nazis mit noch verbissenerer Wut - gipfelnd in Goebbels "Wollt-ihr-den-totalen-Krieg"-Rede. Oder so. Grüße!

Die Radikalisierung begann mit dem Balkan- und Russlandfeldzug, hier traf die Wehrmacht auf einen Feind der die Genfer Konvention nicht akzeptierte. So wechselte eine Grausamkeit die anderen ab. Beispiel: Ein Partisanenüberfall auf eine Nachschubkolonne zog dann eine Vergeltungsaktion nach sich. Das sich dann immer mehr steigerte. Auch der Bombenkrieg der Engländer und Amerikaner auf Frauen und Kinder, z.B. durch Langzeitzünder, die erst dann Explodierten wenn die Bevölkerung aus dem Bunkern kam, trug viel dazu bei.

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Du vertauschst Ursache und Wirkung. Bereits von Beginn des Rußlandfeldzuges an erfolgten unmittelbar hinter der Front Massenerschiessungen von Zivilisten. So wurden bereits am 24. Juni - also unmittelbar nach dem Überfall - in Garsden (Gargzdai) die ersten 200 völlig unbeteiligten Zivilisten von deutschen Polizeieinheiten erschossen. Neun Wochen später wurden die bis dahin gefangen gehaltenen, dazugehörigen Frauen und Kinder von litauischen Hilfspolizisten erschossen (auch Gegenstand des Ulmer Einsatzgruppenprozesses).

http://www.annaberger-annalen.de/jahrbuch/1997/Annaberg%20Nr.5%20Kap7.pdf

Unmittelbar danach wurden Einsatzgruppen aus deutschen Polizeieinheiten zusammengestellt, die nach diesem Muster entlang der gesamten Front vorgingen. Allein in der ersten Phase bis Frühjahr 1942 fielen diesen Einsatzgruppen über eine halbe Million Zivilisten - Männer, Frauen, Kinder - zum Opfer.

Die deutsche Seite hat von Anfang an einen rasseideoligischen Vernichtungskrieg gegen die SU geplant und umgesetzt. Ich möchte Dich bitten, daß Du diese historische Tatsache nicht unter den Teppich kehrst. Denn ich gehe davon aus, daß Du eigentlich ausreichend darüber informiert bist.

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@FloydPepper

Es geht hier um die Radikalisierung des Krieges und nicht um Einsatzgruppen der Polizei, davon wussten die Rotarmisten zu Anfang des Krieges bestimmt nichts. Und wenn es diese nicht gegeben hätte wäre der Krieg im Osten genau so Brutal geführt worden.

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@Militaerarchiv

Ach, Du bist also der Auffassung, die Einsatzgruppen von SD und SiPo hätten nichts mit dem Krieg zu tun? Das ist doch jetzt wohl nicht Dein Ernst, oder? Was für eine abenteuerliche Argumentation ist DAS denn?

Die hast die Partisanen angesprochen. Diese rekrutierten sich nicht nur aus versprengten Rotarmisten sondern auch aus Juden, die den Erschießungs- und Verschleppungskommandos entkommen waren (bekanntes Beispiel: Bielski-Partisanen). Man wußte also sehr frühzeitig, was passiert. Die Partisanen waren zudem eine Folge der repressiven Besatzungspolitik und nicht umgekehrt. Die spätere Zunahme der Partisanentätigkeit war außerdem ein willkommener Vorwand, um gegen die Zivilbevölkerung vorgehen zu können. Die bei der sogenannten "Bandenbekämpfung" getöteten Partisanen machten einen Anteil von etwa 10 % aus - der "Rest" waren unbeteiligte Zivilisten.

wäre der Krieg im Osten genau so Brutal geführt worden.

Er ist so brutal geführt worden, weil er von deutscher Seite als Vernichtungskrieg geplant war. Du verkennst hier offensichtlich völlig Planung und Ziele der deutschen Führung:

http://de.wikipedia.org/wiki/Deutsch-Sowjetischer_Krieg#Vernichtungspl.C3.A4neundMordbefehle

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@Militaerarchiv

Natürlich funktioniert der Link auf diesem hinterwäldlerischen Board mal wieder nicht. Gemeint ist der Abschnitt "Vernichtungspläne und Mordbefehle". Bitte lesen!

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Das stimmt natürlich, erklärt die von deutscher Seite ausgehende Gewalt aber nicht. Mit dem "Generalplan Ost" war ohnehin die gewaltsame Umsiedlung von mehreren Millionen Slawen vorgesehen, wobei Massensterben bewusst in Kauf genommen wurde. In seiner Posener Rede macht Himmler mehr als deutlich, was er von den Slawen hielt - so wurde hinter der Front auch mit ihnen umgegangen. Und nicht zu vergessen ist auch, dass die Judenvernichtung mit dem Überfall auf die UdSSR einsetzte - Einsatzgruppen folgten der Wehrmacht und erschossen Juden, wo sie sie fanden, was erst einige Monate später durch KZ systematisiert wurde.

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@Militaerarchiv

Literatur vom äußersten rechten Rand. Du weißt, warum Bücher des Pour-le-Merite-Verlages z.B. in der Wikipedia als nicht zitierfähig gelten?

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@FloydPepper

Erst mal lesen. PS: In meinem zitierfähigen Schulgeschichtsbuch stand nicht von der polnischen Mobilmachung, Katyn, Rheinwiesen, Dresden, Nemersdorf... aber ganz viel von Einsatzgruppen und der Judenverfolgung. Und seit wann ist Wikipedia zitierfähig??

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@Militaerarchiv

Was war denn mit der polnischen Mobilmachung? Und welche der polnischen Mobilmachungen meinst Du? März oder August? Wollen wir mal wieder Geschichtsrevisionismus betreiben? Dann mal los! Und was ist mit Rheinwiesen? Erzähl doch mal! Was ist mit Dresden? In meinen Schul-Geschichtsbüchern stand es drin.

Und wer hat behauptet, daß Wikipedia als "zitierfähig" gilt? Ich sprach davon, daß Pour le Merite als nicht zitierfähig gilt. Möchtest Du mir etwa das Wort im Munde umdrehen?

Seidler ist genauso wie Munier bekannter Rechtsextremist. Dementsprechend "glaubwürdig" sind seine Ergüsse. Und wie die Wehrmachtsuntersuchungsstelle einzuordnen ist, sollte eigentlich bekannt sein.

Niemand bestreitet, daß es auch Kriegsgreuel durch Rotarmisten gab. Aber Du unternimmst hier den untauglichen Versuch, sie mit Hilfe rechtsextremistisch-revisionistischer Literatur als ursächlich für die Radikalisierung des Krieges hinzustellen. Das ist billige Verdrehung der historischen Tatsachen.

Ich möchte Dich bitten, für Deine Argumentation künftig auf seriöse Historiker zurückzugreifen und uns nicht mit solch rechtsradikalem Schmuddelkram zu behelligen. Danke.

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@Militaerarchiv

Die Rote Armee ging mit den Wehrmachtssoldaten nicht weniger zimperlich um - ja, das bezweifel ich nicht. Allerdings sind die von deutscher Seite begangenen Verbrechen an Rotarmisten und Sowjetbürgern keine Folge davon, sondern waren von vornherein in diesem Vernichtungskrieg angelegt und beabsichtigt.

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@Todward29

Wenn die Rote Armee nicht weniger zimperlich mit den deutschen Kriegsgefangenen umgegenagen wäre, als die Wehrmacht mit den Rotarmisten, dann wären die Toten unter den deutschen Kriegsgefangenen mindestens doppelt so hoch gewesen. Eine Todesrate von gut einem Drittel zu zwei Dritteln macht schon einen signifikanten Unterschied, der auf einen anderen Umgang schließen lässt, obwohl die Rote Armee dazu nun überhaupt keinen Grund gehabt hätte.

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@PeVau

Konkrete Zahlen hatte ich nicht vor Augen, danke für die Klarstellung - wobei die Todesrate der gefangenen Rotarmisten Wehrmachtsakten zufolge etwa 50% betrug.

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Die Radikalisierung des Krieges begann mit dem Überfall auf die SU 1941. Dieser Krieg wurde - im Gegensatz zu den vorangegangenen Feldzügen - als rasseideologischer Vernichtungskrieg geplant und geführt. Er war von Anfang an von Massenerschiessungen der Zivilbevölkerung gekennzeichnet (siehe mein Kommentar zu den Ereignissen in Garsden/Gargzdai 1941).

Zudem war geplant, 20-30 Millionen Sowjetbürger zu vernichten und die übrige Bevölkerung hinter den Ural zu drängen oder zu versklaven.

Selbst der rechtskonservative Historiker Ernst Nolte bezeichnete den Krieg gegen die SU als "den ungeheurlichsten Eroberungs-, Versklavungs- und Vernichtungskrieg" der Neuzeit und grenzte ihn von den „Normalkriegen“ gegen andere Staaten ab.

Weiterführende Themen/ Stichworte: Generalplan Ost, Backe-Plan, Holocaust, Einsatzgruppen, Kriegsgerichtsbarkeitserlaß

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