PsychologieStudium: Statistik: Würde mich gern vorbereiten, wie?

... komplette Frage anzeigen

6 Antworten

Hallo!
Toll, dass du dich für Psychologie entschieden hast!
Die statistischen Verfahren sind grobgesagt:
- Korrelation (und Reliabilitätsanalyse)
- Regression
- Vergleich Mittelwerte (t-Test)
- Varianzanalyse
- Mehrebenenanalyse
- Faktorenanalyse (oder gleich Strukturmodelle)
Bzw. die Alternativen und Erweiterungen dieser Verfahren.
Die letzten drei sind eher schon für Fortgeschrittene.
Sehr empfehlen kann ich Andy Field "Discovering Statistics Using SPSS Statistics", erzählt dir alles wichtige über die meistgebrauchten Grundlagen auf eine sehr witzige und verständliche Art und ist für Anfänger geschrieben. Würd ich sogar Fortgeschrittenen empfehlen einmal zu lesen!
Des Weiteren: Keine Angst vor Statistik! Selbst die Statistik-Dozenten wissen längst nicht alles und besonders auch nciht die Statistik-Asse im Kurs. Es sitzt da einerseits jeder im selben Boot, andererseits ist es für jeden gut machbar wenn man wenigstens ein bisschen etwas dafür macht (was bei dir ja schon mal äusserst gut klingt^^).

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
Kommentar von Sinee00
06.07.2013, 17:10

Ach, vielen Dank für die motivierenden Worte und die ausführliche Antwort. :)

0

Ich finde es sehr gut, dass du dir solche Sorgen um den Bereich Statistik machst. Manche würden vielleicht denken, was hat denn Psychologie mit Mathe zu tun, aber natürlich hat es eine Menge miteinander zu tun, sonst würde man ja auch nicht Statistik im Psychologie-Studium belegen müssen... (meiner Meinung nach müsste noch mehr Mathe gemacht werden in diesem Bereich, aber das ist derzeit anders...)

Generell haben viele Menschen Schwierigkeiten, mit Statistiken richtig umzugehen. Oft merken sie es selbst gar nicht. Gerade für einen Arzt oder Psychologen ist ein gutes Verständnis von und "Gefühl" für diese Dinge aber wichtig.

Ich würde dir vorschlagen, beschäftige dich aus eigenem Antrieb mit Themen aus dem Bereich Statistik und verwandten Bereichen. Suche dir Internetseiten heraus wieh z.B. http://normalverteilung.net/ ... und mach dir nicht allzuviel Sorgen, wenn du nicht gleich alles verstehst! Es bringt dir auch etwas, wenn du nicht alle Einzelheiten verstehst; du kannst trotzdem eine Art "Gefühl" für die Sache gewinnen und mit der Zeit kommen dann die Einzelheiten langsam nach.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Statistik wird viel zu sehr zum Angstfach gemacht. Wenn du jetzt schon langsam anfängst, dann kannst du dir Zeit nehmen und wirst damit schon zurecht kommen. Für den ersten Einstieg kann ich "Keine Panik vor Statistik" empfehlen; parallel mal bei ITunes nach Vorlesungsaufzeichnungen zu Statistik und Psychologie suchen (z.B. von der LMU oder der IUBH). Zeitgleich kannst du dich auch schonmal mit Testverfahren und Fragebogenkonstruktion befassen.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Statistik ist im Prinzip ganz einfach, wenn man einmal das zentrale Konzept "Signifikanz" verstanden hat. Denn letztlich geht es bei der ganzen Angelegenheit stets darum, herauszufinden, inwieweit man mit den Daten der Stichprobe (= die Leute, die du z. B. befragt hast, wenn du eine Umfrage machst) etwas ueber die viel groessere Zahl an Leuten aussagen kannst, um die es eigentlich geht (z. B. alle wahlberechtigten Deutschen bei der Sonntagsfrage).

Und auch hier ist das Grundprinzip wieder simpel: Angenommen, du willst herausfinden, ob Coca-Cola oder Pepsi beliebter ist. Wenn jetzt von deinen 1000 Befragten 505 fuer Cola und 495 fuer Pepsi sind, kann es sehr gut sein, dass Pepsi und Cola gleich beliebt sind und sich rein zufaellig ein paar mehr Cola-Fans an deiner Umfrage beteiligt haben. Wenn hingegen 900 Befragte Cola bevorzugen und nur 100 Pepsi, ist es zwar nicht komplett ausgeschlossen, aber doch extremst unwahrscheinlich, dass auch das auf Zufall basiert. Du kannst dann mit hoher Wahrscheinlichkeit schlussfolgern, dass auch in der Gesamtbevoelkerung Cola beliebter als Pepsi ist. Und ein Ergebnis, dass eine solche Schlussfolgerung zulaesst, nennt man signifikant.

In der Statistik lernt man nun im wesentlich erst einmal , zu bestimmen, wann genau ein Ergebnis signifikant ist (Ist z. B. 600 zu 400 fuer Cola schon signifikant, oder noch mit einiger Wahrscheinlichkeit zufallsbedingt?). Etwas komplexer wird das nur dadurch, dass es fuer verschiedene Fragestellungen unterschiedliche Testverfahren gibt. Du musst also lernen, wann man welches Verfahren anwenden muss, und wie man die fuer die Tests benoetigten Werte (z. B. den Durchschnitt, im Fachvokabular: das arithmetische Mittel) berechnet.

Wirklich anspruchsvoll wird Statistik eigentlich erst dann, wenn du nicht mehr wie im Beispiel eine Variable (Anteil der Cola-Fans) oder auch zwei vor dir hast und dir einfach nur deren Werte anschaust, sondern wenn du mit sogenannten multivariaten Verfahren den Effekt zahlreicher Ursachen (unabhaengiger Variablen) auf eine Wirkung (abhaengige Variable) abschaetzen willst (Bsp.: In welchem Mass haengt der Schulerfolg einer Person von 1. dem Bildungsniveau der Eltern, 2. dem Einkommen der Eltern, 3. einem eventuellen Migrationshintergrund, 4. eigenen genetischen Veranlagungen ab?) Aber: So etwas sollte in der Einfuehrungsvorlesung zu Statistik noch keine oder hoechstens eine unwesentliche Rolle spielen.

Und Methodenlehre ist nochmal was anderes (und auch nichts, was im Rahmen einer Einfuehrungsvorlesung intellektuelle Hoechstleistungen erfordert - problematischer kann hier eher die schiere Menge des Stoffes sein). Hier lernst du, Fragen wie folgende zu beantworten:

  • Was sind die Vor- und Nachteile eines Laborexperiments gegenueber Beobachtungen in normalen Alltagssituationen?

  • Wann sollte man eine persoenliche Befragung durchfuehren, wann eine telefonische und wann eine Online-Befragung?

  • Was kann man tun, wenn man die Leute nach "heiklen" Themen fragen will, wo man damit rechnen muss, dass einige zu unehrlichen Antworten neigen ("Haben Sie schon einmal ihren Partner oder ihre Partnerin betrogen?")

  • Wie kann man herausfinden, ob eine Korrelation zwischen zwei Merkmalen ("Frauen bauen weniger Unfaelle als Maenner") auf eine Ursache-Wirkungs-Beziehung hinweist (Frauen sind die besseren Autofahrer) oder durch andere Merkmale bedingt wird (Frauen fahren insgesamt weniger Auto, bauen aber umgerechnet auf gefahrene km gleich viele Unfaelle)?

  • und noch einiges mehr, das dich am Ende befaehigt, kompetent zu entscheiden, wie du eine Studie von A bis Z aufbaust, um ein gutes, valides Ergebnis (was das ist, lernst du auch in der Vorlesung) zu erhalten und etwas ueber die Wirklichkeit aussagen zu koennen.

Du musst also vor keinem der beiden Faecher Angst haben.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
Kommentar von Sinee00
06.07.2013, 17:11

Danke, du hast mich weitergebracht! :)

0

Hallo:)

Also, ich möchte genauso wie du Psychologier studieren und habe wie du Bammel vor Mathe, da Psychologen ja bekanntlich mit zu den besten Mathematikern gehören.

Ich kann dir nur ans Herz legen: Mach dich nicht verrückt, würde mich da vorerst nicht reinarbeiten. Das andere ist: es gibt einen besonderen Taschenrechner (ClassPad 330 von Casio) der hat ein wunderbares Statistikprogramm. Kostet leider nur um die 100 Euro. Den musste ich mir aber in der Oberstufe anschaffen und das Ding hats voll drauf, auch wenn man am Anfang die Gebrauchsanweisung (ohne Lehrer) etwas studieren muss. Zuest ist es echt nicht einfach, da man die ganzen Befehle nicht kennt.

Ich weiß, dass man diesen TR nicht in Klausuren verwenden darf, jedoch lässt es sich prima damit zu Hause rechnen.

Hoffe, ich konnte dir helfen. Sonst probier auch mal die Test für Psychologie (findest du bei den jeweiligen Unis) hier z.b Uni Bonn http://www3.uni-bonn.de/studium/studienangebot/studienscout-academicus/faecher/psychologie

da musst du dann ganz unten, wenn du runterscrollst auf die OSA klicken:)

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Lies irgendson "Grundlagen der Statistik"-Buch und versuch es zu verstehen, aber wenn du vom Gymnasium kommst, wirst du nicht mal Summation kennen und dann wird's schon sehr eng... Meiner Meinung nach kannst du dich nicht drauf vorbereiten, weil du es nicht autodidaktisch verstehen wirst, außer du bist in Mathe das Überviech.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
Kommentar von Sinee00
03.07.2013, 17:20

Ich möchte mir Nachhilfe darin nehmen, um mir ein genaues Bild davon machen zu können. Ich brauche nur den Stoff, weil ich den für die Nachhilfe selber mitbringen muss...

0

Was möchtest Du wissen?