Psychotherapie unter 18?

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5 Antworten

Keine Sorge, so wirr ist dein Text gar nicht. Sollte ich jedoch etwas übersehen, dann kannst du mich gerne nochmal darauf hinweisen - entweder als Kommentar oder privat, wie das geht, steht in meinem Profil. Ich gebe mir Mühe schnellstmöglich zu antworten.

Vorweg finde ich es toll, dass du dir die Unterstützung suchen möchtest und dies auch annimmst. Damit hast du schon viel geschafft, denn dem voran geht immer das Eingeständnis, dass etwas nicht stimmt. Das ist, vielleicht hast du es so noch nicht gesehen, eine Leistung auf die du stolz sein kannst. Allein das, ist schon einer der schwierigsten Hürden.

"Kann ich alleine zu einem Psychologen gehen (ohne Zustimmung der Eltern)?"

Ja und nein. Natürlich kannst du dich bereits alleine auf die Suche begeben und dich informieren. Jedoch ist immer damit zu rechnen, dass die Krankenkasse (ich gehe davon aus, dass du familienversichert bist) sich bei jeweiligen Formalitäten an deine Eltern wenden wird. Unter diesen Umständen käme dann die "große Überraschung" unerwartet per Post und das ist ein Umstand, denn man vermeiden sollte.

Es ist absolut nachvollziehbar, wenn du deinen Eltern nicht die gesamten Beweggründe deiner Therapie nahelegen möchtest. Jedoch wesentlich stressfreier für dich, wenn diese wissen, dass du eine Therapie machen möchtest respektive im späteren Verlauf, eine Therapie machst. 

Auf diesem Wege ersparst du dir die Ängste einer "plötzlichen Offenbarung" und kannst dich wirklich auf dich und deine Therapie konzentrieren. 

Sofern keine schwerwiegenden familiären Probleme vorliegen, würde ich dir, bei aller schwere, diesen Weg anraten wollen. Gerade wenn die Beziehung zu den Eltern prinzipiell gut ist, dann ist es umso wichtiger und langfristig für alle Anwesenden auch sehr viel angenehmer, denn so kann man an einem Strang ziehen und eventuell sogar Konflikte aus dem Weg schaffen: Schlicht und ergreifend weil deine Eltern dich zum Beispiel besser verstehen lernen.

"Wie finde ich einen Psychologen?"

Dein Gedanke, deine Hausärztin aufzusuchen, geht bereits in eine gute Richtung. Sofern du dich mit deiner Hausärztin gut verstehst, würde ich dir unter allen Umständen anraten bei ihr einen Termin zu machen, um deine Therapiepläne zu besprechen. 

Weiterhin kannst du dich an Beratungsstellen wenden und Suchmaschinen nutzen. Eine, mit der ich sehr gute Erfahrung gemacht habe, ist:

https://www.therapie.de/psyche/info/

Über diese Suchmaschine kannst du sehr bequem Nummern von Therapeuten, die du auch noch Filtern kannst, ausfindig machen. Danach heißt es Geduld mitbringen und nach und nach die Nummern abtelefonieren. Lasse dich dabei nicht entmutigen, denn viele Therapeuten werden vermutlich keinen Platz mehr haben - versuche es dennoch weiter und bleibe dran. Früher oder später wirst du fündig werden.

Weiterhin gibt es auch noch telefonische Hilfe bei der Suche:

http://www.psychotherapiesuche.de/telefonberatung.html

Die Seite erklärt sich direkt selbst - dort bekommst du telefonische Beratung bei der Therapeutensuchen und wirst auch mit Hinweisen, Tipps und Ratschlägen versorgt, die dir bei der weiteren Suche behilflich sein könnten. Versuche es ruhig, es soll nicht dein Schaden sein und im Endeffekt sind diese Leute da, um dich dabei zu unterstützen. Nutze dieses Angebot.

Weiterhin kann auch deine Krankenkasse ein Ansprechpartner sein. Manche führen ebenfalls Listen über niedergelassene Psychotherapeuten und können mit Anschriften und vereinzelnd hilfreichen Ratschlägen behilflich sein. Auch hier gilt die Devise: Fragen kostet nichts.

Was kannst du im Notfall tun?

Die Suche nach einer ambulanten Psychotherapie kann sich leider ziehen. Manchmal hat man Glück und es geht schnell, manchmal dauert es. In dieser Zeit kann viel passieren und genau dafür, gibt es ebenfalls Beratungsstellen, die dir ein offenes Ohr schenken.

TelefonSeelsorge: 0800/111 0 111 | 0800/111 0 222 | 116 123

Nummer gegen Kummer: 116 111

Beide Beratungsstellen genießen oftmals keinen guten Ruf - trotz qualitativ sehr guter Arbeit. "Da ruf ich doch nicht an, ist doch lächerlich!" ist oft ein Impuls bei vielen, wenn sie diese Nummern lesen. Allerdings sitzen am anderen Ende interessierte Menschen, die dir fachkundig weiterhelfen können, wenn du dich in einer Krisensituation befindest. 

Frei nach dem Motto "Was man hat, hat man." möchte ich dir nur ans Herz legen, dir diese Nummern einmal abzuspeichern. Man weiß nie wofür diese einmal gut sein könnten.

Weiterhin gilt ansonsten als oberstes Gebot: Bei akuter Suizidgefahr oder einer schweren Krise, sind Krankenhäuser beziehungsweise psychiatrische Kliniken immer(!) ein Ansprechpartner. Diese nehmen, bei akuten Fällen, einen sofort für ein Krisenintervention auf und bieten einen geschützten Rahmen.

Solltest du noch Fragen haben - egal welche - dann kannst du dich, wie eingangs erwähnt, gerne bei mir melden. Ein Kommentar oder eine private Nachricht genügt bereits. 

Ich wünsche dir alles Gute und viel Erfolg auf deinem weiteren Weg, in der Hoffnung, dass du bald die Unterstützung bekommst, die du benötigst.

Liebe Grüße.

1. Du kannst zwar alleine zu einen Psychologen, aber verheimlichen kannst du das nicht lange, da du noch bei deinen Eltern mit versichert bist, sie werden früher oder später erfahren müssen das du dich behandeln lässt.

2. Du kannst dich von einem Hausarzt überweisen lassen, das ist der einfachste Weg. Du kannst aber auch direkt zu einen gehen der bei euch in der nähe arbeitet und dort nach einen freien Therapieplatz fragen (aber auch dieser wird dich nach spätestens 5 Sitzungen zum Hausarzt schicken, von daher) 

Also
Ich war selbst ein mal beim Psychologen. Gut zugegeben, das War beim Kinderpsychologen. Aber das hat mir sehr geholfen und man kann Psychologen gut im Internet finden. Ob sie das machen auch wenn deine Eltern nichts danavon wissen weiß ich nicht. Da solltest du dann einfach mal anrufen. Aber hast du genug Geld dafür. Denn bei mir hat eine Stunde um die 90 Eure gekostet.

Hallo Becky. Du hast schon den richtigen Weg beschrieben. Geh zu deiner Hausärztin und lass dir eine Überweisung und Empfehlungen für einen geeigneten Psychologen geben. Überlege dir schon mal ob du zu einem Mann oder einer Frau möchtest. Das kann bei einer Psychotherapie ganz entscheidend sein. 

Alles Gute!

Es gibt ja auch Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten, zu denen man ohne weiteres mit seiner Versicherungskarte hingehen kann. Verzeichnis bei der Homepage der Kassenärztlichen Vereinigung deines Bundeslandes oder auf PID einsehen.

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