Radgruppe = Auto?

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2 Antworten

Du suchst den Paragraphen 27 der StVO. Darin ist geregelt, dass mehr als 15 Radfahrer einen geschlossenen Verband bilden dürfen.

Dabei handelt es sich übrigens NICHT um eine "Gleichstellung" mit einem Auto, sondern die Regelung erlaubt euch als Radfahrern "nur", quasi als Konvoi fahren zu dürfen.. Und ihr habt dann das Recht, dauerhaft in Zweierreihe zu fahren.

Wichtig dabei: es muss für andere Straßenverkehrsteilnehmer deutlich erkennbar sein, dass ihr auch wirklich zusammengehört.

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Als Fahrzeuge "gleichgesetzt" schon ab einem einzigen Radfahrer!

KFZ und Radfahrer sind beide Fahrzeuge mit generell gleichen Verkehrsregeln, gleichen Rechten und gleichen Pflichten!

In Paragraph zwei der Straßenverkehrsordnung findest du den Hinweis, dass Radfahrer generell auf der Fahrbahn zu fahren haben. Dort gelten für sie dieselben Vorfahrtsregelungen wie für Autos, LKW, oder Motorräder!

Die einzigen Unterschiede für Radfahrer bestehen darin, dass sie auf Kraftfahrtstraßen und Autobahnen nicht fahren dürfen. Tun Sie es trotzdem, zahlen sie im Falle des Erwischtwerdens ein Bußgeld von 15 €. Dieses Bußgeld ist aber sogar noch geringer als falschherum gegen der Einbahnstraße zu fahren (20 €) oder auf dem Gehweg zu radeln (20 €).

Außerdem gelten für Radfahrer nicht die allgemeinen Geschwindigkeitsbegrenzungen. D.h., sie dürfen Innerorts schneller als 50 km/h und Außerorts schneller als 100 km/h radeln. Auch, wenn die Höchstgeschwindigkeit auf dem Fahrrad derzeit bei 133 km/h liegt (Weltrekord USA, in der Salzwüste, Geschwindigkeit gehalten über eine Viertelmeile), sind solche Geschwindigkeiten für einen normalen Radfahrer utopisch und man kann hier nicht von einer "Bevorteilung" der Radfahrer sprechen.

Neben diesen zwei aufgezählten Punkten ist der einzige weitere Unterschied zu Autos, dass Radfahrer Radwege benutzen dürfen, sofern sofern es welche gibt. Das dürfen Autos natürlich nicht.

Unter strengen gesetzlichen Auflagen kann für Radfahrer auch eine Benutzungspflicht des Radwegs angeordnet werden. Hierfür muss auf der Fahrbahn aber eine erhebliche Gefährdung des Radverkehrs bestehen, und der Radweg muss gewissen Mindestanforderungen genügen. Die ERA nennt hierfür eine Mindestbreite von 1,50 m (geforderte Normbreite ist 2 m für einen Einrichtungsradweg!), eine straßenbegleitende Führung, d.h. der Radweg verläuft parallel und nahe zur Fahrbahn und verfügt über dieselbe Vorfahrtberechtigung.

Nur unter diesen Voraussetzungen darf eine Benutzungspflicht angeordnet werden. Diese ist jedoch durch entsprechende Verkehrsschilder zu kennzeichnen. Welche das sind, findest du, sofern es dich interessiert, in Paragraph 2 der StVO.

Benutzungspflicht bedeutet allerdings nicht, dass es hier keine Ausnahmen gibt!

Ist ein Fahrrad aufgrund seiner lichten Breite für den Radweg zu breit (zum Beispiel Fahrräder mit Anhänger, Lasten Fahrräder, dreirädrige Fahrräder, Velomobile) können Sie die Fahrbahn benutzen.

Ist der Radweg nicht benutzbar, erlischt die Benutzungspflicht! (Das gilt zum Beispiel bei Schnee, Autos, Scherben, etc. auf dem Radweg).

Dann, bei einem Hindernis, das den Radweg blockiert, darf man nicht auf den Gehweg ausweichen, (dort darf man nur schieben! - sonst: 20 €!) sondern muss auf der Fahrbahn weiterfahren!

Eine weitere Ausnahme besteht, wenn ein Radfahrer nicht indirekt sondern direkt abbiegen möchte. Dann darf er hierfür rechtzeitig vorher auf die Fahrbahn wechseln!

Aber, die Regelung die du wahrscheinlich meinst, ist Paragraph 27 der StVO. Dieser regelt geschlossene Verbände.

Hierzu hat Dan030 schon etwas geschrieben.

Ein solcher Verband (mit mehr als 15 Radfahrern) zählt wie ein einzelnes Fahrzeug! Dieser Paragraph gilt aber genauso für Fußgänger (zum Beispiel bei Demos oder Beerdigungen), Skateboardfahrer, usw.

Radfahrer in einem Verband sind nicht am Radwegbenutzungspflichten gebunden! Sie dürfen immer auf der Fahrbahn fahren und sie dürfen dort nebeneinander fahren!

Nun könnte man meinen, dass dies etwas besonderes wäre. Wie du oben lesen kannst, ist es das aber nicht wirklich. Denn einzelne Radfahrer dürfen ebenfalls in den allermeisten Fällen die Fahrbahn benutzen. Sogar nebeneinander fahren ist für weniger Radfahrer kein Problem. Dies ist erlaubt, sofern dabei niemand behindert wird!

(Dabei ist zu berücksichtigen, dass eine "gefühlte" Behinderung noch lange keine tatsächliche Behinderung darstellt - Das wäre es erst dann, wenn ein Überholvorgang unmöglich gemacht wurde, das bei hintereinander fahrenden Radfahrern möglich wäre. Da jedoch ein seitlicher Mindestabstand von 1,50 m beim Überholen von Radfahrern vorgeschrieben ist [Beim Überholen an einer Steinigung oder beim Überholen von Kindern sind es sogar 2 m zwischen dem rechten Seitenspiegel des Autos und linken Lenkerende des Fahrrads!], ist ein legales Überholen oft gar nicht möglich, ohne komplett auf die Gegenfahrbahn zu wechseln. Wenn dann also zwei Radfahrer nebeneinander fahren und so verhindert wird, dass man sich illegal zwischen Radfahrer und Gegenverkehr hindurchquetschen kann, ist dies faktisch keine Behinderung!!!)

Das einzig Besondere und Lustige an einem Radfahrerverband ist, dass wenn die Ersten über eine grüne Ampel fahren, diese grüne Ampel auch für den Rest des Verbands (der ja ein einzelnes Fahrzeug ist) zählt, auch der Rest mit rüber darf, selbst wenn die Ampel schon wieder auf Rot umgesprungen ist.

Aber, das gilt für Bundeswehrkolonnen auch!

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