Psysische Störung auch durch Eltern, Lösung?

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3 Antworten

Hallo Stef1997,

Ich kann dich sehr gut verstehen, doch bei mir waren es Vater und Mutter gemeinsam. Mein Vater war sehbehindert und von der Mutter abhängig und somit wurde grundsätzlich alles akzeptiert, was sie sagte oder machte. Das ging so weit, dass sie selbst nicht ins Krankenhaus zu Besuch kamen als ich 2006 nach einer lebensgefährlichen Hirntumor-Operation aus dem künstlichen Koma wieder aufgeweckt wurde. Meine Frau und mein Kind standen alleine an meinem Bett als ich feststellte, dass ich gelähmt war.

Ich verlor meinen guten Beruf und war von Stund an noch weniger wert für meine Eltern. Ich hatte Angst nie wieder gehen zu können und verfiel in eine tiefe Depression. Meine häufigste Aussage für die nächsten fast 3 Jahre war, wenn ich auf die Depressionen angesprochen wurde "Keine Sorgen. Ich hab alles im Griff. Ich schaff das." Durch REHA wurden die meisten körperlichen Ausfälle korrigiert, so dass ich heute zumindest wieder 4 km mithumpeln kann wenn Freunde uns zum spazierengehen abholen.

Seelisch war ich jedoch total kaputt, bis ich dann die Einsicht hatte, dass ich ohne Therapie keine Chance hätte, das nächste Jahr zu überleben. Mit Hilfe meines Neurologen fand ich eine Psychotherapeutin die mich erstaunlicherweise mit nur 2 Monaten Wartezeit in eine Einzeltherapie holen konnte, die über ein ganzes Jahr ging (2x wöchentlich 1,5 Stunden).

Ich musste in der ersten Stunde ein Bild malen vom Meer und wie ich das Leben damit sehen würde. Das sah sie sich kurz an und packte es zu meinen Krankenunterlagen. Dann versetzte sie mich in eine Hypnose (habe davor immer gesagt, dass so etwas Hokus Pokus ist aber ich wurde eines Besseren belehrt), die aber dazu diente mich in einen entspannenden Schlaf zu bringen. Erst danach wurde ich geweckt und zu meinem bisherigen Leben befragt.

Nach Ablauf des Jahres musste ich erneut das Bild vom Meer und meine Sicht auf das Leben damit malen und es war ganz anders von den Farben und den darin enthaltenen Details. Einfach lebendiger. Danach folgten 2 Jahre Gruppentherapie also Gesprächstherapie mit ebenfalls problembeladenen Patienten. Es war ein Erlebnis zu erkennen, dass man es nicht am schwersten hatte.

Das soll einfach nur der Denkanstoß sein, dass du mal mit deinem Arzt oder Neurologen sprechen solltest, ob er dich zunächst medikamentös gegen Depression behandeln kann und dann dringend bei einer Psychotherapie unterbringen kann. Viele Ärzte wälzen es gerne auf den Patienten ab, obwohl die Dringlichkeit besser hervorsticht, wenn von Arzt zu Arzt  geredet wird.

Ich wünsche dir alles Gute und vielleicht kannst du ja noch auf dem zweiten Bildungsweg deinen Schulabschluss machen.

Stef1997 02.05.2017, 21:03

Dieser Text haut mich um... jemand der von seiner Seele schreibt und der mich versteht... ich weiß gerade nicht was ich schreiben soll... ich verfalle zz auch sehr oft unter depressionen ca 1-2 mal die Woche... Ich danke dir über allessss für den Text... Dein Vorschlag werde ich auf jedenfall machen... Und schauen ich danke dir echt Dafür. 

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Wie wäre es wenn du in eine eigene Wohnung ziehst oder WG. 

Stef1997 02.05.2017, 20:23

das habe ich auch gedacht... aber ich weiß nicht ob ich psychisch in der Lage dazu bin momentan

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Sillexyx 02.05.2017, 20:25
@Stef1997

Aber wenn du weiter zu Hause wohnst wird es nie besser, eher schlimmer.  

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Stef1997 02.05.2017, 20:31
@Sillexyx

da hast du auch wieder rum recht... Das ist das Problem...  Es gibt vor und nachteile... unter anderem wenn man vom Amt lebt ist es schwer eine wohnung zu finden...

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Sillexyx 02.05.2017, 20:37
@Stef1997

Kommt drauf an in welcher Stadt man lebt, wie hoch die Mieten sind. Ich habe auch eine eigne Wohnung und lebe vom Amt.  

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Das klingt echt schlimm. Ich kenne mich mit dem Thema leider gar nicht aus, sonst würde ich helfen :(
Ich wünsche dir alles Gute!

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