Psychologiestudium oder HP für Psychotherapie?

8 Antworten

Lass das mit dem Heilpraktiker. Studiere Psychologie, mach danach eine anerkannte Therapieausbildung und approbiere dich als Psychol. Psychotherapeut.
Dann kannst du mit Krankenkassen abrechnen.

Ein Psychologiestudium ist auf jeden Fall empfehlenswert. Aus einer persönlichen Perspektive halte ich es für gewagt ohne tiefere Kenntnis der psychischen Zusammenhänge mit Menschen therapeutisch zu arbeiten. Allerdings bestätigen hier auch Ausnahmen die Regel...

Aus der praktischen Erfahrung weiß ich leider auch, dass einige approbierte Psychotherapeuten sich im Patientenumgang vergreifen oder einfach Irrwege beschreiten. Allerdings sind durch die vielen vorgeschalteten Selektionsprozesse (Abitur, Studium, Therapeutische Ausbildung, Approbation) schon einige untaugliche Kandidaten ausgesiebt.

Leider aus einer testtheoretischen Perspektive auch einige Taugliche... Eines der ersten Dinge im Psychologiestudium, die du lernen wirst, ist die Tatsache, dass deine persönliche Wahrnehmung dich mehr täuscht, als du für möglich hältst und du deswegen stets Bedacht sein solltest (auch im therapeutischen Umgang), dass du deine Wahrnehmungen und Entscheidungen "objektivierst" oder - korrekterweise formuliert - intersubjektivierst.

Wenn du das (und vieles andere) auch ohne Psychologiestudium in der Praxis als Psychotherapeut auf heilpraktischer Basis schaffst, dann viel Erfolg! Wenn nicht: Ein Psychologiestudium schadet nur dem Geldbeutel, und das auch nur anfangs. :)

Hallo auch :)

ich vertrete keine Schule - bin Heilpraktiker und führe eine psychotherapeutische Praxis. ich möchte hier davon berichten, dass es leider immer noch viele Falschaussagen gegenüber dem Heilpraktiker für Psychotherapie gibt. Falsch ist z.B.: Bandbreite der Tätigkeiten wäre geringer als beim Psychologischen Psychotherapeuten. In der Tat sind niedergelassene Therapeuten auf die 3 gesetzlich anerkannten Psychotherapie-Methoden beschränkt. Der HP nicht. Falsch ist auch: Es tummeln sich keine Hausfrauen (ich gehe davon aus, dass in der zuvor gegebenen Antwort von FrauDoctor111 das "Hausfrau-Tummeln" eher abwertend gemeint war), da die Erlaubnis zur Psychotherapie(!!!) auf einem Niveau von einem Staatsexamen basiert und keinesfalls einfach oder schnell zu bewältigen ist. Als Psychologe verdienst Du keinesfalls mehr! Ach noch wichtig: wenn man als Patient keinen Therapieplatz bei einem Psychologen bekommt, da man ein halbes Jahr oder länger warten soll... nimmt man gerne die Dienste des Heilpraktikers an und greift auch mal in die eigene Tasche, da die Seele und Psyche nicht immer warten kann bis sie Hilfe bekommt. Die Tätigkeit kann die gleiche sein und oft werden Patienten mittlerweile von Berufsgenossenschaften und anderen Beihilfen bezahlt. Auch Privatekassen oder bei Gesetzlichen KK die Zusatzversicherungen können die Kosten übernehmen. Nun noch eins:

Ist es nicht traurig, erschreckend und schade, dass viele Menschen nicht zögern 80-100 Euro für jeglichen Schnickschnack (für teure Kleidung, Kosmetik, überteuerten Hygieneartikeln usw.) auszugeben - aber für die eigene Seele, dem Geist und am Ende selbst auch dem Körper zögern wir und sind uns selbst gegenüber zu geizig... Qualitative Psychotherapie zu zahlen!

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