Psychologie nach Pädagogik?

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3 Antworten

Für die Zulassung zur Ausbildung zum Psychologischen Psychotherapeuten ist ein *KONSEKUTIVES* Psychologiestudium mit B.Sc. und M.Sc. nachzuweisen, das den zuletzt gültigen Vorgaben der KMK für das Studium zum Diplom-Psychologen mit Abschlussprüfung im Fach Klinische Psychologie äquivalent ist (so die derzeitige Auslegung des PsychThG durch die Landesprüfungsämter). Alle Informationen sowie Hinweise auf die notwendige Äquivalenzprüfung der Abschlüsse durch das LPA vor Beginn der Ausbildung findet man auf den entsprechenden Seiten der LPAs.

Derzeit gibt es keine Möglichkeit, mit einem B.A. in Pädagogik und einem M.Sc. in Klinischer Psychologie eine Zulassung zur Ausbildung nach dem PsychThG zum Psychologischen Psychotherapeuten zu erhalten.

Für die Zulassung zum Kinder- und Jugendlichentherapeuten gilt das oben Gesagte, sowie ein konsekutiver B.A. und M.A. in Pädagogik, der äquivalent zum Dipl.-Päd. ist oder ein B.A., der äquivalent zum Dipl.-Soz.päd. (FH) ist. Auch hier erfolgt eine Äquivalenzprüfung durch das jeweils zuständige LPA.

Darüber hinaus muss du dich beeilen, da die Zulassung und Ausbildung zum nicht-ärztlichen Psychotherapeuten in Kürze vollständig reformiert wird. Dann haben weder Psychologen, noch Pädagogen Zugang zu diesem Beruf, sondern nur noch Absolventen eines dann einzurichtenden staatl. anerk. konsekutiven B.Sc und M.Sc. Studienganges Psychotherapie (-wissenschaft), der mit M.Sc. Psychotherapiewissenschaft UND Staatsexamen beim LPA mit anschließender Approbation zum Psychotherapeuten abgeschlossen werden wird. Danach erfolgt analog zur Facharztweiterbildung eine Weiterbildung zum Fachpsychotherapeuten (mit anschließender Möglichkeit zur Niederlassung); über die Finanzierung der Weiterbildung wird noch heftig gestritten, weshalb sich die bereits beschlossene Einführung verzögern wird.

Wenn du keinen MA auf den BA aufsetzest, sondern "ganz von vorne" Psychologie studieren willst, wirst Du ein Problem bekommen:

Da die Psychologie-Studienplätze alle zulässungsbeschränkt sind, wirst du dann nicht mehr zulässungsfähig sein. Knappe Plätze sollen nicht an Bildungsfreunde gehen, die sich ein Studium nach dem anderen leisten, aber natürlich nicht alle Berufe ausüben werden.

Mit einem MA, der an einen Pädagogik-BA anschliesst, wirst du nicht die inhaltlichen Anforderungen für die Psychotherapie-Weiterbildung erfüllen, denn die setzt recht viele Stunden/Credit-Points an klinischer Psychologie voraus, die m.W. in keinem MA enthalten sind.

So bekloppt es auch angesichts bürgerlicher Ordnungsvorstellungen klingt: am einfachsten scheint mir, das Studium abzubrechen und ganz von vorne mit Psychologie anzufangen. Wieviele Wartesemester Du individuell brauchst, wirst Du besser wissen.

Oder Du leistest Dir neben einem richtigen Pädagogik-Studium und nicht sowas "vermischtem" ein zweites richtiges Psychologie-Studium bei einer Fernuniversität wie der Open University in England. Kostet dann natürlich einiges.

Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeut geht auch mit Abschluss in Pädagogik.

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