Quantenfluktuationen außerhalb unseres Universums?

7 Antworten

Hallo LeckerBrokkoli,

Zum Urknall soll es ja u.A auf Grund von Quantenfluktuationen gekommen sein, die es immer und überall gibt.

Das ist eines von mehreren Modellen, die aber allesamt spekulativen Charakter haben. - Einfach deshalb, weil wir sie nicht experimentell überprüfen können. Aber ja, das Modell mit den Quantenfluktuationen gibt es.

Mit dem Urknall ist doch aber erst der Raum selbst entstanden - wenn Quantenfluktuationen also auch da sind, wo noch kein Raum ist

Im Prinzip richtig. 

Das Modell basiert auf der Annahme, dass bestimmte Eigenschaften der Natur - wie zum Beispiel die Unbestimmtheit von Quantenzuständen - fundamentaler und über unser beobachtbares Universum hinaus geltender Natur sind. 

Mit dem Urknall entstehen Raum, Zeit und Physik unseres beobachtbaren Universums. Diese Aussage ist nicht gleichbedeutend mit der Aussage, es gäbe ein "außerhalb des Universums". 

Könnte es dann außerhalb unseres Universums zu weiteren Urknall kommen, so dass weitere Universen außerhalb des unseren entstehen können?

Grundsätzlich beschreibt das Inflationsmodell den "Urknall" nicht als nur einmal mögliches Ereignis und macht solche Spekulationen möglich. Mangels Überprüfbarkeit haben wir - das muss man hier allerdings sagen - den Rahmen naturwissenschaftlicher Arbeit verlassen.

https://youtube.com/watch?v=DPwU8DXBwcI

(Die Inflation ist übrigens noch nicht nachgewiesen, auch nicht über die hier erwähnten BICEP-Messungen. Auch sie könnte noch durch einen anderen Mechanismus ersetzt werden in späteren Modellen... und das war es dann vielleicht gleich auch für die hier beschriebenen "Paralleluniversen"...)

Also: Unter dem möglichst deutlichen Hinweis, dass wir hier in der Welt der bunten Hypothesen sind: das Video beschreibt, was Du meinst.

Grüße

Deine Behauptungen sind meines Erachtens eine Überinterpretation der Urknalltheorie, die jedoch vor wenigen Jahren noch der Main Stream in der Kosmologie war. Es hat sich aber in den letzten Jahren viel getan. Zunächst zu neuen Interpretationen der Urknalltheorie im Zusammenhang mit Quantenfluktuationen.

http://www.tagesspiegel.de/wissen/vor-dem-urknall-wie-kann-das-universum-aus-dem-nichts-entstehen/11179340.html

>Raum-Zeit-Bläschen können sich spontan bilden. „Wenn man Raum und Zeit ,quantisiert’, dann fluktuieren sie“, sagt Krauss. „Man kann virtuelle Raumzeit genauso erzeugen wie virtuelle Partikel.“ Dann stehen wir vor einer Situation, in der es keine Materie im Raum gibt – und noch nicht einmal Raum, argumentiert der Physiker. „Das ist deutlich näher am Nichts.“ Kein Raum, keine Zeit, keine Materie. Mehr, besser: weniger, geht kaum. Eine Raum-Blase im Quantenformat könnte der Keim des Universums gewesen sein und sich während des Urknalls rasch ausgedehnt haben, nehmen Theoretiker wie Alan Guth vom Massachusetts Institute of Technology an.



Es gibt aber auch Theorien die über die Urknalltheorie hinaus gehen. Z.B. von Martin Bojowald


http://www.spektrum.de/rezension/zurueck-vor-den-urknall/992842
Oder von Paul Steinhardt
https://de.wikipedia.org/wiki/Ekpyrotisches_Universum
Wir wissen noch nicht, ob eines dieser kosmologischen Modelle die Wahrheit trifft, und vielleicht wird es die Menschheit nie erfahren.

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