Psychiatrie oder nur Termin beim Psychologen?

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6 Antworten

Ich will jetzt nicht deinen Schmerz relativieren - aber nach psychologischem Bild wär das vermutlich maximal eine "leichte Depression", wenn überhaupt.
Ich weiß noch, als ich mit völlig zerschnippelten Armen und der Aussage "Ich würde mich gern umbringen" vor einer Psychiaterin saß und die mal knallhart ins Gutachten "leichte depressive Anwandlungen" reinschrieb.^^

Was ich damit sagen will, ist Folgendes:
1. Es ist VÖLLIG normal, dass dir diese Situationen so nachhängen.
2. Du weißt schon, dass du dich nicht selbst verletzen könntest - also hast du nur ab und an Gedanken. Das ist gleich zweierlei - zum Einen ein Symptom von Aufarbeitung (insbes. nach Selbstmorden) und zum Zweiten ein Symptom möglicher Depressionen.
3. Es ist ganz offensichtlich noch nicht so schlimm, dass es dich in deinem Alltag völlig einschränkt - ergo hast du auch keine stationäre Therapie nötig. Die brauchen Leute, die ihr tägliches Leben wirklich nicht mehr schaffen - also Leute, die einen Nervenzusammenbruch hatten oder einen Selbstmordversuch hinter sich, solche Dinge.
Das heißt natürlich nicht, dass du nicht theoretisch eine stationäre Therapie machen könntest, wenn du das Gefühl hast, das würde dir eher helfen.
4. Du bist volljährig - niemand kann dich gegen deinen Willen in eine Anstalt stecken. Und wärst du minderjährig, so könnte man das nur tun, wenn deine Eltern es gestatten - die können ihr Kind nämlich jederzeit rausholen. Das wurde schon vor Jahren eingeführt - alles Andere wäre nämlich Freiheitsberaubung.
Sogar nach einem Selbstmordversuch kann man aufstehen, den Revers unterschreiben und nach Hause gehen, sobald man wach ist. Entmündigungen dieser Art sind nicht drin bei Erwachsenen - es sei denn, nach einem langen Prozess und sehr vielen Gutachten, wird man unter vollständige Sachwalterschaft gestellt - was wiederum nur bei Leuten wie Schwerdementen und Ähnlichem passiert. Und auch da nicht immer.^^

Fazit: Du musst dir keine Sorgen machen, dass du eine Lawine lostrittst, wenn du mal schüchtern nach Informationen im Bezug auf mögliche Hilfe fragst - da passiert erst mal nichts, außer, dass der Arzt dir die eine oder andere Telephonnummer aufschreibt und dir möglicherweise ein Rezept für ein leichtes Antidepressivum in die Hand drückt. ;)

In deiner Situation hielte ich einen Psychotherapeuten für ratsamer als einen Arzt, denn ich glaube, du brauchst einfach ein wenig Verständnis, Beistand und die Möglichkeit der Aufarbeitung - Pillen sind für chemisch bedingte psychische Erkrankungen sinnvoll, nicht für emotional bedingte Traurigkeit.
Du kannst deinen Hausarzt aber auch nach der Nummer eines Therapeuten fragen - wenn er keine weiß, wird er dir sagen, wo du eine findest.

Lies dich im Idealfall vorher ein wenig in die unterschiedlichen Therapiesysteme ein - es gibt näml. mehr als das klinsich-freud'sche Klemmbrett-"Wie war ihre Mutter so?"-Gedöns.^^ Mein Tipp: Personenzentrierte Psychotherapie nach Rogers
Aaber das ist Geschmackssache^^

Ich wünsche dir von ganzem Herzen alles Gute und dass es dir bald besser geht!!

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Ich gehe nicht davon aus, dass du ein Fall für die Geschlossene bist. Da braucht's schon ein drastischeres Beschwerdenbild.

Wende dich mit deinem Anliegen an deinen Hausarzt, der wird dich dann zum Psychologen, Psychiater oder Psychotherapeuten überweisen. Je nach Spezialisierung empfehlen die dir eine geeignete ambulante Therapieform. 

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Du bist 18 und musst schon mal zum Glück garnichts. Du wirst ein Gespräch mit dem Hausarzt haben der überweist dich zum Psychiater und der Psychiater wird dir dann sicher eine Ambulante Therapie anbieten. Ansonsten gibt es auch noch tageskliniken aber ich denke sowas wird noch nicht nötig seien.

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Kommentar von Dahika
21.02.2017, 21:16

Psychiater sind per se keine Psychotherapeuten. Und in diesem Falle auch nicht zuständig. Falls doch,wird der Therapeut das schon merken und kann dann immer nich  zum Psychiater überweisen.
Der Hausarzt ist ein Umweg und unnötig.

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Kommentar von Anna893
21.02.2017, 21:21

Nope. Psychiater sind oft total voll und mit einer Überweisung würde es wohl möglich schneller gehen. Aber naja. Ich würde immer zu nem Psychiater gehen falls tabletten nötig sind usw hat man alles unter einem Hut.

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Es reicht, wenn du zum ambulanten Therapeuten gehst. Psychiater sind für dich nicht zuständig.

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Junge, du tust ja so als wärst du das psychische Wrack vor dem Herrn. Das bist du aber nicht. Nix Psychiatrie, nix geschlossene Station. Dass dir solche Erlebnisse nachhängen ist ganz normal. Wenn du das Gefühl hast, dass du diese Erfahrungen nicht bewältigen kannst, kann dir ein Psychologe dabei helfen.

Aber psychiatrische Hilfe ist da erstmal mit Kanonen auf Spatzen geschossen :)

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Kommentar von amylynne
21.02.2017, 21:12

Erstmal: ich bin ein Mädchen. ;) Und wenn man ganz verzweifelt ist was mit einem los ist, kann es halt mal dazu kommen, dass man solche Fragen stellt. Da braucht man nicht gleich so reagieren.

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Ich nehme an, dein Arzt würde Dich zu einem Psychologen weiterleiten.


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