Psychologie studieren - Tipps?

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3 Antworten

Psychologie ist eine empirische Naturwissenschaft, die v.a. experiementell arbeitet. Wichtige Fächer sind Mathematik und Biologie, aber auch eine gewisse Nähe zur Experiementalphysik und keine Berührungsängst in Bezug auf Computer sind von Vorteil. Mit Psychotherapie hat das erstmal gar nix zu tun, die Mehrzahl der Psychologen arbeiten auch in anderen Berufsfeldern (fallen da aber halt nicht mehr so auf), denn der Weg für Psychologen zum Psychotherapeuten ist ungewiss, sehr lang und extrerm teuer, von den Anstrengungen mal ganz abgesehen. Auf Wikipdia bekommst du denke ich recht ausführliche Infos zur Psychologie, auch bei der DGPs (musste mal googlen). Außerdem gibt es im Buchhandel auch Studienführer zum Psychologiestudium.

Psychiatrie ist ein Teilgebiet der Medizin. Man kann nach dem Studium dann eine Facharztweiterbildung zum Psychiater machen. Interessant für dich wäre aber vermutlich eher die Facharztweiterbildung in Psychosomatischer Medizin und Psychotherapie (vormals Facharzt für Psychotherapeutische Medizin), da steht Psychotherapie an erster Stelle, bei der Psychiatrie nicht so unbedingt. Schwerpunktsetzungen im Bereich der Psychotherapie sind, sofern man mit Kassen abrechnen möchte, Tiefenpsychologisch-fundierte Psychotherapie (TP), Analytische Psychotherapie (AP) und Verhaltenstherapie (VT). Psychosomatiker machen TP ggf. zusätzlich AP, Psychiater heute eher VT, wenn überhaupt.

Zugang bei Psychologie und Medizin mit Abitur im oberen Einserbereich. Das tut sich nicht viel.

Welchen Beruf du mit deiner Einschränkung ausüben kannst, das musst du am besten in einer Beratung auch mit deinen Ärzten klären, das geht von hieraus nicht.

MSPriv 21.10.2012, 13:30

P.S.:

gute einführende Bücher zur Psychologie, die einen ersten Einblick ermöglichen, sind:

Zimbardo / Gerrig: Psychologie (Pearson) und

Myers: Psychologie (Springer)

Beide Bücher gibts als Vorschau auf google books. Einfach mal reinschauen.

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CountDracula 21.10.2012, 13:40

Danke für die ausführliche Antwort :)

Nichts für ungut, aber du glaubst nicht, wie sehr es nervt, wenn man jeden Scheiß mit seinem Arzt besprechen muss -.- ich meine, ich war vorher nicht mal eingeschränkt und musste meinen Arzt wegen so gut wie gar nichts fragen :(

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MSPriv 21.10.2012, 13:44
@CountDracula

Das kann ich nachvollziehen, aber in diesem Fall sehe ich halt leider keine andere Mögliuchkeit. Ist ja auch ne weitreichende Entscheidung, zumal Psychotherapeuten bei Zulassung eine gesundheitliche Eignung im Rahmen der Zulassungsbeantragung nachweisen müssen.

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  1. Das ist von Uni zu Uni unterschiedlich. Der NC für Psychologie ist traditionellerweise sehr hoch (meist im oberen Einserbereich), der für Sozialpädagogik ist meist auch noch relativ hoch (mindestens oberer Zweierbereich) dort zählen aber auch Praktika und soziales Engagement an vielen Unis und wahlweise als Alternative gibt es noch Erziehungswissenschaft, das an manchen Unis einen sehr humanen NC hat (im Sommersemester in Bielefeld z.B. 3,3 oder so)

  2. www.kursnet.arbeitsagentur.de Psychologie oder Soziale Arbeit eingeben und der spuckt dir ne Liste mit Hochschulen aus

  3. Das spielt keine Rolle. Natürlich kannst du Pädagogik belegen, wenn es in deiner Schule angeboten wird, aber generell lernst du alles, was du brauchst, im Studium. Manche Unis achten ein bisschen auf deine Mathe und Deutschnoten. Wegen der Fachliteratur lohnt sich Englisch immer und für Psychologie schadet auch Bio nicht, ist aber nicht norwendig.

  4. Es gibt zahlreiche Bücher über Psychologie, Sozialpädagogik und Heilpädagogik. Schau dich doch mal auf amazon um.

  5. Die Arbeit mit Behinderten könnte dann unter Umständen schwer werden, weil man da auch mal mit anpacken muss. Als Psychologe sollte das aber kein Problem sein. Praxis und Klinik sind beide möglich, allerdings läuft es anfangs eh auf eine Arbeit in der Klinik hinaus, weil du dir ja noch keine eigene Praxis wirst leisten können.

  6. Tiefenpsychologie, Verhaltenstherapie, Psychoanalyse jeweils für Erwachsene oder Kinder und Jugendliche werden von der Krankenkasse übernommen. Andere Therapieformen wie Gestalttherapie oder systemische Therapie werden nicht übernommen, aber man kann sie dann eben für Leute, die privat zu zahlen bereit sind, anbieten.

CountDracula 21.10.2012, 13:45

Danke für die Antwort :)

Ja, mit dem Geld muss ich wirklich mal gucken... aber ich will nebenberuflich noch als Zauberkünstlerin auftreten, und da kann man ja auch einiges verdienen... na ja, wie gesagt: Mal gucken ;)

Gestalttherapie wäre glaube ich noch was für mich. Als ich letztes Jahr im Krankenhaus war, gab es ein Freizeitzentrum, wo du verschiedene Dinge wie z.B. nähen, malen oder Schmuck basteln machen konntest (hat natürlich auch Geld gekostet). Das hat mir wirklich gut getan, und ich denke, dass es auch anderen Menschen helfen wird.

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MSPriv 21.10.2012, 13:58
@CountDracula

Vermutlich meinst du GestaltUNGStherapie. Gestalttherapie ist das mit dem leeren Stuhl und dem Rumschreien ;-). Schau mal bei Youtube unter "Fritz Pearls". Aber davon ab bzgl. Gestaltungstherapie. Es gibt ja auch noch Möglichkeiten, z.B. Kunsttherapie zu studieren?!

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Zu 1: Der NC liegt momentan bei 1 irgendwas

Zu 2: Kann man glaub ich fast überall studieren

Zu3: Gute Mathekenntnisse sind erforderlich (das Studium hat viel mit Statistik zu tun) und Englsich ist auch nicht verkehrt (teilweise englische Literatur im Studium)

Zu 5: Die arbeit dürfte körperlich nicht allzu schwer sein. Was du mit Kostenaufwand meinst weiß ich nicht so genau, allerdings kostet eine Therapeutenausbildung (die du nach dem Studium machen müsstest) auch noch mal. Undzwar nicht zu knapp!

CountDracula 21.10.2012, 13:41

Kostenaufwand dürfte sich eig. aus dem Zusammenhang erschließen: Eine eigene Praxis ist immer mit Kosten verbunden.

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lensflare 21.10.2012, 13:51
@CountDracula

Klar ist eine Praxis mit Kosten verbunden. Allerdings reicht ein Studium nicht aus um Therapeut zu werden, dazu brauchst du nochmal eine extra Ausbildung und die Kosten dafür liegen im niedrigen 5 stelligen Bereich. Und das ist eine Sache, die man vielleicht vorher berücksichtigen sollte. ;)

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MSPriv 21.10.2012, 13:53
@CountDracula

Im Moment so ca. 20.000 EUR für eine halbe Kassenzulassung (durchs Versorgungsstrukturgesetz steigen die Preise weiter fröhlich an), nachdem man schon eine schicke Eigentumswhg in die Weierbildung gesteckt hat, macht das allerdings den Kohl auch ne mehr fett ... Dass darüber hinaus noch Kosten für die Prxiseröffnung, die Praxisräume und laufende Praxis- und sonst. Kosten, wie auch Versicherungen, Kammerbeiträge, Versorgungswerk, Weiterbildung anfallen, ist natürlich klar. Man sollte das aber schon mit sehr spitzem Bleistift durchrechnen, ob sich das für einen persönlich lohnt und ob einem das, was dann netto rauskommt auch reicht. Vielen tuts des nicht, die wollen nach so einem Aufwand schon mehr sehen. Da wäre dann eher eine andere Branche sinnvoll.

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CountDracula 22.10.2012, 00:08
@MSPriv

Okay, danke... und bei solchen Preisen wundern sich die Krankenkassen, wieso es nicht genügend Ärzte gipt kopfschüttel ;)

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