PV Anlage auf eigenem Dach über eigene Firma kaufen

2 Antworten

Was soll das denn bringen? Auch ein Privatmann, der eine PV- Anlage auf dem Dach seines Privathauses errichtet, kann den erzeugten Strom an den örtlichen Stromproduzenten liefern und dafür zur Regelbesteuerung optieren. Er ist nämlich Gerwerbetreibender und damit auch umsatzsteuerlicher Unternehmer. Ergebnis: Er erhält die Vorsteuern aus der Investition vom Finanzamt zurück, der Stromerzeuger zahlt ihm zur Einspeisevergütung zusätzlich 19 % Umsatzsteuer. Der Privatmann führt diese Umsatzsteuer an das Finanzamt ab, und er behält die Netto- Einspeisevergütung. Das ist genau der Betrag, den er auch ohne Umsatzsteuer- Option erhalten würde. Arno Nühm muss also kein cleveres Modell erfinden. Alles läuft nämlich ganz legal und ohne jeden Trick und doppelten Boden.

Danke, interessante Antwort. Nun kenne ich mich nicht so besonders gut aus, aber in §19 UStG steht ja, dass von Unternehmer Arno keine USt erhoben wird, wenn die Umsätze 17.500€ nicht übersteigen im Kalenderjahr. Soviel wird Arno nie an die Stadtwerke liefern können, zumal er ja einen Eigenverbrauch hat. Nun schaue ich in §15 und frage mich, ob Arno dann überhaupt noch Vorsteuerabzug machen darf, wenn er denn kein Umsatzsteuerschuldner ist?

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@domerich

Dann solltest Du mal § 19 Abs. 2 Umsatzsteuergesetz lesen. Da steht nämlich, dass der Kleinunternehmer auf die Anwendung des § 19 verzichten kann. Das habe ich in meiner Antwort mit "zur Regelbesteuerung optieren" beschrieben. Das ist der gängige Ausdruck für den Verzicht auf die Anwendung der Kleinunternehmerregelung. Von dieser Regelung machen nach meiner Erfahrung in der Praxis fast alle Betreiber von PV- Anlagen Gebrauch, weil schon die Verkäufer der Modile darauf hinweisen.

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@Helmuthk

Interessant, auf den 19 II wurde bei uns in der Vorlesung nicht eingegangen. Aber jetzt glaube ich den Sinn zu verstehen. Danke

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dann melde doch zunächst Arno Nühm steuerlich an, hat er denn schon eine Steuerindentifikationsnummer?

Ja, Arno hat eine Steuer ID, er ist ja selbstständig bzw. angestellter Geschäftsführer. Die GmbH ist natürlich auch eingetragen.

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@domerich

wer auch immer hat hier einiges an Austausch zwischen uns beanstandet und daher wurde es gelöscht.

Zu letzt bemerkte ich das Arno doch die an seinen Lieferanten gezahlte Mehrwertsteuer als Vorsteuer in seiner Steuererklärung ansetzen kann.

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Jeder private Besitzer einer Photovoltaikanlage beteiligt sich am allgemeinen wirtschaftlichen Verkehr, denn er speist den erzeugten Strom in das Netz des örtlichen Stromversorgers. Damit ist er Gewerbetreibender und kann auch als Kleinunternehmer bei der Umsatzsteuer zur Regelbesteuerung optieren. Ergebnis: Siehe meine Antwort oben.

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