Psychosomatische Kur/Psychotherapie trotz Adoptionswunsch?

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2 Antworten

Liebe Schokokeks, Zunächst einmal mein Mitgefühl für Deine Fehlgeburten und meine Hochachtung dass Du Dich diesen Lernaufgaben denen Du gerade begegnest so offen stellst. Aus Deiner kurzen Fragestellung entnehme ich viel Zukunftsangst, welch wiederum auch ein starkes Element bei Fehlgeburten ist. Du schreibst dass du überlegst ob Du noch die Kraft hast noch eine Schwangerschaft zu probieren….! Allein die Tatsache das Du nach Hilfe fragst beweist dass Du WILLEN hast und der steht vor der Kraft! Dich mit einer gut ausgesuchten Psychotherapie auf solche EIGENEN Entscheidungen vorzubereiten und Dich selbst und ggf. wiederholte Verhaltensmuster zu** verstehen** und bei Bedarf zu verändern ist in jeder Hinsicht nur förderlich. Der Vater der Psychotherapie- Gestalt, Fritz Perls sagte sinngemäß einmal, „Psychotherapie ist viel zu wertvoll als dass sie nur auf Kranke angewandt werden soll“. Viele Menschen meinen irrtümlicherweise dass sie bei einer Psychotherapeutischen Behandlung als „Klappsmühlenreif“ oder nicht ganz richtig tickend eingestuft werden. GANZ IM GEGENTEIL! Die freiwillige Entscheidung zu einer solchen Hilfsmaßnahme ist wie eine höhere Fachschule zur Verbesserung des eigen Ich´s anzusehen. Du hast die Möglichkeit anhand Deiner persönlichen Erfahrungen KRAFT zu schöpfen, Vertrauen in Dich, Deine Zukunft und in andere zu stärken und somit bessere Entscheidungen zu treffen. Damit kannst Du besser und gezielte Verantwortung übernehmen, Anforderungen die bei einer eventuellen Adoption eine wichtige Voraussetzung sind. Du selbst sprichst die Notwendigkeit aus, zur Ruhe kommen zu wollen. Ohne diese „Stille“ die eine Grundlage ist um in sich hineinzuschauen und sich mit den eigenen eventuell noch ungestellten Fragen, Zweifeln und schwankenden Gefühlen auseinanderzu-setzten, sowie mit der unterbundenen Angst, aufzuräumen ist es schwer sich mit der Zukunft anzufreunden. Ich wünsche Dir viel Erfolg und noch mehr Vertrauen…Keiner kann Dich verurteilen wenn Du keinen Raum für Zweifel lässt, weil Du an Dich glaubst. Wir alle dürfen gerne Hilfe annehmen um dann anderen mit der gewonnen Kraft anderen zu helfen. Steine werden wir auf unserem Weg immer wieder haben, aber jeder kann lernen sie so aus dem Weg zu räumen ohne Trennmauern daraus zu errichten. Das Richtige in Deinem Leben geschieht und alles gut wird. Nur das Beste für Dich! Hadafee.

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Wenn Sie Ihr Kind verloren haben und deswegen eine psychotherapeutisch Aufarbeitung machen möchten, sollte das auch vom Jugendamt eher für als gegen Sie sprechen. Adoptionswillige Eltern haben fast alle belastende Erfahrungen gemacht (allein schon wegen der ungewollten Kinderlosigkeit) und es sollte sogar positiv gewertet werden, wenn jemand das aufarbeiten möchte.

Eine Adoption ist auch kein Zuckerschlecken, sondern erfordert häufig eine ausgesprochen stabile Persönlichkeit der Adoptionseltern, da Adoptivkinder durch die Trennung von der Mutter massiv traumatisiert sein können. Dr. Bettina Bonus hat dazu drei sehr erhellende Bücher ("Mit den Augen eines Kindes") geschrieben, die nach meiner Empfehlung sehr sinnvoll vor einem Adoptionsentschluss gelesen werden sollten.

Fazit: Eine Aufarbeitung der vorherigen Verluste ist schon aus Eigeninteresse notwendig; dies wird wohl auch beim Jugendamt so gewertet werden.

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