Quereinstieg Informatik (Programmieren) - wie am besten?

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3 Antworten

Du müsstest erstmal nochmal schärfen, als was Du eigentlich arbeiten willst.

Programmierung und Netzwerkadministration liegen sehr weit auseinander. Es gibt zwar einen geringen Überlapp (administrative Scripts), aber von "echten" Programmierern wird sowas eher belächelt.

Die Gefahr ist groß, dass Du ohne formale Kenntnisse als Hilfsadministrator in der Druckerbetreuung endest. Davon kann man zwar leben, aber es hat keine Perspektive, Dein Potential liegt höher.

Eine gute Idee wäre, die vorhandenen Kenntnisse einzubringen und aktuelle Trends zu nutzen. Die Kombination von Bio-Informatik und Data Science ist gerade ziemlich heiß. Da gibt es auch noch keinen standardisierten Qualifikationskatalog, alle sind irgendwie Quereinsteiger. Allerdings wird es Jobs eher in den Metropolen als in der Provinz geben.

Ansonsten: versuche es doch einfach mal mit Bewerbungen. Da wirst Du sehr schnell Feedback bekommen, ob man Dich mit Deiner jetzigen Qualifikation brauchen kann oder was künftigen Arbeitgebern noch fehlt. Lass Dich auch nicht davon abschrecken, wenn Du nur 60% dessen kannst, was in den Stellenbeschreibungen steht. Informiere Dich über die restlichen 40%, was das ist, damit Du mitreden kannst und signalisiere Bereitschaft, es zu erlernen.

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Hallo Jesfreric,

da wir 2 Quereinsteiger bei uns im Programmiererteam haben kann ich Dir folgende Erfahrung als Arbeitgeber geben:

In unserer Stellenbeschreibung haben wir die Anforderungen wie z.B. tiefergehende Erfahrung in PHP5, HTML5, CSS3, Javascript (jQuery), SQL und MySQL etc. vorgegeben. Dabei war es uns nicht wichtig, ob der Bewerber dazu ein Informatikstudium oder eine Fachinformatikerausbildung absolviert hat.

Es gibt viele gute Programmierer, die sich diese Eigenschaften selbst beigebracht oder eigene Websites bereits für sich oder Bekannte programmiert haben. Für Arbeitgeber wie uns sehr interessant, da die Anfangsgehälter natürlich wesentlich geringer sind als bei ausgebildeten Profis.

Ich würde Dir vorschlagen, Dich einfach mal ganz offen auf Stellenanzeigen zu bewerben, auch wenn eine Informatikausbildung in den Anforderungen steht. Du musst sicher am Anfang mit einer anderen Gehaltsvorstellung leben, kannst Dich aber im Laufe der Zeit sicher durch Deine Leistung auf ein nahezu gleiches Niveau hocharbeiten.

Wenn Du privat Seminare zu einzelnen Programmiersprachen suchst, dann nutze einfach unser Vergleichsportal dazu:

https://www.fortbildung24.com/it-edv-netzwerktechnik-entwickler-programmierer-kurse/suchergebnisse.html

Viel Erfolg und Gruß

Serviceteam FORTBILDUNG24

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Hallo Jesfreric

Im Bereich Netzwerkadministration gibt es zwei relativ unabhängige Bereiche, das sind Unix (Linux) Systemadministration und die Windows-Server (z. B. Windows Small Business Server). Die von mir am meisten verwendeten Gebiete sind die automatisierten Backups (mit selbst geschriebenen BASH-Skrips) und die Benutzeradministration (Benutzer, Gruppen, Rechte). Hierzu gibt es relativ gute grundlegende Kurzeinführungen vom Compendio Verlag (suche nach Compendio ch Bildungsmedien). Ich selbst verwende für meine Informatiklernenden in den Grundlagen hierzu die Module 127 (Server betreiben) und 305 (Multiusersysteme). Die beiden A4-Skripts hast Du in zwei Tagen durchgelesen und -- wenn Du Dich bereits mit Netzwerkadministration  befasst hast -- solltest Du auch die offiziellen Begriffe nutzen können. Wenn Du diese Begriffe nun korrekt anwendest, weißt Du schon einiges mehr, als mancher Quereinsteiger, der die Konzepte einzig vom "learning by doing" kennt.

Zur Programmierung kann ich doch noch etwas aus meinem Ärmel schütteln, unterrichte ich doch die Computerprogrammierung seit 1990, damals an der Uni Zürich bei den Naturwissenschaftlern. Meine Erfahrung hat mir gezeigt, dass das alleinige Kennen der ca. 15 Konzepte der Computerprogrammierung nicht reicht, um komplexere Anwendungen zu schreiben. Übung macht der Meister. Also: viele Progrämmchen schreiben, um die Konzepte wirklich zu verinnerlichen. Google einfach mal nach "Programmieraufgaben". Hier eine Liste der Konzepte, die ich in meinen Kursen auf und ab trainieren lasse:

* Datentypen (Zeichen, Zeichenketten, ganze Zahlen, gebrochene Zahlen, boolesche Werte)

* Ausdrücke (a+3, sin(x), ...)

* Anweisungen (Funktionsaufruf, Zuweisung)

* Sequenzen

* Seletkion und Iteration (inkl. Gebundenheit boole'scher Ausdrücke) und deren beliebeige Verschachtelung.

* Subroutinen (Funktionen und Prozeduren, formale Parameter und aktuelle Argumente, Globale vs. lokale Variable, Werte- vs. Variable-Parameter)

* Arrays (Felder)

* Algorithmen (Sortieren, Suchen, Berechnungen, Genetische Algorithmen, Neuronale Netzwerke, ...)

* Rekursion

* Records (Datenstrukturen)

* Methoden vs einfache Subroutinen (der "this"-Pointer)

* Delegation

* Vererbung

* Abstrakte Klassen (building Blocks)

* Schnittstellen

* Polymorphisums

Lange nicht alle Sprachen kennen alle diese Konzepte, doch die ersten 10 aus obiger Liste solltest Du gut kennen.

Ebenso empfehle ich die Fallen und Tücken einiger Sprachen zu üben, damit Du von vornherein gewappnet bist. Lies mal hier:

http://www.santis-training.ch/training/java/pitfalls.php

Ob Du nun besser einen Quereinsteiger-Kurs besuchst, oder Dir die obigen Konzepte an je 2-3 Beispielen selbst beibringst, kann ich nicht entscheiden. Meine Erfahrung mit Quereinsteigern ist jedoch, dass einige einen sehr großen Wissensfundus mitbringen, diesen aber nicht richtig einordnen können. Hierzu helfen Begriffe (wie oben) ungemein. Ein Wort wie "Die if-Schleife" wird weder einem Fachmann, noch einem geübten Quereinsteiger jemals entweichen: If = Selektion aber Schleife = Iteritaion ;-)

Alles in allem:

Willkommen im Club und viel Erfolg bei der Job-Suche

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