Radikaler Gedanke?

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9 Antworten

Oberstes Ziel eines Diktators, Monarchen oder auch anderen Menschen in Führungsposition ist Machterhalt.

Per se muss dies nicht schlecht sein - so kann ein Potentat der Auffassung sein, möglichst gut zu seinen Untergebenen zu schauen, so dass diese keinen Groll gegen ihn zu hegen brauchen und ihn somit auch nicht stürzen wollen; solange der Grossteil der Bevölkerung zufrieden mit ihm ist, braucht er nichts zu fürchten.

Ich nehme an, dass Du von einem solchen oder ähnlichen Machthaber ausgehst.

Die Frage, die sich nun aber stellt, ist, wie er dies bewerkstelligen soll. Um diese zu beantworten, müssen wir wiederum fragen, wie denn ein solcher Potentat in einem heutigen, europäischen Land an die Macht gelangen könnte. Was wären die Umstände und Bedingungen, die eine Machtergreifung ermöglichten?

Welche charakterlichen Eigenschaften müsste ein solcher Mensch aufweisen, um in unserer heutigen Zeit "der Mann der Stunde" zu sein? Und wie sähe dies in zehn, zwanzig oder dreissig Jahren aus? Wie würde diese Person vorgehen, wenn sich die Erde weiterdrehen sollte, neue Probleme auftauchen würden und sie ihre bisherigen Handlungsweisen hinterfragen müsste?

Kann sie dies intellektuell bewerkstelligen, die eigenen Gewohnheiten ablegen und falls nicht, besässe sie die charakterliche Grösse, Rat zu suchen? Und wen soll sie beiziehen? Und warum sollte ein allfälliger Ratgeber, der die Lösung parat hätte, nicht selber an die Macht drängen und einen Umsturz provozieren?

Und selbst wenn ein beinahe allwissender, sozial intelligenter, sowohl gütiger als auch in seinen Handlungen konsequenter Herrscher daher käme - wer würde nach dessen Ableben folgen?

Du siehst - die Anforderungen an einen "perfekten" Herrscher sind kaum zu erfüllen; dies liegt vor allem an der Mannigfaltigkeit und teilweise Gegensätzlichkeit der benötigten Charaktereigenschaften als auch am geforderten Mass an Wandlungsfähigkeit. Und nicht zuletzt auch an seiner Sterblichkeit.

Doch was wäre, wenn die Staatsgewalt nicht bloss in der Hand eines einzigen oder weniger Menschen läge, sondern in den Händen der ganzen Bevölkerung? Wenn das Volk in seiner Vielfalt an Ideen quasi der Herrscher wäre, Minister, Räte und Richter ernennen und abwählen würde und das letzte Wort bei der Verfassungsgebung und der Einführung neuer Gesetze hätte?

Eine gut funktionierende Demokratie ist über einen längeren Zeitraum hinweg betrachtet um Dimensionen effektiver als ein jeglicher Diktator es je sein könnte. Versteh mich jetzt bitte nicht falsch - auch eine Demokratie (sei es in Deutschland oder hier in der Schweiz) ist weit davon entfernt, perfekt zu sein. Doch sie ist wohl die Staatsform, welche der Perfektion am nächsten kommt.

PS: Kennst Du Friedrich II.?

PS`: Lies Machiavelli.

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Wenn ein Diktator in deinem Sinne entscheidet, entscheidet er automatisch gegen den Willen von anderen Menschen. Verstehst? Es ist unmöglich "vernünftig" zu sein.

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Kommentar von KyloRenHD
15.06.2016, 21:35

Und wenn er den Wille des Volkes berücksichtigt , aber unvernünfitges ignoriert? Bsp. Das Volk will einen Krieg gegen eine andere Nation . Der Diktator sagt : " Nein ! " . Wäre dann nicht der Diktator vernünftiger ?

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Naja, es gibt halt keinen unfehlbaren Diktator. Die Voraussetzung ist gottesgleich.

Die Demokratie ist vor allem auch ein Schutzmechanismus vor diktatorischen Tendenzen. 

In einer Demokratie wie unserer kann auch Diktatur entstehen. Bei einer absoluten Mehrheit bspw. und dass Parteien nicht unfehlbar sind, weiß man ja. Dann greift aber ein demokratischer Pluralismus: Gerichte, Verfassungsgerichte, Recht auf Demonstration ... usw. das verhindert den Alleingang bis hin zur Absetzung. Ein Diktator oder Monarch lässt sich davon nicht beeindrucken.

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Kommentar von Everklever
15.06.2016, 21:57

es gibt halt keinen unfehlbaren Diktator

Das lass mal nicht den Kim Jong-un hören!

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Kommentar von Fordfahrer123
15.06.2016, 22:01

Sollte ein Diktator bei uns mit >70 % der Stimmen gewählt werden oder er den passenden Apparat zusammenbekommen, können ihm die Gerichte etc. auch egal sein.

Notfalls ruft er dann einen neuen Staat aus (Putsch).

Ganz so ist es auch nicht, daß sowas bei uns niemals geschehen könnte.

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Kommentar von Everklever
15.06.2016, 22:07

 Ein Diktator oder Monarch lässt sich davon nicht beeindrucken

Wieso? Bei Erich hat´s doch geklappt.

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Geschichte und Gegenwart zeigen, dass Diktatoren/ Monarchen nicht im Sinne der Gemeinschaft handeln. Es geht auch nicht allein um Vernunft, sondern darum für alle "das beste rauszuholen". Das funktioniert nur in demokratischen Strukturen.

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Eine gute Diktatur ist besser als eine schlechte Demokratie.

Nur liegt eben die Wahrscheinlichkeit sehr viel größer, daß der Diktator eben nicht das macht, was Du Dir vorstellt, der edle Mann der Arbeitsplätze, Wohlstand und Sozialstaat schafft, nebenbei das Land gegen äußere Feinde verteidigt und Behutsam dort in die Freiheit eingreift, wo es notwendig ist (Autobahnbau vs. Einwände der Anrainer).

Da mir in der Geschichte kein uneigennütziger Diktator bekannt ist, bin ich dann doch lieber für Demokratie, auch wenn diese manchmal auch nicht das gelbe vom Ei ist, wenn nämlich zu viele Voll...ten das Sagen haben.

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Klar. Mit Diktatur verbindet man immer Unterdrückung etc.

aber wenn eben ein "guter Diktator" an der Macht ist, wäre es schon was schönes.

Ist aber nicht umsetzbar und eben auch nicht gerecht, da es unterschiedliche Interessen etc gibt

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Ist es nicht ein deutliches Zeichen, dass es noch nie einen "vernünftigen" Monarchen gegeben hat?^^

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Zum einen ist eine Diktatur keine Monarchie sondern dennoch eine Republik, ausserdem ist eine Demokratie in vielen Dingen besser und keiner hat zu viel macht und meiner Meinung nach wird die ARD sich eh nicht lange halten wie andere Parteien die nur für kurze Zeit ein paar Prozente hatte (Piraten)

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Politiker in Demokratien denken nur kurzfristig in Wahlperioden und hauptsächlich an ihre Karriere.

Monarchen wollen ihr Reich erhalten und weitervererben, denken in Generationen und sind somit mehr auf Nachhaltigkeit aus.

Politiker die in Demokratien an die Macht kommen wollen, müssen erst den Weg durch die Partei nach oben schaffen. Dazu gehören kräftige Ellenbogen und ein "flexibler" Charakter um alle potenziellen Konkurrenten auszuschalten.

Dadurch ist es praktisch ausgeschlossen, daß es ein Politiker mit gutem Charakter an die Spitze schafft. Da ist die Chance zufällig einen guten Monarchen zu bekommen weitaus höher.


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