Psychologie studieren Erfahrungen

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1 Antwort

Liebe Stiefmudda,

Das Studium läuft so ab, dass man Vorlesungen und Seminare hat. (Aber mehr Vorlesungen). Die Vorlesungen schließt man am Ende des Semesters mit einer Klausur ab, die Seminare oft auch, aber da hält man auch oft Referate.

Was man alles lernt ist schwer alles zusammenzufassen, weil Psychologie ein riesiges Feld ist. Man lernt vor allem, wie man richtig forscht, wie man Fragestellungen untersucht, und muss auch teilweise praktisch Studien durchführen und dann einen Bericht darüber schreiben. D.h. man lernt, wie man eine Studie designt, wie man sie auswertet (dafür braucht man z.B. Statistik).

Inhaltlich ist einiges an Biologie dabei (Neuropsychologie, also welcher Teil im Hirn macht was, auch: welche Störungen gibt es), allgemeine Psychologie (Gedächtnis, Lerntheorien, d.h. klassische, operante Konditionierung und Modelllernen, Aufmerksamkeit, Wahrnehmung, Psychophysik), Klinische Psychologie (was für Störungsbilder gibt es, wie werden sie erforscht, welche Therapien gibt es usw.), Entwicklungsspsychologie, Differentielle Psychologie und Persönlichkeitspsychologie (in was unterscheiden sich die Menschen, und wie kann ich die Persönlcihkeit eines Menschen beschreiben, wichtige Inhalte hier: IQ, Big-Five (Trait--Ansatz), Anlage-Umwelt-Debatte), Arbeitspsychologie (wie optimiert man Arbeitsabläufe), Sozialpsychologie (wie werden wir von der tatsächlichen oder vorgestellten Gegenwart anderer Menschen beeinflusst in unserem Denken, Fühlen und Handeln), es geht viel auch um Diagnostik (was muss man beachten wenn man einen Sachverhalt bei einem Menschen feststellen muss? Wie muss z.B. ein Fragebogen aussehen, den ich konstrueirt habe, um zu testen, wie intelligent ein Mensch ist?).

Schwierig alles zusammenzufassen, was man alles lernt, denn es ist wirklich viel und ich habe keine Zeit alles hier hin zu schreiben. Ich finde das anstrengend, aber machbar. Ziel ist, dass man irgendwann im Prinzip selbstständig tätig sein kann als Psychologe, d.h. z.B. forschen könnte, dass man psychologische Literatur lesen und interpretieren kann usw.

Beschäftigungsfelder sind vor allem in Kliniken und Psychotherapiepraxen, wenn man sich auf die klinische Psychologie spezialisiert, in der Forschung, für Firmen als jemand, der Eignungsdiagnostik durchführt, in Firmen als Arbeitspsychologe, an Schulen als Schulpsychologe, in der Forensik als forensischer Psychologe, für das Arbeitsamt (als Psychologe, der Leuten hilft ihren Beruf zu finden). Die Gehälter sind meist ordentlich, aber man wird meist nicht unbedingt reich dadurch (wobei es da auch Ausnahmen gibt).

Bei Psychologie gibt es auch das Problem, dass man eigentlich einen Master für das meiste machen muss, und die Masterplatzsituation ist z.Zt. suboptimal, also es können längst nicht für alle Bachelor-Absolventen Masterplätze eingerichtet werden. Meist gibt es noch einen Schnitt, den man im Bachelor erreichen muss, daher sollte man, wenn man anfängt mit dem Bachelor, sich schon früh um gute Noten bemühen (möglichst eine 1 or dem Komma).

Ist auf jeden Fall ein interessantes Fach.

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