Quantenphysik und Esoterik?

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3 Antworten

In diesem Punkt gleichen sich die meisten "Esoteriker" und die meisten christlichen "Apologetiker", denen ich begegnet bin - sie versuchen, ihre Lieblingslehren mit den neuesten Erkenntnissen der Physik von vor einem halben Jahrhundert zu untermauern, und das auf eine Weise, die jedem halbwegs Kundigen völlig klar macht, dass sie nicht einmal die zugrundeliegenden physikalischen Fragestellungen verstanden haben.

In gewissem Sinn ist die genannte Herangehensweise das Gegenteil des "Lückenbüßer-Gottes" (d. h. für die Dinge, die die Wissenschaft nicht erklären kann, brauchen wir einen Gott (oder kosmische Kräfte oder wie immer wir es nennen wollen). Dummerweise findet die Wissenschaft im Laufe der Zeit immer mehr Erklärungen, sodass das Reich des Lückenbüßer-Gottes immer kleiner wird. Extrapolation: wir brauchen keinen Gott für irgendeine Erklärung, wir müssen nur lange genug forschen.)

Alles, was wir für unphysikalische Phänomene brauchen, ist der Verzicht auf das Postulat, dass unsere physikalische Welt abgeschlossen ist.

Die Quantenmechanik liefert allenfalls (aber auch immerhin) eine Möglichkeit, zu erklären, warum wir transzendentes Eingreifen physikalisch (noch?) nicht nachweisen können.

C. S. Lewis hat schon vor vielen Jahrzehnten dazu gesagt (sinngemäß): "Jedesmal, wenn die Wissenschaft eine neue Erkenntnis herausbringt, verwenden alle Seiten sie als endgültigen Beweis dafür, dass sie recht haben. Aber nachdem der Staub sich gelegt hat, stellen wir fest, dass die Tragweite der wissenschaftlichen Erkenntnis doch nicht so ist, wie wir geglaubt hatten, und alle sind ziemlich dort, wo sie vorher waren."

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Kommentar von qgsdlcfwkdgsd
10.07.2016, 14:23

Vielleicht ist Gott ja auch einfach Teil eines Physikalischen Systemes :P. Nein, ich bin in diesem Punkt Agnostiker. Ich würde es natürlich schon toll finden, wenn es sowas wie ein Leben nach dem Tod gibt (physikalisch erklärbar.. nicht unbedingt göttlich). 

Schauen wir mal was noch so in der Physik rauskommt und lassen uns überraschen :)

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Ich sehe das so, dass es durchaus noch Zusammenhänge geben kann, deren Prinzipien wir noch nicht in vollem Umfang erfasst haben, oder die noch gar nicht als Gesetzmäßigkeiten erkannt wurden.

Welche wissenschaftlichen Hypothesen die bisherigen Defizite ausgleichen können, oder sogar Beweise erbringen, überlasse ich den Wissenschaftlern.

Aus meiner Sicht ist die Quantenphysik nur ein riesiges Denkmodell und für mich ist es egal, welche Disziplin die nötigen Hinweise liefern wird.

In der Geschichte der Wissenschaft wurden immer wieder alte Theorien widerlegt, durch Experimente belegt, oder überarbeitet.

Vielleicht gibt es irgendwann Hinweise, die irgendwelche bislang paranormalen Dinge erklären - vielleicht auch nicht.

Ich persönlich bin praktischer orientiert und fände mehr Forschung auf Gebieten mit tatsächlicher Anwendbarkeit sinnvoller.

Medizinische Forschung kann konkrete Erfolge vorweisen und ihre Ergebnisse können die Lebensqualität verbessern.

Da interessiert mich die Hypothese eines Paralleluniversums, in der ich in Gestalt eines rosa Einhorns existiere, absolut nicht.

Die Wissenschaft sollte aus meiner Sicht dem Menschen und der Umwelt helfen, denn Probleme haben wir derzeit noch mehr als genug.

Weshalb Milliarden an Forschungsgeldern stecken, um dann zB bei einer Weltraummission festzustellen, dass vor unvorstellbar langer Zeit irgendwo eine Supernova explodierte?

Na und? Who cares?

So lange wir noch Elend, Zerstörung und soziale Ungerechtigkeit auf diesem Planeten haben, sollten sich die Wissenschaftler um wichtigere Dinge kümmern, als um Marsmonde, oder Quantentheorien.

Mir persönlich ist das jedenfalls herzlich egal und rein intellektuelle Spielerei.

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Kommentar von Bernte
11.07.2016, 10:59

Da hast du natürlich recht. Wofür Geld für kulturelle Dinge ausgeben, wenn es noch ernsthafte Probleme zu lösen gibt. Grundlagenforschung abschaffen, die Wissenschaftler müssen jetzt alle auf Medizin umlernen. Das so ziemlich die gesamte medizinische Diagnostik ein Abfallprodukt der Teilchenphysik ist - who cares. Aber naturwissenschaftliche Grundlagenforschung ist ja nur ein kleiner Teil der Verschwendung. Der gesamte geisteswissenschaftliche Apparat liefert ja praktisch gar keinen Return on Investment. Die müssen alle umschulen. Opernhäuser schließen, die Musiker zum Medizinstudium schicken. Haare kann man sich auch selbst abschneiden, Friseure brauchen wir also eigentlich auch nicht, solange wir den Krebs nicht besiegt haben. Ich glaube, wir haben da ein wahres Billionen Euro Potenzial!

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Kommentar von SlowPhil
11.07.2016, 14:58

So lange wir noch Elend, Zerstörung und soziale Ungerechtigkeit auf diesem Planeten haben, sollten sich die Wissenschaftler um wichtigere Dinge kümmern, als um Marsmonde, oder Quantentheorien.

Also immer. So lange die Menschheit besteht, sollte sich die Wissenschaft Ihrer Meinung nach folglich ausschließlich damit befassen, Elend, Zerstörung und soziale Ungerechtigkeit zu beseitigen.

Nun, Mitte des vorigen Jahrhunderts haben eine - die einzig erfolgversprechende - Methode herausgefunden, wie man diese Probleme lösen kann - leider nur als triviale Lösung, von der niemand mehr etwas gehabt hätte.

Eine nichttriviale, den Menschen erhaltende Lösung für das von Ihnen genannte Problem ist jedoch nicht primär naturwissenschaftlicher Art, es sei denn, Naturwissenschaftler fänden (vllt. durch Anwendung einer Erkenntnis auf die Gesellschaft) eine Methode, allzu großes Machtgefälle aufzuheben bzw. ein System zu konstruieren, in dem sich jeder, der Andren Schaden zufügt oder seine Macht missbraucht, automatisch ins eigene Fleisch schneidet.

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Die aus dieser Antwort sprechende Haltung, Wissen grundsätzlich nur als Instrument zu akzeptieren, das Leben der (wirklich der? oder nur einiger?) Menschen zu verbessern und ansonsten mehr oder minder abzulehnen, lehne ich jedoch selbst ab. Ich interessiere mich auch nicht für Fußball und fordere auch nicht, Fußball abzuschaffen oder nur noch Fußballspiele zuzulassen, die explizit einem wohltätigen Zweck dienen.

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Aus meiner Sicht ist die Quantenphysik nur ein riesiges Denkmodell...

Mehr als das. Sie macht die Chemie verstehbar, und Dinge verstehen zu wollen liegt in der Natur des Menschen.

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Für das "Leben nach dem Tod" braucht es keine Quantenphysik. Dafür reichen die drei Hauptsätze der Thermodynamik vollkommen aus.

Gruß

Henzy

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Kommentar von SlowPhil
11.07.2016, 15:40

Inwiefern beweisen die Hauptsätze der Thermodynamik ein Leben nach dem Tod?

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