Radfahrer weicht anderem Radfahrer aus und stürzt

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6 Antworten

Das Stichwort ist angepasstes Fahren, man muss im Verkehr, auch mit dem Rad, immer so fahren das es möglich ist, gefahrlos anzuhalten. Ohne Fremdeinwirkung, Auffahren, muss sich der Verunfallte (D) die Frage gefallen lassen, ob er die SItuation falsch eingeschätzt und zu schnell gefahren ist. Ich denke er wird daher damit keine Ansprüche durchsetzen können, wenn man den anderen Radfahrer keine Schuld, und ich kann erstmal keine erkennen, nachweisen kann. Die gegenseitige Rücksichtnahme gilt zwar auch hier, kann aber erstmal nicht dazu herangezogen werden einseitige Rechtsansprüche daraus abzuleiten, denn es gilt ja gegenseitig.

Hat sich nur der Lenker bewegt und B ist eigentlich nicht von der Stelle gekommen? Dann ist der Anspruch von D schon ziemlcih gewagt. Ist B hingegen etwas in die Spur von D gezogen und D musste bremsen, dann ist der Anspruch von D vermutlich größtenteils gerechtfertigt.

Wenn eine Haftpflicht vorhanden ist und diese Verkehrsunfälle mit dem Fahrrad abdeckt, dann kann man den Fall möglicht präzise und ehrlich der Haftpflicht schildern. Die muss ja zahlen, wenn man schuld ist und wenn nicht wird sie normalerweise dem Anspruchssteller schreiben, warum sie der Meinung ist nicht zahlen zu müssen. Das nennt sich dann "passiver Rechtsschutz":
http://www.tarifcheck24.com/haftpflichtversicherung/passiver-rechtschutz/

In der Tat scheint B in die Spur von D gezogen zu sein, bzw. hatte dies vor. In Anteilen (1/2, 1/3 der Fahrspur) lässt sich das aufgrund der in kürzester Zeit aufeinander gefolgten Ereignisse wohl nicht mehr sagen.

Gruß Max

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@MaxG68

vorhaben kann man viel! Wenn sich B aber mehr als ein paar cm in Richtung der Spur von D bewegt hat, dann wird es schwer eine Mitschuld zu vermeiden.

Blöd für B ist dabei, dass D eventuell Anzeige wegen Körperverletzung stellt und dann auch eine kleine Mitschuld Kosten für B bedeuten.

Blöd für D ist, dass sie geklingelt hat. Wer klingelt erkennt eine Gefahr und muss sich deswegen auf diese einstellen. Eine "Schreckbremsung" sollte dann eigentlich nicht mehr passieren.

Blöd für beide ist, dass B und D jeweils die Sache sehr unterschiedlich darstellen werden. Geht es vor Gericht wid man vermutlich kaum eine Prognose treffen können.

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@espressionant

Der kombinierte Rad- und Fußweg ist insgesamt 3m breit.

Sollte die Spur nicht breit genug sein, um in angemessener Geschwindigkeit an der stehenden 3er Gruppe vorbei zu fahren?

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@MaxG68

Ergänzung:

  • Das Klingeln wurde von A und B nicht wahrgenommen. C sagt, er habe es aus der Entfernung leise vernommen. Es handelt sich um eine Klingel der Standardausstattung.

  • B wurde unmittelbar nach dem Sturz massiv von D's Begleiter (E) massiv angegangen. Noch heute war B wegen stetiger Nervosität und nächtlicher Unruhe beim Arzt. Sollte es zu einer Anzeige wegen Körperverletzung kommen und sollte die Familienhaftpflicht nicht zahlen, wird dieser Vorfall definitiv zur Sprache kommen.

Keine Frage: D wurde schwer verletzt und soll bekommen, was zusteht.

Ganz ohne Mitschuld sieht B D wegen völlig ungangepasster Fahrweise aber nicht.

Nicht auszudenken, wenn es zu einer tatsächlichen Kollision gekommen wäre

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@MaxG68

als Radfahrer stimme ich Dir voll zu. Es sollte eigentlich kein Problem sein, auf einem 3m Radweg mit Abstand zu überholen und man sollte nicht so schnell fahren, dass man bei einer Panikbremsung überschlägt. Also auch wenn B sich etwas vom Fleck bewegt hat, hätte D nicht stürzen dürfen. Ich fahre selber gerne schnell und muss dauernd überholen. Aus meiner Sicht muss D seinen Schaden (komplett) selber tragen. Aber ein Gericht oder die Versicherung können eine andere Gewichtung treffen und zu einer komplett anderen Ansicht kommen.

Hier geht es um Recht und leider haben Gerichte und Juristen gewöhnlich wenig Ahnung von Radfahren, Logik und Vernunft. Meine Schwester hat Jura studiert und ich hab mich oft mit ihr gestritten, weil es im Jurastudium keine Logikkurse gibt.

Das mit der Klingel ist allerdings durchaus logisch. Wenn jemand klingelt (also hier D), dann weil es ein Problem gibt. Also D hat ein Problem erkannt. Warum bremst D dann nicht voher ab, oder hält mehr Abstand, etc => das ist ein klares Fehlverhalten von D.

Wegen dem Angriff von E gegenüber B mag B ebenfalls ein Schadensersatz zustehen. Der hat aber mit D nix zu tun.

Übrigens ein Überschlag durch Verbremsen ist so mit das Schlimmste was man machen kann. Man rammt Kopf voran mit hoher Geschwindigkeit in den Asphalt. Das geht auch mal tödlich aus. Ein Abfliegen nach einem Zusammenprall ist da gewöhnlich harmloser, weil man hauptsächlich rutscht.

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@espressionant

Vielen Dank für Deinen Beitrag.

Ich denke einfach, D hat einen Fahr- und/oder Bremsfehler gemacht. A war nochmal am Unfallort, die Bremsspur ist 3m lang, was auch immer das zu bedeuten hat. D ist locker 5m weit geflogen, sie ist direkt neben A (der vordere der drei Radfahrer!) gelandet.

Das Klingeln kann man bei der Geschwindigkeit eher als "Bahn frei, ich kann eh nicht mehr bremsen!" interpretieren. Die Gruppe war schon aus mind. 100m Entfernung sichtbar.

B wird der Haftpflichtversicherung den Vorgang neural schildern. D wird mit Sicherheit behaupten, B habe sich weit über die Hälfte des Radwegs zum Drehen bewegt, was so nicht stimmen würde.

Und klar: der Angriff von E hat mit D nix zu tun.

B hofft, die Versicherung zahlt (B ist dann eben schuld, na und?) und gut ist.

Gruß Max

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@MaxG68

3m Bremsspur bedeutet blockierendes Rad für etwa eine halbe Sekunde. Zu kurz um zu reagieren. War das Vorderrad blockiert, dann war am Ende der Spur die Kraft zu klein um das Rad zum Rutschen zu bringen. Es ist dann blockiert => Abflug

Man darf beim Radfahren das Vorderrad nicht blockieren!

Ich wünsche D gute Besserung und B wünsche ich, dass es keinen Streit gibt!

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@MaxG68

Wenn ich nicht mehr richtig bremsen kann, weil mir jemand plötzlich in den Weg läuft, klingel ich nicht, sondern schreie. Das geht schneller, ist lauter und funktioniert zuverlässiger; es geschieht ganz automatisch, während die Konzentration, die ich zum Klingeln brauche beim Bremsen fehlt.

Klingeln dient eigentlich nur dazu, frühzeitig auf sich aufmerksam zu machen, um Gefahrensituation nicht erst entstehen zu lassen. Zur Gefahrenbewältigung taugt die Klingel nicht.

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Selbst Schuld wenn er sich erschreckt und durch sein Fehlverhalten überschlägt, das macht ihm spätestens die Haftpflichtversicherung schon klar.

Beim Überholen anderer Fahrradfahrer hat man die entsprechende Vorsicht walten zu lassen. Vermutlich war die gestürzte Radlerin, deiner Beschreibung nach flott unterwegs, wenn sie sich überschlug.

Klingeln heißt nicht, dass man sofort überholen kann. Man sollte sich, schon im Eigeninteresse vergewissern, dass die vor einem fahrende Gruppe auf das Klingeln reagiert, Tempo rausnehmen und vorbeifahren.

Hallo und vielen Dank für die schnellen und zahlreichen Antworten.

Der Fahrradfahrerin B wird vorgeworfen, sich vor dem Lenkmannöver in Richtung der Fahrbahnmitte nicht umgeschaut zu haben, so wie man es logischerweise im Auto macht, wenn man aus einer Parkbucht auf eine befahrene Fahrbahn fährt.

Das ist in übertragenem Sinn ja auch richtig, oder?

Gruß Max

Nein, denn ein Rad/Gehweg ist keine Straße. Auch verfügt das Rad nicht über eine Rückspiegelpflicht. Und den Kopf nach hinten drehen, kann auch bei älteren Radlern Probleme bereiten....

Ich bin jahrelang Rennrad gefahren und kenne das Problem mit Radlergruppen von solchen Radwegen. Der, der überholen will, muss das deutlich anzeigen und in angemessenem Tempo vorbeifahren. Mit Schlenkern ist immer zu rechnen. Dagegen kann ein gewisser Abstand beim Vorbeifahren nützen.

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Der Schilderung zufolge handelt es sich nicht um ein bewußtes Lenkmanöver (etwa um die Spur zu wechseln), sondern um einen Schlenker beim Anhalten. Mit Schlenkern eines Radfahrers muss ein Überholender immer rechnen. Der hat demnach zu geringen Sicherheitsabstand gehalten.

Der Schlenker passiert zudem gerade unwillkürlich beim Blick nach hinten.

Die schnellere Radfahrerin sieht dagegen die ganze Sitruation von hinten, muss sich vorsichtig nähern und mit ausreichendem Abstand überholen. Hat sie offensichtlich nicht.

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@user547957

Nun ja, (jetzt kommt es zu den vielleicht bisher als unwichtig erachteten Feinheiten), ich denke, Radfahrerin B hat mit dem Schlenker zum Drehen angesetzt, bzw. wurde es von der gestürzten Radfahrerin so gesehen.

Das kann mal also durchaus als "bewußtes Lenkmanöver" betrachten. Wie gesagt, ohne sich davon zu überzeugen, dass der Radweg für dieses Manöver überhaupt frei war.

Gruß Max

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@MaxG68

dann kommt es - wie espressionant schreibt - auch darauf an, wie weit sie in die 'mittlere Spur' gefahren ist. Bei 20-30 cm ist da sicher kein Verschulden gegeben, bei 70cm möglicherweise ein gewisses Mitverschulden. Hat sie gar plötzlich gewendet und stand quer in der Mitte des Weges, sieht es schon anders aus.

Das hängt dann auch davon ab, wie schnell und mit welchem Abstand überholt wurde und ob sie abrupt oder allmählich in die 'mittlere Spur' gewechselt ist. Da es kein Zusammenstoß war, sondern ein Erschrecken und zu starkes Bremsen, spricht viel für die Haupt- oder Alleinschuld des Überholenden. Aber ohne dabei gewesen zu sein, kann das hier natürlich keiner sagen, nur Anhaltspunkte geben.

Ich meine: Generell muss man auf einem gemeinsamen Geh- und Radweg auch bei Radfahrern mit einer 'Spaziergängermentalität' rechnen, also mal ein leichtes Wechseln nach links oder rechts. Das hängt aber auch von den konkreten Umständen ab, ob da viele Spaziergänger sind oder ob es vom Charakter doch mehr (schneller) Rad- als Gehweg ist.

Wenn man auf einem kombinierten Rad- und Gehweg so stark bremsen muss, dass man sich überschlägt, ist man i.d.R. zu schnell - es sei denn, der ist so gut einzusehen, dass man an keiner Stelle mit Fussgängern rechnen muss (Was ist auf der Seite, wo keine Bahntrasse ist?).

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@user547957

Hallo,

die Bahntrasse existiert nicht mehr, auf dieser wurde ja der Radweg gebaut.

Bei dem Wetter ist die Trasse voll mit Spaziergängern, Radfahrern (Familien!), und Inline-Skatern.

Es gibt dahingehend auch prinzipiell keine "Spuren" für Radfahrer.

B wollte wie gesagt zum Drehen ansetzen, dreht sich (den Lenker bewegend) zum Sohn (C) um.

D hat das wohl erschreckt.

B hätte D ja spätestens gesehen, wenn B waagerecht gestanden hätte. Hat sie aber nicht, weil es gar nicht so weit kam.

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Der Verunglückte ist selber Schuld, weil er zu schnell unterwegs war.

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