Psychischer Missbrauch in der Familie ect.. Wie geht man damit um. Ist es zu empfehlen diesen aufzudecken. Man wird ihn leugnen, da das Leben existenziell...?

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4 Antworten

Aussteigen und sich um seine eigene Seele kümmern (professionell kümmern "lassen").

Mehr kann man nicht tun - außer weiter mitleiden. Aber das hilft niemandem. Im Gegenteil, verringeringert es nur den Leidensdruck.

Ist dieser auch für andere Opfer groß genug, werden sie vllt auch den Schritt in die professionelle Beratung ggf. Beziehungsabbruch wagen.

Den Missbraucher wird man nicht von seinen Taten abhalten. So oder so nicht. Erst wenn ihm keine Opfer mehr zur Verfügung stehen.

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Kommentar von Regulus123
20.11.2015, 14:02

Kurze Frage: mitleiden verringert den Leidensdruck?

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Kommentar von Seanna
20.11.2015, 14:11

Korrekt. Leiden noch andere, verteilt sich der Druck auf mehr Opfer und man sieht sich im ("falschen") Verhalten noch bestätigt. Machen andere ja auch so - gibt keinen anderen Weg.

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Bei Missbrauch ist es immer sinnvoll den Ort und die Menschen zu verlassen.

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Ich würde den Kontakt soweit es geht meiden. Bei mir ist es ein wenig ähnlich gewesen wie bei dir. Mein Bruder ist ein Narzisst (leider) und meine Mutter hält zu ihm. Es wurde gelogen, ob ich dabei schaden nehme oder nicht, das war denen egal. Für die war das Lügen einen Menschen (mich) beschützen.

Ein Beispiel: Ich wurde in einer Abendschule, was ich neben der Arbeit machte, gemobbt. Aufgrund des Mobbings bekam ich auch keinen Abschluß. Ich lebte damals noch bei meinen Eltern und erzählte denen das. Die Reaktion meiner Mutter war: Sag doch, die haben was gegen mich. Da ich keinerlei Rückhalt hatte, sagte ich auch nichts, als ich in der Firma auch angefangen wurde, gemobbt zu werden. Ich vertraute mich ja keinem Menschen an. Das führte soweit, dass mein Kopf leer war (d.h. ich starrte z.B. auf eine Rechnung und konnte nichts in mich aufnehmen,...) und ich mir sogar das Leben nehmen wollte, was ich doch nicht schaffte. Als meine Kündigung kam, die Schuld wurde auf mich geschoben, fragte meine Mutter mich, warum. Als ich gesagt habe, dass ich in der Firma geschlagen wurde, sagt meine Mutter nur:"ach, das war vielleicht nur ein streicheln), als mir ein Kollege sagte, ich nehme Drogen, da wurde das von meiner Mutter alles verharmlost. Nur, um zwei Dinge zu nennen. Die Liste könnte ich weiter führen. Ein paar Monate später kam meine Mutter auf einmal auf die Idee, dass man da doch was machen müsste. Das lag daran, weil die Agentur für Arbeit mich für drei Monate sperren wollte. Ich schickte das, was mir passierte, auch, dass meine Stimme aufgrund des Mobbings nicht mehr da war, ein. Da sagte meine Mutter, wir schreiben dem Vorstand einen Brief, was passierte. Ich fertigte ein Mobbingtagebuch an, so gut wie ich konnte. Kurz gesagt, obwohl meine Mutter sagte, sie habe sich darum gekümmert und das Mobbingtagebuch an den Vorstand geschickt, ist dies nicht passiert. Ich schrieb das Mobbingtagebuch ganz umsonst. Das, was sie sagte und das, was sie machte, sind zweierlei.

Das nur kurz, was mir passierte. Ich könnte das weiter fortführen. Es sind genug Dinge passiert. Mein Bruder versteht z.B. nicht, dass ich den Kontakt zu ihm abgebrochen habe, obwohl ich ihm das ganz klar gesagt habe. Das letzte, was ich zu ihm sagte:"Ger, du verstehst das nicht. Ich will keinen Kontakt mehr zu dir". Am nächsten Tag stand er vor meiner Wohnungstür, weitere zwei Tage später lädt er mich zum Essen ein. Ich brach den Kontakt aufgrund von Beleidigungen, Diebstahl an mich usw. ab.

Ich bin ein wenig von deiner Frage abgewichen. Ich würde den Kontakt soweit wie Möglich einschränken, wenn es geht, ganz abbrechen. Meine Mutter sehe ich nicht mehr sooft, was mir sehr leid tut, aber ich werde mit nach unten gezogen, wenn ich das nicht gemacht hätte, da es mich oft belastet, wenn ich bei meinen Eltern bin und meinen Bruder sehe ich gar nicht mehr. Die sind sich keinerlei Schuld bewusst. Obwohl die Zeichen da sind: Mein Bruder zweimal geschieden, ganz wenige Freunde, keinen Kontakt mehr zur Schwester,...

Ich weiss nicht, ob es was bringt, das Öffentlich zu machen. Du kannst dich bei Ämtern, die sich damit auskennen, erkundigen. Ich suchte mir Halt bei Menschen, die mich mögen und bei Hobbies, die mir Spaß machen. So bin ich damals in einen Chor gegangen, wo ich heute noch mitsinge.

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Kommentar von Regulus123
20.11.2015, 14:16

Hallo Marco, danke für deine ausführliche Berichterstattung. Ja, das meine ich auch zu kennen: zu lügen, um (scheinbar) den Menschen zu schützen. Nichts Genaues weiß man. Alle halten dicht und leben das Lügenkonstrukt. Niemand legt offen die Karten auf den Tisch. Die Verwandtschaft kann man z.B. nicht leiden, es werden dennoch große Feste gefeiert etc. und hinterrücks gelästert (auf beiden Seiten). 

Ich kenne es so: meine Mutter ist eher hinterhältig, indem sie Informationen vorenthält, die schlussendlich doch heraus kommen. Sie entmündigt mich sozusagen, und dieses Verhalten praktiziert sie, seitdem ich klein bin. Ich habe kein Vertrauen in sie und habe dementsprechend immer wieder solche Frauen in meinem Leben angezogen. Der Rest der Familie fügt sich jeweils der zugedachten Rolle, teils mehr, teils weniger glücklich. Alle verhalten sich im Grunde genommen angepasst, um den Schein zu wahren in der jeweiligen Welt, in welcher sie leben. Nur echte Beziehungen, die hat niemand von ihnen. Kontakte dienen in erster Linie der Selbstwertregulation oder weil die Gesellschaft so ist wie sie ist, vielleicht alle so sind?

Meine Freunde habe ich in den letzten 2 Jahren alle, wirklich alle ausnahmslos aussortieren müssen. Purer Zufall, dass sich bestimmte Ereignisse so ergaben, die mir zeigten, dass das Beziehungsgefälle aufzuheben nicht erwünscht war und ist. Sehr schade, wenn man bedenkt, dass man diese Menschen tatsächlich mal gemocht hat. Die Erkenntnis, dass man ausschließlich Objekt war, der Selbstwertregulation diente, ist bitter.

Fühlst du dich denn im Chor wohl? Begegnet dir dort nicht ebenfalls dieses Beziehungsmuster, welches du Zuhause erfahren hast oder hast du dich in deiner Persönlichkeit tatsächlich gewandelt, sodass du diese Menschen heute nicht mehr anziehst? Wie hast du die Freunde kennen gelernt, die dich tatsächlich mögen? Wenn du weiter antworten magst, dann können wir uns auch gerne per PN austauschen.

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ganz ehrlich..

wenn es wirklich so ist, musst du selbst entscheiden was du möchtest und was dir wichtig ist bzw, wie wohl du dich fühlst in dieser situation

und achte nicht auf "lügenkonstruktionen" die zusammenbrechen könnten


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Kommentar von MarcoAH
20.11.2015, 22:50

Stell dir mal vor, du würdest in so eine Situation reingeboren werden, wächst so auf und machst dir keine Gedanken, weil es ja deine Familie ist. Vergleich das mal mit Kindern, die bei Zeugen Jehovas reingeboren werden und die ganze Kindheit- und Jugendzeit so leben. Was soll ich, bzw. sollen Zeugenjehovaskinder selbst entscheiden? Wenn du von Klein auf angelogen wirst, da achtet man nicht darauf, dass irgendwas zusammen brechen kann. Erst wenn derjenige Abstand von dieser Situation, von den Menschen hat, wird es klarer. Wenn derjenige so aufwächst und keinerlei Abstand bekommt, wie soll derjenige (also ich) sich eine andere Meinung bilden können? Mit den Zeugen Jehovas ist das vielleicht leichter zu verstehen.

Ich glaube, du kannst dich in so eine Situation nicht hineinversetzen, weil du das, genau wie viele andere Menschen, das nicht erlebten.

Mit ist das erst langsam aber sicher bewusst geworden, als ich vor 15 Jahren die Abendschule besuchte und mein Bruder immer und immer wieder sagte, ich schaffe das nicht. Jede Woche mehrmals. Da dämmerte es mir langsam, dass in diesem Familienkonstrukt etwas nicht stimmt. Es dauerte lange, bis ich den nötigen Abstand herstellen konnte.

Ein Bekannter, dem erzählte ich das. Er wollte das nicht glauben. Dachte, ich fantasiere. Dieser Bekannte hat mich eines abends besucht. Zufälligerweise klingelte mein Bruder in der Zeit an meiner Tür (bin kurz vorher ausgezogen). Als ich meinem Bruder sagte, dass ich Besuch habe und ich nicht kann, klingelte mein Bruder über eine halbe Stunde vor meiner Tür, rief mich an und so weiter. Seitdem glaubt mir mein Bekannter. Er hat mich gefragt, ob das mein Bruder öfters macht und dass das respektlos sei.

Wenn du nicht weisst, warum mein Bruder das macht, er ist der ältere und meint, auf mich aufpassen zu müssen, was er mir auch sagte. Außerdem ist er Narzisstisch erkrankt. Es kommt nichts, was man ihm sagt, bei ihm an.

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