Psychologiestudium + Psychotherapeutenausbildung als Arbeiterkind?

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8 Antworten

Ich habe die Frage schon mal an anderer Stelle beantwortet. Ich war auch auf der Suche neben dem Psychologie-Studium weiterarbeiten zu können mit dem gleichen Ziel eine KV-Zulassung zu erhalten.

Die Fernuni Hagen bietet dieses Studium mittlerweile auch als Master Studiengang an mit wenigen Präsenzseminaren. Mit dem Master kannst du eine Psychotherapieausbildung machen. Musst nur aufpassen, wenn du dich für Psychoanalyse entscheidest wegen dem Alter. Manche Institute nehmen keine Leute mehr ab 40 Jahre. Bei VT ist das kein Problem.

Du kannst das Studium wenn Du arbeiten willst in Hagen in Teilzeit machen. Das sind 19 Std. je Woche und den Rest der Zeit kannst du Geld verdienen. Und Bafög ist ja auch kein Problem, weil du genug Zeit hast nach deinem Studium mit der Rückzahlung zu beginnen.

Bei mir musste ich erst 5 Jahre nach Abschluss das Bafög zurück zahlen.

Die Situation der Psychotherapeuten ist extrem gut. In Berlin z.B. sind die Wartezeiten auf Psychotherapie teilweise bei 1 Jahr. das ist unglaublich aber wahr. Die Therapeuten können sich ihre Klienten wirklich aussuchen.

Go on und mach dein Ding.

PS: Und zudem kannst du in den letzten beiden Semestern bei vielen Ausbildungsinstituten schon starten, auch wenn du den Master (Diplom) noch nicht hast.

Du könntest dich mal beim Arbeitsamt über verschiedene Möglichkeiten der Finanzierung erkundigen, wenn du so gute Noten hast könntest du es ja vielleicht en Stipendium oder Teilstipendium zu bekommen.

Ins Psychologiestudium kannst du dich auch als "Arbeiterkind" wagen. Bafög beziehen die meisten Studenten.

Die Psychotherapeutenausbildung absolviert man meistens berufsbegleitend, so dass die Ausbildung doch ganz gut finanzierbar ist. Ohne Therapeutenausbildung nur als Psychologe eine gute Stelle im klinischen Bereich zu finden ist eher unwahrscheinlich.

Sonst gibt es ja auch während des Studiums noch Möglichkeiten zusätzlich an Geld zu kommen. Es gibt viele Organisationen, die Stipendien vergeben (auch gezielt an Studierende aus nicht so wohlhabenden Familien). Man kann natürlich auch als studentische Hilfkraft, Kellner, Pizzafahrer oder sonst was arbeiten.

Man kann auch etwas darauf achten, an welcher Uni man studiert. In Ostdeutschland sind Lebenshaltungskosten und Mietpreise deutlich geringer als in vielen Westdeutschen Städten. Selbiges gilt für Studiengebühren (wobei ich grade nicht weiß, ob es die noch irgendwo gibt.) Viele ostdeutsche Unis sind auch sehr gut was die Psychologie angeht (Leipzig, TU Dresden, Jena).

Man muss als Student zwar etwas aufs Geld achten, und kann sich nicht jedes Jahr ein neues i-phone kaufen (wobei ich auch einige Höchstsatz-Bafögler kenne die das hinbekommen), aber vor Privatinsolvenz brauchst du keine Angst haben. Ein Professor von uns meinte auch, dass man für jeden Euro den man in seine Bildung investiert mindestens 9 zurück bekommt. Ich würde dir also raten deinen Traum zu verfolgen. ;)

GiuseppeSan 15.03.2012, 19:28

Ich danke dir. Endlich mal etwas, was mir neuen Mut gibt :)

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Ja, mach das! Wer ein gutes Abi schafft und Lust auf Studieren hat - egal was - sollte das unbedingt tun. Ich komme auch aus einer großen Familie, wo es immer sparsam zuging, zwei Schwestern von mir haben auch studiert mit Hilfe von Bafög. Zwischendurch in den Semesterferien kann man sich zeitweise Jobs suchen. Wer sehr viel Power hat kann auch am Wochenende noch kellnern oder so.... Du musst Dich nur darauf einstellen, während der Studienzeit sonst sparsam zu leben. Also toller Urlaub und teure Klamotten, Auto, noble Wohnungseinrichtung geht dann halt nicht. Das ist dann der große Vorteil, den die "einfachen Leute" haben: Sie kommen mit viel weniger Krempel aus. Wir haben schon als Kinde gelernt, dass man nicht alles braucht. Wenn es bei Dir ähnlich ist, kommst Du mit der finanziellen Situiation vielleicht sogar besser klar als jemand, der zum 18. Geburtstag ein Auto bekommt, von Papa eine eigene Wohnung einrichtet bekommt und Mama die kompkette Küchenausstattung aussucht.

Mach dir mal nicht so viele Sorgen- dass Studium übers Bafäg zu finanzieren ist völlig normal, das machen unzählige Studenten so und die Privatinsolvenz treibt dass alleine schonmal niemanden- ein bisschen Zeit zum nebenher arbeiten bleibt meist auch noch, dass ist also schonmal absolut machbar. Die Psychotherpeutenausbildung machen sehr viele Psychologen berufsbegleitend, sodass sie die gegenfinanzieren können ohne Schulden zu machen. Natürlich gibt es auch Arbeit für rein klinische Psychologen, aber die Berufsaussichten sind bedeutend besser, wenn man auch die Psychotherapeutenausbildung gemacht hat.

Um deine Frage nochmal ganz kurz zu beantworten: Ja, du kannst deinen beruflichen Traum verwirklichen, du hast auch kaum schlechtere Startchancen als viele andere auch (du glaubst gar nicht, wie viele Studenten in einer ähnlichen finanziellen Lage stecken wie du!).

warum gehst du davon aus durch bafög in die Privatinsolvenz zu stürzen? Die eine Hälfte wird dir schließlich geschenkt, und die andere musst du in Raten zurückzahlen (ohne Zinsen), was bei deiner späteren Arbeit doch kein Problem sein dürfte.

GiuseppeSan 15.03.2012, 18:38

Durch Bafög + Psychotherapeutenausbildung, meinte ich.

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yaadein 15.03.2012, 19:00
@GiuseppeSan

die Ausbildung willst du dann also noch nach dem Studium machen? Falls du ein guter und schneller Lerner bist kannst du ja auch nebenbei arbeiten gehen. Musst nur schauen dass du unter 400euro bleibst sonst fällst du aus der familienversicherung und musst dich selber versichern

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Das Studium mittels Bafög zu finanzieren müsste recht gut gehen, wenn du in der Regelstudienzeit bleibst bzw. vorher rechtzeitig etwas Geld zurücklegst für den Fall, dass du länger studierst. In die Privatinsolvenz wirst du dich dadurch nicht stürzen - die Rückzahlungsbedingungen beim Bafög sind ja auch sehr human.

Um die Ausbildung hinterher zu finanzieren, könntest du zum Beispiel nach dem Studium erst einmal eine Weile "richtig" arbeiten, um etwas Geld anzusparen, oder eben, wie schon jemand geschrieben hat, die Ausbildung berufsbegleitend absolvieren.

Aber um ganz ehrlich zu sein - ich würde mich an deiner Stelle noch nicht so sehr auf das Berufsziel Psychotherapeut versteifen. Das Studium wird dich erst einmal einige Jahre in Anspruch nehmen und Interessen ändern sich - es kann also gut passieren, dass du im Studium noch ganz andere Ausrichtungen entdeckst, die du noch viel besser findest :-)

also die Arbeitsmarktsituation ist im Moment gut für Psychologen , auch als Angestellte. wenn du davon ausgehst , das du erst Psychologie studieren willst und dann anschliessend noch psychologische Psychotherapie , dann bist du gut 10-12 Jahre dabei. wie die situation bis dahin aussieht ist ungewiss, aber nicht aussichtslos. Ich finde es echt total unfair , das man so überlegen muss wie du jetzt . Es kann ja wohl nicht sein ,das nur die Intellektuellenkinder eine Chance bekommen zu studieren. Oder Akademikerkinder . Das wäre nur wichtig , das du dich vorher informierst beim Bafögamt , wieviel dir genau zusteht und wo du noch finanz. Unterstützung bekommen kannst. Ich drücke dir die Daumen und wünsch dir alles gute für die Zukunft.

GiuseppeSan 15.03.2012, 19:28

Dankeschön :)

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mariechen3 16.03.2012, 19:57
@GiuseppeSan

bitteschön; ich meinte das echt ernst ; ich könnte mich echt darüber aufregen; dann ist doch die zweiklassengesellschaft echt nicht mehr weit.

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Tilvur 16.03.2012, 11:51

10-12 Jahre? Äh- allenfalls, wenn du dir SEHR viel Zeit lässt.

Das Psychologiestudium dauert 5 Jahre, die Psychotherapeutenausbildung 3-5 Jahre (je nachdem ob Berufsbegleitend oder Vollzeit). Korrekterweise kann man also insgesamt eher 8-10 Jahren ausgehen, nicht von 10-12.

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mariechen3 16.03.2012, 19:53
@Tilvur

ok. du hast recht; ich bin von einer freundin ausgegangen, die hat echt 12 Jahre dran rumstudiert . zwischendurch mal einen hänger gehabt usw. dann geht das schnell , mit die joahre.

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