Psychiatrie (Zwangseinweisung)

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11 Antworten

Der Umgang mit ihm hätte netter sein können, aber ja, es ist legal. ..und auch der Ablauf ist nicht unüblich. Und das es ohne Grund war,glaub ich nicht. ..Wir können da gar nicht richtig urteilen, weil wir zum einen nicht dabei waren und zum anderen gar nicht wissen warum er so behandelt wurde.. Wie kam es zur Situation? Was ist passiert? Was war vorher?

Ich hatte mal eine Anhörung durch den sozialpsychiatrischen Dienst (in dem Bundesland in dem ich wohne, wird diese Anhörung vor der Anhörung durch den Richter gemacht) in so ner Art Dämmerzustand. Auch durch Pillen verursacht. ..Bei mir wurde die Anhörung verschoben, weil sie mit mir nicht reden konnten.

Leider passiert das mehrere 1000 Male in Deutschland, dass Menschen gegen ihren Willen in die Psychiatrie kommen (und dort auch fixiert werden).

Die Vorgehensweise ist oft "moralisch verwerfbar", wird jedoch durch den Gesetzesgeber in sofern legalisiert, weil im Gesetz ja angegeben wird, dass die, die sich selbst oder andere gefährden nach § 10 zwangseingewiesen werden können und auch durch richterlichen Beschluss dort gegen ihren Willen festgehalten werden können.

Es gilt immer noch festzustellen ob eine Gefährdung seiner selbst oder anderer besteht. Das rechtfertigt dann schon einiges. Gefährdung heißt auch Soziale Gefährdung durch Sucht, Drogen, psychische, körperliche Behinderungen/Störungen/vorübergehenden Episoden mit Aussicht auf Heilung oder in der geschlossenen Abteilung auf weniger Erfolg. Der freie Wille, philosophisch betrachtet, ist sowieso anzuzweifeln denn wir haben seit Geburt äußeren Einfluß. Jedoch der Wille des Patienten muss akzeptiert werden, er selber muss wissen dass er Gefahr laufen kann sich oder andere zu gefährden, wenn er raus wolle. Ein Wechselspiel zwischen Drogen, Medikamenten, ärztlichen Ansichten, Autoritäten und Erfahrungswerten von Arzt und Patient. Der Arzt ist nicht der Patient und Normalität und Verrücktheit sind nicht weit von einander entfernt, zumal der Begriff "Normal" eine festgelegte Norm ist die sich aus dem Verhalten vieler errechnen lässt. So wie Statistiken. Statistisch gesehen essen viele Menschen mit Besteck, in vielen Ländern wird aber auch mit den Füßen gegessen, weil ihnen Springmienen in Somalia oder sonst wo, die Arme abgerissen haben. Statistisch werden wir immer älter, weil viele Angst haben jüngere Nachkommen in die Welt zu setzen, die Älteren werden mehr, die Medizintechnik lässt alle länger leben, wir vergessen dass wir sterben müssen und haben Angst, wollen nicht sterben. Nun es gibt viele Themen und viele davon bringen uns vielleicht auch mal in die Psychiatrie einfach weil es "normal" ist in der Normalität der Gegenwart.

Wepstee, eigentlich hasse ich ja die "Aber-was-ist-schon-normal-Aussagen", aber du hast deine Idee von der Normalität gut beschrieben. Vielleicht treffen wir uns später ja auch wirklich mal in der Psychiatrie, wär doch lustig!

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@ahoi1

Kennst du das Buch "Veronika beschließt zu sterben" von Paulo Coelho (bekannt durch "der Alchimist"? Da wird auch sehr schön beschrieben wie Veronika in der Psychiatrie zu neuem Lebensmut findet, aber auf Basis einer einfachen Lüge, zu ihrem Vorteil. Klare Empfehlung von meiner Seite.

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Der Patient kann sich durch einen Rechtsanwalt vertreten lassen.

Die Psychiatrien haben schon manch einen "Patienten" wieder entlassen müssen! So leicht ist das, einen in die Psychiatrie zu stecken, zum Glück, nicht.

Das ist Legal. Diese Patienten bleiben aber dann ca. 6 Wochen zur Beobachtung dort, und werden dan wieder Entlassen. Sollte sich sein Ehepartner aber dagegen verwehren, so kann dieser dann beim Amtsgericht seine Zwangseinweisung beantragen. Und wennes ganz dick kommt, ihn erst Entmündigen lassen und dann für den Rest seines Lebens einweisen lassen!

Das ist aber nicht so einfach! Habe selbst Erfahrungen in der Verwandtschaft, da musste viel passieren, bis der über 90jährige Mann von seiner 80jährigen Frau abließ - sie musste erst zusammenbrechen und kam dann ins Altersheim. Weil er ihr dort nichts mehr tun konnte.

Und einweisen konnten wir ihn auch nicht, geschweige denn entmündigen lassen. Obwohl es unserer Meinung nach total angebracht war...

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dieser zeitungsartikel ist sehr polarisierend. Jeder schreit sofort nach gerechtigkeit , das ist verständlich. Man sollte aber auch die Vorgeschichte kennen; vielleicht hat der Mann jemanden bedroht, ein Kind bedrängt , sich anders "anormal" verhalten. wer weiß das schon. Ich finde jede Medaille muß von beiden Seiten betrachtet werden.

Wenn die Einweisung, so wie im Beispiel, durch einen richterlichen Beschluss erfolgt schon.

Das ist in Bayern - laut Deiner Quelle...^^

Ich vermute ja, es wird ja oft genug gemacht :S

Es is legal zwangseingewiesen zu werden....man müsdte wissen weswegen er in einem dämmerzustand ist....

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