Radfahrer feuert nach rechts Pistole ab! Kippt der Rückstoß ihn nach links auf den Boden?

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10 Antworten

Das ist mal eine interessante Frage.

Du kennst es doch: Je langsamer man fährt, desto unstabiler wird man und droht umzukippen. Je schneller man fährt, desto stabiler wird man. Man kann sogar leicht freihändigfahren. Bei einem Motorrad ist dieser Effekt noch stärker. Bei 100 km/h macht sogar starker Seitenwind kaum was aus. Man wird eher im ganzen zur Seite gedrückt, als das man umfallen würde. Das liegt an den beiden Rädern. Sie wirken stabilisierend wenn sie sich drehen. http://de.wikipedia.org/wiki/Kreisel

Manche Raketen haben Kreisel verbaut, damit sie stabil in ihrer Flugbahn liegen.

Viele die hier Antworten werden noch nie eine Pistole abgefeuert haben. Die Antwort würde also in etwa so am meisten Sinn ergeben: Fährt der Fahrradfahrer mit 0,5 km/h und gleicht den Gegenimpuls des Schusses nicht mit Gewichtsverlagerung aus, dann kippt er um. Fährt er um die 15 km/h und schneller, dann wird er gar keine Probleme haben.

Man könnte das sogar aussrechnen. Eine Walther PPK hat das Kaliber 9 mm Luger. Ein Standdardgeschoss wiegt 8 Gramm und fliegt mit etwa 350 m/s davon. Der Fahrer hat eine Masse von 100 kg das Geschoss von 0,008 kg ... Impuls und gegenimpuls sind gleich. In einen Dreisatz gegossen ergibt sich für den Fahrer eine seitliche Beschleunigung auf theoretisch 0,03 m/s also 0,1 km/h. Als Kraftwirkung entspricht das knapp 30 N ... also weniger als 0,3 Kilogramm in seitlicher Richtung. Das ist echt nicht viel und bei höheren Fahrgeschwindigkeiten locker zu verkraften.... er wird also nicht umfallen :-)

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FloTheBrain 23.03.2013, 23:39

Hab N falsch in kg umgerechnet, sorry... sind nicht 30 N, sondern 3 N ... das entspricht dann in etwa 0,3 kg ... Endergebnis war also richtig.

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Bei einem Revolver würde ich mir mehr Sorgen, als bei einer Pistole um den Rückstoß machen. Das liegt ganz einfach darin, dass eine Pistole einen federnd gelagerten Schlitten mit Verschluss und Schlagbolzen hat. Ein gefallener Schuss treibt also die Kugel durch den Lauf nach vorn und den Schlitten trotz der entgegen gesetzten Feder nach hinten. Dabei wird der Hahn für den Schlagbolzen wieder gespannt, die verbrauchte Hülse ausgeworfen und eine weitere Patrone wird durch einen weiteren Federmechanismus aus dem Magazin in den Verschluss geschoben, wonach der Schlitten wieder nach vorn rutscht, da die Feder den Schlitten wieder nach vorn zieht.

In der Tat wird zwar ein Rückstoß bei der Explosion der Treibladung in der Patrone erzeugt, welcher aber durch die Federwirkung des Schlittens stark abgemildert wird. Wenn jemand beim Radfahren ein ganz empfindliches Gleichgewicht hat und eine Pistole seitlich abfeuert, dann kann es vielleicht passieren, dass durch den Rückstoß der Fahrer mit dem Rad umkippt, aber normalerweise ist dieser Rückstoß derart minimal bei einer Pistole, dass bei auch nur etwas Übung im Gleichgewicht auf dem Fahrrad, die Gefahr des Umkippens kaum gegeben ist. Wie erwähnt kann dies aber beim Revolver schon ganz anders aussehen, da der Rückstoß ungemildert über den Waffengriff und die Hand direkt auf den Radfahrer übergeht.

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sondenpilot 21.03.2013, 20:10

Und wenn du den größten Colt der Welt hättest, würde trotzdem nix passieren wenn du nicht gerade Schrittgeschwindigkeit fährst :D

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JTKirk2000 22.03.2013, 21:29
@sondenpilot

Ich habe mal einen Vorderlader aus dem Stand abgefeuert und der Rückstoß war gewaltig. Auch ein Sturmgewehr hat schon im Einzelfeuermodus einen gewaltigen Rückstoß. Ein Revolver, der durchaus ein größeres Kaliber verwenden kann, als ein militärisches Sturmgewehr, und unter Umständen auch ein vergleichbares Kaliber, wie ein Vorderlader verwenden kann, hat daher mit großer Sicherheit auch einen gewissen Rückstoß.

Wenn Du schon etwas praktische Erfahrung damit hattest, so wie ich, dann würdest Du meine Aussage nicht anzweifeln. Beim Bund und im Schützenverein hatte ich genug Gelegenheit um den Rückstoß verschiedener Waffen kennen zu lernen. Manche davon können weit mehr, als einen Fahrer mit seinem Fahrrad zum Umkippen zu bringen. Manche Gewehre bringen es sogar fertig, dass man sich beim Anlegen das Schlüsselbein bricht, wenn man nicht auf den richtigen Sitz achtet. Dazu braucht es schon weit mehr Rückstoß, als jemand auf dem Fahrrad aus dem Gleichgewicht zu bringen.

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Impulserhaltung besagt, dass der Impuls im System konstant ist. Vor dem Schuss war der Impuls quer zur Fahrtrichtung 0, er muss es danach also auch sein. Somit erfährt der Radfahrer den gleichen Impuls wie die Kugel, nur in umgekehrter Richtung. Um zu erfahren, wie stark der Fahrer beschleunigt wird, musst du die Masse der Kugel, die Mündungsgeschwindigkeit und die Zeit, die das Gas im Lauf zur Beschleunigung der Kugel braucht, kennen.

Im Allgemeinen ist aber davon auszugehen, dass der Radfahrer deutliche Schwierigkeiten beim Fahren bekommt, wenn er sowas nicht öfter macht... und warum sollte er das?

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sondenpilot 21.03.2013, 19:56

Das wird sich kaum auswirken. Im Stehen, im Laufen, beim Fahren...alles vernachlässigbar. Der übertragene Impuls ist viel zu klein.

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JTKirk2000 21.03.2013, 19:56

Die Energie, welche den Impuls bei der Explosion der Treibladung einer Patrone erst erzeugt, ist vorher in Form von brennbarer Materie vorhanden. Daher kann in Folge von Energieumwandlung durchaus ein Impuls erzeugt werden, der vorher nicht da gewesen ist. Dafür wird bei der explosiven Verbrennung Bindungsenergie vom Treibstoff abgegeben.

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Suisight001 21.03.2013, 22:38
@JTKirk2000

Die Energie ist vorher chemisch vorhanden, aber nicht der Impuls. Das sind vollständig andere Kategorien. Impulserhaltung und Energieerhaltung sind unabhängige Erhaltungssätze.

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sachlich123 22.03.2013, 09:13
@Suisight001

Eine Walther PPK hat ein maximales Kaliber von 7,65 oder 9 mm kurz. Ein Teil des Rückstosses wird schon durch die Ladefeder geschluckt, ein Teil in einer leichten Aufwärtsbewegung der Waffe vom Lauf her. Und der Rest reicht garantiert nicht aus um die Trägheit von 100 Kilo zu überwinden. Jeder, der schon mal so eine Waffe abgefeuert hat wird mir zustimmen.

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JTKirk2000 22.03.2013, 20:46
@Suisight001

Die Energie ist vorher chemisch vorhanden, aber nicht der Impuls. Das sind vollständig andere Kategorien. Impulserhaltung und Energieerhaltung sind unabhängige Erhaltungssätze.

Wenn es danach geht und Deiner Ansicht nach nur der Impuls zählt und dass dieser erhalten bleibt, dürfte eine Beschleunigung der Kugel und somit auch ein Rückstoß auf den Schlittenlauf gar nicht entstehen, weil dieser Impuls ja vorher auch nicht vorhanden war. Der logische Schluss liegt also nahe, da die Funktion einer Pistole nicht gegen die physikalischen Gesetze verstößt, dass der Impulserhaltungssatz durchaus durch Energieumwandlung beeinflusst werden kann (dafür spricht auch, dass Reibungswiderstand kinetische Energie in thermische Energie umwandeln kann) und Du demnach eine wichtige Grundlage dieses Impulserhaltungssatz übersiehst.

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Suisight001 23.03.2013, 01:09
@JTKirk2000

Der (Gesamt)Impuls war vorher null und ist es auch danach, weil die beiden gegeneinander gerichteten Impulse Kugel und Schütze in der Summe null ergeben. Das hat nichts mit der Energie zu tun.

Vielleicht das Ganze mal langsam:

Die chemische Energie wird bei der Entzündung in thermische Energie umgewandelt, die entstehende Gase erhitzt. Dadurch entsteht ein hoher Druck im Lauf und die resultierende Kraft auf das Projektil beschleunigt dieses. Das ist der Energieteil.

Der Impulsteil beginnt mit der Aussage, dass die Summe der äußeren Kräfte die Änderung des Impulses ist. Für die Kugel heißt das, dass ihr ein Impuls zugeführt wird. Genauso wird aber auch der Waffe ein genau entgegengesetzter Impuls durch die Gase zugeführt, da diese ja auch auf den Boden des Laufes drücken. Für das gesamte System Waffe+Kugel existieren keine äußeren Kräfte, daher ändert sich auch der Impuls nicht. Stell dir dazu einmal vor, es wäre nur die Treibladung im Lauf, kein Geschoss. Der Rückstoß ist dann ungleich geringer, weil nur noch Gase nach vorne ausgestoßen werden.

Es gibt zur Veranschaulichung dieses Problems auch eine Aufgabe mit einem Maschinengewehr auf einem Zug, der durch den Rückstoß angetrieben wird. Vielleicht hilft dir diese Aufgabe dabei, müsste im Netz zu finden sein.

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Mal davon abgesehen, dass der Impulsübertrag super klein ist, haben wir ja noch Drehimpulsarhaltung der Räder. Die Richtung des Drehimpulsvektors muss auch erhalten sein also hat man sogar eine Unempfindlichkeit gegen kleine Störungen. Der Drehimpuls ist glaub ich nichtmal so entscheident für die Stabilität sondern eher die Fliehkräfte der Räder, die sie dazu bringen sich selbst aufzurichten. Das kann man rechnerisch zeigen aber das führt zu weit. Welche Pistole du nimmst ist jedenfalls egal, es wird nicht ausreichen um die lage zu destabilisieren.

Versuch mal nen Fahrradfahrer in schneller Fahrt umzustoßen. Soviel Kraft hast du gar nicht (es sei denn er kommt dadurch vom Weg ab und verreißt selbst den Lenker.

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hallo, 1.welche Person ist so doof und ballert wild in der Gegend herum??????????!!!!!!!!!!! 2. schon einmal etwas vom Waffengesetz gehört ???

Nun zur Erklärung: Grundsätzlich hat jede Waffe einen Rückstoß - wie groß - stark das wahr genommen wird ist, kommt wiederum auf die Person an die abfeuert ( Kraft im Arm / Schulter) und auf die Treibladung der Munition ( Rückstoß) aber auch auf die Bauweise der Waffe an. Der Mensch in seiner Beschaffenheit wie Knochen und Muskelaufbau ist im gewissen Maße flexibel d.h. er "fängt" den Rückschlag durch die Gelenke ( Hand- , Ellenbogen-) ab. Ein Sachkundiger weiß, dass die Pistole einen Rückstoß hat und gleicht in diesem Falle den Seitendruck mit seiner Muskelkraft bzw. Gegendruck ( Körpereinsatz ) aus. Es ist keine starre Verbindung zwischen Fahrrad, Mensch und Pistole vorhanden! Anders wäre es ,wenn diese Konstellation starr miteinander verbunden ist ! Dieses Gebilde fällt nach links um. Nochmals: Man feuert nicht mit einer Waffe in der Gegend herum ! ! !

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Nein. Dafür ist jede Kurzwaffe zu schwach im Impuls! Die Kreiselkräfte der Räder und die Masse des Fahrradschützen dürften auf alle Fälle ausreichen, um die ganze Fuhre stabil zu halten. Selbst wenn man freihändig beim Radeln ein großkalibriges Gewehr abfeuert, sollte der Impuls von einem durchschnittlich begabten Fahrer ausgeglichen werden können.

wiese fragst du? Planst du einen dynamischen Fahrrad-Biathlon?

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ja, aber wenn man radfahren kann wird man das sofort ausgleichen ne ppk is mit ihren 9mm ned so stark, .50 desert eagle kann da schon mehr xD

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JTKirk2000 21.03.2013, 20:00

Eine Desert Eagle hat Kaliber .50? Wow. Da die Amis ja alles in Zoll messen, entspräche das einem Kaliber von 1,27 cm und das ist schon krass. Dann fehlt nur noch dass die Magnum-Munition verwendet oder Special-Magnum, was jeweils aussagt, dass die Treibladung in der Patrone stärker dimensioniert ist. Da kann dann der Rückstoß in der Tat sehr interessant werden, aber auch eine Desert Eagle hat einen federnd gelagerten Schlittenlauf, welcher den Rückstoß gegenüber dem Schützen zumindest einigermaßen dämpft.

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naja wenn er mit ner schrotflinte schiesst vieleicht schon :)

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shockproof 22.03.2013, 09:24

Schrotflinten haben gar keinen so großen Rückstoß, wie viele Kinobesucher glauben. Selbst eine 12/76 ist moderater als eine .308 oder 8x57 Büchse.

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Rückstoß von Pistolen ist harmlos, da passiert rein gar nichts.

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