Psychotherapie notwendig - Wie schaffen wir es, dass die Krankenkasse eine Therapie übernimmt?

12 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

Hallo,

wann endete die letzte Therapie?

Erfolgreich? Oder Abbruch? Ggf. durch wen?

Hier sind die "Spielregeln" beschrieben:

https://www.g-ba.de/downloads/62-492-713/PT-RL_2013-04-18.pdf

Gruß

RHW

Danke für den Stern!

0

O je, hier geht in den Antworten sehr vieles durcheinander oder ist falsch! Weder kann ein Psychotherapeut oder der überweisende Arzt oder auch ein Arzt für Psychotherapie eine solche "anordnen", wenn die Zweijahresfrist nach Beendigung der letzten Therapie noch nicht abgelaufen ist, noch leitet ein Therapeut einen "Abschlussbericht" an die Krankenkasse usw. Bei Verlängerungen einer Therapie oder innerhalb der Zweijahresfrist entscheidet erstmal nur ein Gutachter, an den der behandelnde Therapeut einen entsprechenden Bericht geschickt hat, nicht die Krankenkasse und auch sonst niemand anderes.

Was ist zu tun? 1. Den letzten Therapeuten fragen, ob er/sie noch eine Verlängerung befürwortet (geht nur innerhalb von 6 Monaten nach der letzten Therapiestunde). 2. Falls nicht möglich: Einen Therapeuten finden (schwierig!!), der bereit wäre, für einen Neuantrag innerhalb der o.g. Zweijahresfrist einen Bericht an den Gutachter zu schreiben. Das ist ziemlich unwahrscheinlich, aber möglich. Oder 3. mit Hilfe eines Therapeuten (alt oder neu) mit der Krankenkasse verhandeln, dass die Zweijahresfrist nicht angewendet wird (ist möglich, aber muss gut begründet werden). Ich habe solche Fälle schon gehabt.

Alternativ: Behandlungsmöglichkeiten suchen, die nicht über die Kasse laufen (Beratungsstellen, Klinik etc.)

Und als letzte Möglichkeit: Der letzte Therapeut oder auch ein anderer erklärt sich bereit, die Zweijahresfrist mit der Gesprächsregelung Ziffer 23220 zu überbrücken. Dann geht das aber nur dreimal im Quartal.

Soweit erstmal klar?

Eine Psychotherapie wird dann von der Krankenkasse bezahlt, wenn sie notwendig (schwere psychische Erkrankung liegt vor), indiziert (die Erkrankung gehört in das Behandlungsspektrum von Psychotherapie) und wirtschaftlich (ja, auch das wird geprüft) ist und wenn darüber hinaus die Behandlung einen Erfolg (Effekt) erwarten lässt (das heißt auch, dass auf Seiten des Patienten Motivation, Einsatz- und Veränderungsbereitschaft, aktive Mitarbeit, Zuverlässigkeit aber auch überhaupt eine Fähigkeit zur Veränderung (bei einigen Persönlichkeitsstörungen ist das z.B. nicht möglich) vorliegt. Das sind viele Faktoren, von denen eine oft nicht erfüllt ist. Gerade wenn kurz nach dem Ende einer Therapie schon wieder eine weitere notwendig wird und die Symptomlage keine oder wirklich so gut wie keine Veränderung zum Stand vor der ersten Behandlung zu erkennen ist, sind Zweifel berechtigt, ob eine weitere Behandlung auch in einem anderen Verfahren und mit anderem Therapeuten vor diesem Hintergrund was bewegen kann zumindest auch so, dass ein ausreichender Effekt (in der Regel gemessen an der Arbeitsfähigkeit und deren langfristigem Erhalt) zu erwarten ist. Ansonsten muss man wohl eher eine psychiatrische Behandlung mit Langzeitmedikation erwägen. Das ändert sich übrigends nicht, wenn deine Freundin 17 ist. Das ist nur relevant für die (für den Therapeuten deutlich erhöhten) Formalitäten der Neubeantragung einer Psychotherapie binnen einer Frist von zwei Jahren nach Beendigung einer Behandlung. Die Entscheidungsgrundlage ändert sich aber auch künftig nicht. Je mehr Therapien in der Vergangenheit, desto schwerer die Argumentation, warum die o.g. Kriterien (noch) vorliegen.

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